Biografie

Luca di Montezemolo

Der Marquis und Wirtschaftsjurist gestaltet seit Beginn der 1970er Jahre den internationalen Autorennsport maßgeblich mit. Als Präsident und leitender Manager von Ferrari führte Luca Cordero di Montezemolo das italienische Formel-1-Team, damals mit Niki Lauda, in den vergangenen Jahren mit Michael Schumacher, mehrfach zur Weltmeisterschaft. Indes behauptete er sich wirtschaftlich als Krisenmanager und Sanierer, wodurch er 2004 zum neuen Chef des Mutterkonzerns Fiat berufen wurde. In Italien steht Montezemolo außerdem als Präsident des Industrieverbandes an der Spitze der Wirtschaft...

Menschen und Marken
Persönlichkeiten der Automobilindustrie
Luca Cordero di Montezemolo wurde am 31. August 1947 in Bologna (Italien) geboren.

Nach der Schule nahm er ein Studium der Rechtswissenschaften an der römischen Universität "La Sapienza" auf. 1971 schloss er die Studien mit Examen in Internationalem Wirtschaftsrecht ab. Im Anschluss daran vertiefte Montezemolo seine Kenntnisse auf diesem juristischen Spezialgebiet durch ein Auslandsstudium an der Columbia University von New York. Bereits während seiner Studienzeit engagierte sich Montezemolo im Rallye-Team von Lancia. Doch erst 1973 begann er sich ganz dem Motorsport zu widmen.

Nachdem sich Fiat und Ferrari 1969 zusammengeschlossen hatten, kam Montezemolo im Juni 1973 über Fiat zu Ferrari. Montezemolo leitete dort die Sportabteilung und stieg rasch zur rechten Hand von Enzo Ferrari auf. Im Jahr 1974 organisierte er den Einsatz des Ferrari-Teams bei den Formel-1-Weltmeisterschaften. In den Jahren 1975 und 1977 führte er das Ferrari-Team mit den Formel-1-Siegen von Niki Lauda zur Weltmeisterschaft.

Im Jahr 1975 wurde Montezemolo zum Leiter aller Sport- und Wettbewerbsaktivitäten von Fiat berufen. 1977 erhob man ihn als jüngsten Senior Manager in der Geschichte des Unternehmens zum Mitglied des Führungsstabs. Von 1978 bis 1981 leitete Montezemolo die Außenbeziehungen der Fiat-Gruppe. Als enger Vertrauter des Unternehmenschefs Giovanni Agnelli profilierte sich der Manager dann aber auch in verschiedenen Geschäftsbereichen von Fiat. Dazu zählte etwa ab 1981 auch die Leitung einer Verlagsgesellschaft, die eine so bedeutende Tageszeitung wie "La Stampa" herausbringt.

In der Folge berief man Montezemolo in den Vorstand des Fußballvereins Juventus Turin. 1984 wurde er leitender Manager des Getränkeherstellers "Cinzano International S.p.A.". Außerdem war er für das Unternehmen "Azzurra" verantwortlich, das in der Teilnahme der ersten italienischen Yacht an den US-amerikanischen Wettkämpfen bestand. Von 1985 bis 1990 wirkte der Marquis als Manager im Organisationskomitee an den Vorbereitungen der Fußballweltmeisterschaften von 1990 in Italien mit. 1991 berief man ihn als Präsidenten und leitenden Manager erneut in die "Ferrari S.p.A.", wo er das Automobilunternehmen und sein angeschlagenes Formel-1-Team in den folgenden Jahren neu aufbaute und wiederbelebte.

Im Jahr 1993 wurde Montezemolo zum Vize-Präsidenten des Fußballklubs von Bologna ernannt. Er übernahm außerdem leitende Funktionen der Internationalen Messegesellschaft von Bologna und der Industriellenvereinigung von Modena. Als Fiat 1997 das Automobilunternehmen Maserati seiner Tochterfirma Ferrari unterstellte, sah sich Montezemolo als Präsident der "Maserati S.p.A." mit der Herausforderung konfrontiert, der einst erfolgreichen Marke wieder zu ihrem alten Ansehen zu verhelfen. Luca Cordero di Montezemolo heiratete im Jahr 2000 Ludovica Andreoni. Im Juli 2002 wurde ihr zweites gemeinsames Kind geboren.

Montezemolo führte das Formel-1-Team von Ferrari in den vergangenen Jahren zu neuen Welterfolgen: 1999, 2000, 2001, 2002 und 2003 eroberte er den Weltmeisterschaftstitel für Konstrukteure. Mit Michael Schumacher erzielte er 2000, 2001, 2002 und 2003 außerdem die Formel-1-Weltmeisterschaft für die beste Fahrleistung. Am 30. Mai 2004 wurde Luca Cordero di Montezemolo zum Chef des Mutterkonzerns "Fiat" ernannt. Dabei trat er die Nachfolge des kurz davor verstorbenen Vorstandes Umberto Agnelli an. Montezemolo gilt als enger Verbündeter der Agnelli Familie, der die Marken Ferrari und Maserati trotz der allgemeinen Krise des Konzerns erfolgreich ausbaute.

Als führender Unternehmer und Präsident des Industrieverbandes in Italien erhob Montezemolo im Jahr 2005 zunehmend seine Stimme gegen die Regierung von Silvio Berlusconi, da diese in ihrer nun auslaufenden Legislatur nur wirtschaftlichen Stillstand produziert habe. Somit avancierte er zum bedeutendsten Gegner Berlusconis in Italien. Ende September 2005 wurde der Präsident des italienischen Industrieverbandes in London mit dem Keynes-Sraffa-Preis ausgezeichnet.

Im Oktober 2005 konnte der FIAT-Konzern zum dritten Mal in Folge einen Gewinn auch für das dritte Jahresquartal vermelden.


Menschen und Marken

Persönlichkeiten der Automobilindustrie
Ferrari SpA.
Luca di Montezemolo
Via Abetone Inferiore n.4
I-41053 Maranello (MO)

T.: +39 0536 949111
W.: http://www.ferrari.it

NameLuca di Montezemolo

Geboren am31.08.1947

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortBologna (I).