Biografie

Ludwig Erhard

NameLudwig Erhard

Geboren am04.02.1897

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortFürth (D).

Verstorben am05.05.1977

TodesortBonn (D).

Ludwig Erhard

Der deutsche Politiker stellte von 1963 bis 1966 den 2. Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Davor war er von 1949 bis 1963 Bundesminister für Wirtschaft, sowie 1966/67 CDU-Bundesvorsitzender. Der langjährige CDU-Wirtschaftsminister nahm als "Vater der D-Mark" und Begründer der sozialen Marktwirtschaft entscheidenden Einfluss auf den wirtschaftlichen Wiederaufstieg der jungen Bundesrepublik. Als deren zweiter Bundeskanzler war ihm zwar ein geringerer Erfolg beschieden, dennoch blieb die Wirtschaftspolitik in der Bonner Republik auch während der nachfolgende Jahrzehnten aufs engste mit Ludwig Erhards Namen verbunden und an seinen Konzepten orientiert...

Ludwig Erhard wurde am 4. Februar 1897 in Fürth als Sohn eines Einzelhandelskaufmanns geboren.

Nach dem Besuch der Realschule begann er 1913 eine kaufmännische Lehre. Im Ersten Weltkrieg wurde er ab 1916 als Artillerist eingesetzt und schwer verwundet. Nach dem Krieg nahm er ein Studium an der Handelshochschule in Nürnberg auf, das er 1923 mit dem Diplom beendete. Daraufhin schrieb er sich an der Universität Frankfurt für Betriebswirtschaftslehre, Nationalökonomie und Soziologie ein. 1924 promovierte er mit einem währungspolitischen Thema. In den folgenden Jahren arbeitete Erhard als kaufmännischer Angestellter. In den Jahren 1928 bis 1942 war er zunächst als wissenschaftlicher Assistent, dann als Leiter des "Instituts für Wirtschaftsbeobachtung der deutschen Fertigware" an der Handelshochschule Nürnberg tätig.

Die Arbeit am Institut, das sich mit Konsumforschung befasste, verlieh Erhard den Ruf eines Wirtschaftsspezialisten. Dazu trug auch bei, dass er bis 1940 die "Wirtschaftspolitischen Blätter der deutschen Fertigindustrie" redigierte. Nach einem Konflikt mit der Institutsleitung verließ Ludwig Erhard 1942 die Einrichtung, um sein eigenes Forschungsinstitut zu gründen. Hier tat er sich 1944 mit einer wirtschaftspolitischen Denkschrift zur Neuordnung Deutschlands nach der Kriegsniederlage hervor, die Erhard voraussah. Die Denkschrift bescherte ihm nach Kriegsende die Ernennung zum Wirtschaftsberater der amerikanischen Militärbehörden in Nürnberg. Erhard war nun für den wirtschaftlichen Wiederaufbau in Franken verantwortlich und wurde noch im Herbst 1945 als Staatsminister für Handel und Gewerbe in die bayerische Landesregierung aufgenommen.

Im Jahr 1947 schien ihm eine Honorarprofessur an der Universität München endlich die wissenschaftliche Karriere zu eröffnen, doch folgte er dem Ruf der amerikanischen Besatzungsmacht in die Zweizonenverwaltung für Wirtschaft in Frankfurt. In Frankfurt leitete er die Vorbereitung der westdeutschen Währungsreform und stieg im März 1948 zum Leiter der Zweizonenverwaltung für Wirtschaft auf. Die Währungsreform vom 20. Juni 1948, mit der die Deutsche Mark in den westlichen Besatzungszonen eingeführt wurde, löste einen überraschenden Wirtschaftsaufstieg aus. Ludwig Erhard begleitete das "Wirtschaftswunder" mit der erfolgreichen Umsetzung seines wirtschaftspolitischen Modells der "sozialen Marktwirtschaft". Unter dem Eindruck eines Zusammentreffens mit Konrad Adenauer trat Ludwig Erhard 1949 in die CDU ein, für die er bei den Bundestagswahlen desselben Jahres erstmals in das neue westdeutsche Parlament einzog.

In den Jahren 1949 bis 1963 stand Erhard als wiederholter Bundeswirtschaftsminister für die wirtschaftspolitische Kontinuität und den wirtschaftlichen Aufstieg der Bundesrepublik zur führenden Industrienation. Obwohl Ludwig Erhard 1957 noch unter der dritten Regierung Adenauers zum Vizekanzler nominiert wurde, gestaltete sich das Verhältnis zum ersten Bundeskanzler des Landes aufgrund seines Anspruchs auf die Kanzler-Nachfolge spannungsreich. Seit dem Bundestagswahlkampf von 1961 zum voraussichtlichen Kanzler-Nachfolger gekürt, wurde Ludwig Erhard nach dem Rückzug Konrad Adenauers am 16. Oktober 1963 zum neuen Bundeskanzler gewählt. Die Regierungspolitik Erhards war in geringerem Maße als seine Wirtschaftspolitik von Erfolg gekrönt.

Trotz zahlreicher Kritik an seinem unsicheren Regierungsstil erzielte er bei den Bundestagswahlen von 1965 ein unerwartet hohes Ergebnis. Im März 1966 folgte er Adenauer auch im CDU-Parteivorsitz nach. Wie bereits die erste Regierung war auch die zweite Amtszeit Erhards von Meinungsverschiedenheiten zur französischen und US-amerikanischen Regierung geprägt. Nicht zuletzt diese außenpolitischen Defizite trugen zu einer Verschärfung der parteiinternen Auseinandersetzungen über die Politik Erhards bei. Differenzen in finanzpolitischen Fragen führten im Oktober 1966 schließlich den Bruch der Koalition mit der FDP herbei. Wenig später bestimmte die CDU/CSU Kurt Kiesinger zum Kanzlerkandidaten, der am 1. Dezember 1966 mit der SPD eine Große Koalition einging.

Obwohl Ludwig Erhard im Mai 1967 auch den CDU-Parteivorsitz an Kiesinger verlor, konnte er in den folgenden Jahren sein Ansehen und seinen Mitwirkungsanspruch in der politischen Kultur der Bundesrepublik, aber auch im Ausland, ungebrochen aufrechterhalten. Bei zahlreichen Gelegenheiten äußerte er sich zu wirtschaftspolitischen Fragen und tat sich in der Öffentlichkeit als Gralshüter der sozialen Marktwirtschaft hervor. Erhard genoss die Ehrenbürgerschaft von Tokio, Lima, Houston, Bonn und Ulm und besaß zahlreiche in- und ausländische Ehrenpromotionen.

Ludwig Erhard starb am 5. Mai 1977 in Bonn.


Die Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland

NameLudwig Erhard

Geboren am04.02.1897

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortFürth (D).

Verstorben am05.05.1977

TodesortBonn (D).

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