Biografie

François Truffaut

Der französische Filmkritiker revolutionierte in den 1950er Jahren mit seiner Theorie über die Autorschaft die Filmanalyse der Nachkriegszeit. Als Filmemacher avancierte François Truffaut zu einem führenden Vertreter des New Wave, das den Regisseur in den Mittelpunkt der Filmkritik rückte. Viele seiner Filme thematisieren mit den Problemen von Entfremdung und Rebellion in der Kindheit die autobiographische Erfahrung des Regisseurs. Zu Truffauts Meisterwerken zählen "The 400 Blows" (1959), "Jules et Jim" (1962) und "La Nuit américaine" (1973)...
François Truffaut wurde am 6. Februar 1932 in Paris geboren.

Vernachlässigt von den Eltern, wuchs er bei der Großmutter auf. Mit einem Freund schwänzte er häufig die Schule, um ins Kino zu gehen. Er riss mehrmals zuhause aus. 1947 lernte der Teenager André Bazin kennen, der einen Filmklub betrieb und in der Folge den Mentor Truffauts abgab. Nachdem dieser zum Jahresende 1950 in die französische Armee eingetreten war, desertierte er kurz darauf wieder. Bazin erreichte seine unehrenhafte Entlassung. Mithilfe Bazins entwickelte sich Truffaut in der Folge zum Filmkritiker, als welcher er für die weltweit anerkannten Zeitschriften "Arts" und "Cahiers du cinéma" schrieb. Doch bald befriedigte ihn die literarische Tätigkeit nicht mehr, er drängte selbst zum Film. 1955 arbeitete Truffaut bei den Dreharbeiten von "Lola Montès" für den Regisseur Max Ophüls.

Daraufhin verbrachte er zwei Jahre in Zusammenarbeit mit Roberto Rossellini, die ihm den Übergang zum Filmemacher wesentlich erleichterten. Im Oktober 1957 heiratete Truffaut die Tochter eines der mächtigsten Filmverleihers in Frankreich, Madeleine Morgenstern, mit der er zwei Töchter hatte und von der er sich später wieder scheiden ließ. Nachdem er bereits für zwei Kurzfilme die Regie übernommen hatte, legte Truffaut mit "The 400 Blows" seinen ersten Spielfilm vor, der 1959 in Cannes den Grand Prix gewann. Der folgende Film "Tirez sur le pianiste" (1960), der Anleihen an den amerikanischen Film noir enthielt, wurde ein kommerzieller Misserfolg. Ein weiterer Höhepunkt im Filmschaffen Truffauts war dann aber "Jules et Jim" (1962), der als sein Meisterwerk gilt und ihm erstmals internationale Anerkennung einbrachte.

Nach "La Peau douce" (1964) folgte mit "Fahrenheit 451" (1966) der einzige englischsprachige Film Truffauts, der allerdings wenig Erfolg hatte. In Hommage an seinen bevorzugten Hollywood-Regisseur Alfred Hitchcock drehte er 1968 "La Mariée était en noir". Im selben Jahr legte er als autobiographisch durchsetzte Studie den Film "Baisers volés" vor. Ein weiterer Misserfolg stellte die Romanze "La Sirène du Mississippi" (1969) dar, die Truffaut nun davon überzeugte, nicht zur Herstellung kommerzieller Filmunterhaltung geeignet zu sein. Mit "L’Enfant sauvage" (1970) legte er dann den ersten Film einer Reihe kleinerer und persönlicher Werke vor, mit denen er die Probleme seiner eigenen Kindheit und Jugend thematisierte: Entfremdung, Rebellion und verlorene Kindheit.

Nach verschiedenen anderen Filmen folgte 1973 mit "La Nuit américaine" ein weiteres Meisterwerk Truffauts, das als bester Film über das Filmemachen gilt und den Academy Award als bester ausländischer Film gewann. Zu Truffauts späteren Filmen zählen u.a. die romantische Komödie "L’Homme qui aimait les femmes" (1977), "Le Dernier Métro" (1980), die in Paris unter deutscher Besatzung spielt, und "La femme d’à côté" (1981). Seinen letzten Film legte er 1983 mit "Vivement dimanche" vor. In seinen letzten Lebensjahren lebte Truffaut mit der Schauspielerin Fanny Ardant zusammen, die in seinen letzten beiden Filmen die Hauptrolle spielte und mit der er eine Tochter hatte.

François Truffaut starb am 21. Oktober 1984 in Neuilly-sur-Seine an den Folgen eines Gehirntumors.
1959:
The 400 Blows

1960:
Tirez sur le pianiste

1962:
Jules et Jim;
L’Amour à vingt ans

1964:
La Peau douce

1966:
Fahrenheit 451

1968:
La Mariée était en noir;
Baisers volés

1969:
La Sirène du Mississippi

1970:
L’Enfant sauvage

1970:
Domicile conjugal

1971:
Les Deux Anglaises et le continent

1972:
Une Belle Fille comme moi

1973:
La Nuit américaine

1975:
L’Histoire d’Adèle H.

1976:
L’Argent de poche

1977:
L’Homme qui aimait les femmes

1978:
La Chambre verte

1979:
L’Amour en fuite

1980:
Le Dernier Métro

1981:
La Femme d’à côté

1983:
Vivement dimanche

NameFrançois Truffaut

Geboren am06.02.1932

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortParis (F).

Verstorben am21.10.1984

TodesortSeine (F)..sur.Neuilly