Biografie

Claudio Monteverdi

Der italienische Komponist, Violaspieler und Sänger gilt mit seinen Werken als Erneuerer der Vokalmusik, die er vom Renaissance- zum Barockstil überführte. Für diese Wende steht vor allem das 8. Madrigalbuch, in dem der polyphonischen Stil der Renaissance zum monodischen Stil des Barocks vollzogen wurde. Die darin enthaltene "Madrigale von Liebe und Krieg" gilt zudem als Muster der formalen Perfektion dieser Gesangsform. Claudio Monteverdi erlangte zudem mit seinen Opernkompositionen großen Ruhm, die er zur zeitgenössischen Vollendung brachte. Musiktheoretisch forderte er in der neuen Musik einen Stil der Erregung. Monteverdi setzte damit relevante Akzente in der europäischen Musik bis hinein in die Moderne...
Claudio Monteverdi wurde am 15. Mai 1567 in Cremona getauft. Seine Geburtsdaten sind unbekannt.

Monteverdi war eines von drei Kindern des Arztes Baldassare Monteverdi und seiner Frau Maddalena geb. Zignani. Nach ihrem Tod heiratete der Vater ein zweites Mal und Claudio Monterverdi bekam noch drei Stiefgeschwister. Er ließ sich als 15-Jähriger bei dem Komponisten und Kantor Marc Antonio Ingegneri in Cremona Musikunterricht erteilen. Dort entstand auch seine erste Komposition, ein geistliches Werk. Ab dem Jahr 1590 war er Violaspieler und Sänger am Hofe in Mantua. Dort lernte er auch seine spätere Frau Claudia de Cattaneis, die Tochter eines Musikers, mit der er zwei Kinder hatte, kennen. In der Zeit von 1590 bis 1605 entstanden weitere Madrigale. Im Jahr 1602 wurde Monteverdi Hofkapellmeister in Mantua. Er kam auf einer Reise mit Bediensteten des Herzogs von Mantua, Vincenzo I. Gonzaga, durch Flandern erstmals mit dem französisch-flämischen Gesangsstil in Berührung.

Er stellte Vergleiche an zur Form des Madrigals, die seinerzeit in der Heimatregion üblich war. Das zeitgenössische Madrigal in der italienischen Musikkunst war in seiner klanglichen Form vollendet ausgebaut, die Textinhalte gerieten dadurch weniger in den Fokus der Aufmerksamkeit. Monteverdi machte es sich zur Aufgabe, dieses Missverhältnis kompositorisch zu korrigieren. Dazu versah er das Vorwort zu "Scherzi musicali" (1607) mit einem neuen Leitsatz zur musikalischen Ausformung. Monteverdis "Seconda practica" betont die Perfektion der Melodie und setzt dabei auf die Dominanz des Textes gegenüber dem Tonsatz. In der Sage "L`Orfeo" als "Favola in musica“ eine frühe Form der heutigen Oper setzte er den neuen Grundsatz um. Der Gesang bestimmte wichtige Teile der Sagenhandlung.

Mit der Dominanz des Sologesangs wurde ein Gegensatz zur Polyphonie der Renaissancemusik gesetzt und sie gilt noch heute zugleich als Wechsel zum barocken Musikstil. "L`Orfeo" wurde erstmals am 24. Februar 1607 in Mantua aufgeführt und wurde für den Komponisten ein großer Erfolg, der sich schnell an den europäischen Bühnen verbreitete. Das Stück gilt heute als Klassiker der Opernliteratur und als eigentlicher Beginn der Operngattung. Im gleichen Jahr starb seine Frau. 1608 wurde die Oper L'Arianna fertig gestellt. Im Jahr 1610 entstand eines der bekanntesten Sakralwerke von Monteverdi, die Marienvesper (Vespro della Beata Vergine). 1612 musste er die Stelle als Hofkapellmeister aufgeben. 1613 wurde Claudio Monteverdi musikalischer Direktor der Markuskirche in Venedig. Damit erfüllte er einen der wichtigsten musikalischen Posten seinerzeit.

Dort arbeitete er bis zu seinem Tod. Zu den weiteren Opernkompositionen zählen "Il ballo delle ingrate" (1608), "Il ritorno d'Ulisse in partia" (1640) und "L'incoronazione di Poppea" (1642). Die genaue Anzahl seiner Werke ist nicht bekannt. Zahlreiche davon waren am Hofe in Mantua geblieben, der 1630 geplündert und teilweise zerstört wurde. Der Komponist machte sich auch auf dem Gebiet des Madrigalgesangs einen Namen. Er beeinflusste nachhaltig den Gesang im Madrigal, einem mehrstimmigen Vokalstück, das er als solistisches Madrigal mit Bassbegleitung umformte. Damit setzte er relevante Akzente in der europäischen Musik bis hinein in die Moderne.

Claudio Monteverdi starb am 29. November 1643 in Venedig.

NameClaudio Monteverdi

Geboren am15.05.1567

GeburtsortCremona (I).

Verstorben am29.11.1643

TodesortVenedig (I).

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