Biografie

Umberto Agnelli

Der Industriellensohn und promovierte Jurist gehörte der dritten Führungsgeneration der FIAT-Dynastie an. Umberto Agnelli war von 1959 bis 2003 in leitenden Positionen für mehrere Tochtergesellschaften und den Mutterkonzern von FIAT tätig, der von seinem älteren Bruder Gianni Agnelli geleitet wurde. Nach dessen Tod übernahm Umberto den Verwaltungsratsvorsitz, für dessen Ausübung ihm aber nur noch ein knappes Jahr blieb...

Menschen und Marken
Persönlichkeiten der Automobilindustrie
Umberto Agnelli wurde am 1. November 1934 in Lausanne (Schweiz) geboren.

Sein Großvater, Giovanni Agnelli, hatte 1899 in Turin eine Automobilfabrik gegründet, die in der Folge als "Fabbrica Italiana Automobili Torino" (FIAT) zum größten Autohersteller Italiens aufgestiegen war. Agnelli verlor seine Eltern, Edoardo Agnelli und Virginia Bourbon del Monte jeweils 1935 bei einem Flugzeug- und 1945 bei einem Autounfall. Nach der Schule absolvierte Agnelli ein Jura-Studium an der Universität Turin, das er 1959 mit dem Doktoratslaureat abschloss. Agnelli wurde ab 1959 für FIAT in führenden Positionen tätig. Während sein älterer Bruder Gianni von 1966 bis 1996 als Präsident die Geschäfte des Gesamtkonzerns leitete, übernahm Umberto das Management mehrerer Tochterunternehmen: So leitete er 1960-1971 die Versicherungsgesellschaft S.A.I. und vorübergehend auch FIAT France.

Von 1965 bis 1988 war er Verwaltungsratschef von Piaggio & Co. 1970 berief man Agnelli in die Zentrale des Mutterkonzerns, wo er bis 1980 als Amministratore Delegato tätig wurde. Agnelli heiratete 1974 Allegra Caracciolo, mit der er drei Kinder hatte. 1976 erhob ihn der Bruder zum stellvertretenden Verwaltungsratsvorsitzenden von FIAT. In diese Zeit fällt auch der Beginn des politischen Engagements von Agnelli: Er kandidierte 1976 für die führende und konservative Partei "Democrazia Cristiana", für die er in den Senat einzog. Nachdem Agnelli 1980 als Amministratore Delegato durch Cesare Romiti abgelöst worden war, wurde er in der Folge für weitere Tochter- und Holdinggesellschaften von FIAT wie das IFI und IFIL sowie die FIAT Auto SpA in leitenden Positionen tätig.

Im Jahr 1987 stieg Agnelli zum Vizepräsidenten der neu gegründeten Holding Giovanni Agnelli & C. SpA auf. 1993 trat er von seiner leitenden Funktion zurück, worauf sein Sohn Giovanni Alberto zum künftigen FIAT-Chef bestimmt wurde. Als der Sohn Agnellis jedoch 1997 einem Krebsleiden erlag, ernannte Firmenchef Gianni Agnelli seinen Enkel John Elkann zum Nachfolger an der Konzernspitze. Infolge des Todes seines älteren Bruders und des Firmenchefs Gianni Agnelli im Januar 2003 wurde Umberto Agnelli zum Mai 2003 neuer Verwaltungsratsvorsitzender der FIAT-Gruppe. Elkann erhob man zum Vizepräsidenten. Bei den folgenden Umstrukturierungsmaßnahmen trat Ende Februar 2003 der Ferrari-Chef Luca Cordero di Montezemolo in den Aufsichtsrat der FIAT SpA ein.

Der Konzern stieß auch mehrere Tochtergesellschaften ab, um seine Verschuldung abzubauen.

Umberto Agnelli starb am 27. Mai 2004 in Turin.


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NameUmberto Agnelli

Geboren am01.11.1934

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortLausanne (CH).

Verstorben am27.05.2004

TodesortTurin (I).