Biografie

Mahmud Ahmadinejad

Der iranische Politiker stellt seit 2005 den sechsten Präsidenten der Islamischen Republik Iran. Mahmud Ahmadinedschad wuchs als Sohn eines iranischen Schmiedes in einem Teheraner Armenviertel zum islamischen Fundamentalisten heran, der als studentischer Aktivist an der islamischen Revolution von 1979 im Iran mitwirkte. Ahmadinejad war in den 1980er Jahren als Revolutionsgardist und politischer Funktionär maßgeblich an der kulturell-religiösen Umgestaltung des Irans unter Khomeini beteiligt, die zur Inhaftierung und Hinrichtung zahlreicher Oppositioneller in Politik und Wissenschaft führte. Als Bürgermeister von Teheran machte er sich 2003 bis 2005 durch die Schließung kultureller Einrichtungen einen Namen als ultrakonservativer Islamist...

Die Staats- und Regierungschefs Asiens
Mahmud Ahmadinejad wurde am 28. Oktober 1956 in der Wüstenstadt Garmsar im Zentraliran als Sohn eines Schmiedes geboren.

Bald darauf wechselte die Familie nach Teheran, wo Ahmadinejad in einem südlichen Armenviertel der Hauptstadt aufwuchs, das unter dem Schah-Regime den idealen Nährboden für die Entwicklung islamisch-fundamentalistischer Weltanschauungen bot. Nach der Schule absolvierte Ahmadinejad von 1975 bis 1979 ein Ingenieursstudium an der Elm-o Sanaat Universität, wo er mit Anhängern der islamischen Opposition unter Khomeini in Kontakt geriet, die das Regime des Schahs immer heftiger bekämpften. Der Schah Mohammed Reza Pahlavi wurde 1979 durch die islamische Revolution unter Khomeini gestürzt, der dann die Herrschaft über den Iran übernahm.

An den revolutionären Ereignissen nahm auch Ahmadinejad teil. An seiner Universität gründete er die Islamische Studentenvereinigung. Während des Krieges mit dem benachbarten Irak schloss sich Ahmadinejad 1980 bis 1988 den Islamischen Revolutionsgarden an. Als Kommandeur dieser Miliz wirkte er an der Verfolgung und Hinrichtung politischer Dissidenten im Iran mit. Im Zuge der so genannten iranischen Kulturrevolution war er 1980 bis 1983 an politischen Säuberungen unter der Dozenten- und Studentenschaft der Universitäten beteiligt: Viele Dozenten und Studenten wurden inhaftiert, einige hingerichtet. Ahmadinejad war auch an den Vorbereitungen für ein Attentatsversuch gegen den britischen Autor Salman Rushdie beteiligt.

Während der 1990er Jahre diente er als Gouverneur der nordwestiranischen Provinz Ardebil. Im April 2003 wurde Ahmadinejad zum Bürgermeister von Teheran gewählt. In dieser Funktion machte er sich in den folgenden Jahren als ultrakonservativer islamischer Politiker einen Namen, indem er zum Beispiel Kultureinrichtungen in der Hauptstadt schloss oder in religiöse Stätten umwandelte. Während des Wahlkampfes 2005 machte sich Ahmadinejad besonders bei der unteren Mittelschicht und bei den Bauern und Arbeitern beliebt, denen er eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation in Aussicht stellte. Auch sprach er sich für einen harten Konfrontationskurs gegenüber den USA aus.

Nachdem keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang die Mehrheit erreicht hatte, ging Ahmadinejad in der anschließenden Stichwahl gegen den moderaten Kleriker und vormaligen Präsidenten Ali Akbar Hashemi Rafsandjani am 24. Juni 2005 überraschend als Sieger hervor. Der neue Präsident des Iran gilt in internationalen Kreisen als unerfahren in außen- und wirtschaftspolitischen Fragen. Dagegen zählt er zu den konservativen Verfechtern einer Islamischen Republik. Seine Wahl wurde allgemein als Niederlage und Abbruch der moderaten Reformpolitik gedeutet, die von seinen Vorgängern im Iran eingeleitet worden waren.

Unmittelbar nach dem Amtsantritt des neuen iranischen Regierungschefs kam es zu einem diplomatischen Eklat zwischen der deutschen und der Teheraner Regierung: Der deutsche Innenminister Schily bezeichnete Ahmadinejad als "Fundamentalisten", worauf die iranische Regierung mit dem Vorwurf der Beleidigung konterte. Im August 2005 gab der neue iranische Regierungschef das neue außenpolitische Selbstbewusstsein seines Landes auch gegenüber der Europäischen Union zum Ausdruck: Im Atomstreit beharrte Ahmadinejad auf dem iranischen Recht auf zivile Nutzung der Atomtechnik. Einen weiteren internationalen Skandal löste der iranische Präsident Ende Oktober 2005 aus, als er in Solidarität mit dem palästinensischen Volk die Auflösung des Staates Israel forderte.

Im Dezember 2006 wurde seine Schwester Parvin in den Teheraner Stadtrat gewählt. Bei den Präsidentschaftswahlen am 12. Juni 2009 wurde Ahmadinedschad in seinem Amt bestätigt. Er setzte sich gegen drei Bewerber durch, die der Wächterrat aus rund 500 registrierten Kandidaten ausgewählt hatte. Das offizielle Wahlergebnis und der Protest des gemäßigten Kandidaten Mir Hussein Mussawi löste monatelange Proteste aus, bei denen es zu erheblichen Gegenmaßnahmen von staatlichen Organen und zu Massenverhaftungen kam.


Die Staats- und Regierungschefs Asiens

NameMahmud Ahmadinejad

Geboren am28.10.1956

GeburtsortGarmsar (Iran)