Biografie

Karl Popper

Der österreichisch-britische Wissenschaftstheoretiker und Philosoph wurde bekannt durch seine Forschungen zur wissenschaftlichen Methodik und seine Kritik am historischen Determinismus. Er entwickelte in der Auseinandersetzung mit dem Neopositivismus des "Wiener Kreises" eine wissenschaftstheoretische Methodenlehre, die das Induktionsprinzip als Grundlegung der Naturwissenschaften ablehnt. Sir Karl Raimund Popper begründete darüber hinaus den kritischen Rationalismus. In seinem Hauptwerk "Logik der Forschung" (1934) stellt Popper das Falsifikationsprinzip als Grundlage aller wissenschaftlicher Theoriebildung dar...
Karl Raimund Popper wurde am 28. Juli 1902 als Sohn des Rechtsanwalts Simon Siegmund Carl Popper und Jenny Popper, geborene Schiff, in Wien geboren.

Seine Eltern waren zum Protestantismus konvertierte assimilierte Juden. 1918 beendete Popper die Mittelschule. Im selben Jahr begann er an der Universität in Wien als Gasthörer zu studieren – neben Mathematik und Physik hörte er ebenso noch Vorlesungen in Philosophie, Musik oder Psychologie. Neben seinen Interessen für Politik war auch die Naturwissenschaft Albert Einsteins Gegenstand seiner Lektüre. In dieser Zeit war er Anhänger des Kommunismus. Karl Popper nahm im Jahr 1919 aktiv an Straßenkämpfen in Wien teil. Als dabei acht Freunde von ihm durch die Polizei ums Leben kamen, wendete er sich von der kommunistischen Lehre ab. Popper absolvierte als Privatschüler die Reifeprüfung und eine weitere Prüfung, so dass er die Berechtigung zum Unterricht als Volksschullehrer erlangte.

Doch er blieb ohne Beschäftigung und ging zu einem Tischler in die Lehre. Danach fand er eine Stelle als Erzieher für sozial gefährdete Kinder. Karl Popper studierte nebenher. Seine musikalischen Neigungen pflegte er als Schüler von Arnold Schönberg und komponierte selbst kleine Fugen. Doch die zeitgenössische Musikrichtung lag ihm nicht. Dann im Jahr 1928 promovierte er bei dem Sprachtheoretiker Karl Bühler und erlangte die Doktorwürde der philosophischen Fakultät an der Wiener Universität. Popper entwickelte sich zum glühenden Anhänger des kritischen Rationalismus. Die neopositivistische Philosophie des "Wiener Kreises" behielt er dagegen kritisch im Auge. 1937 emigrierte Popper nach Neuseeland. In den Jahren von 1937 bis 1945 war er an der Canterbury University in Neuseeland tätig. 1946 siedelte er nach England über. 1949 wurde er Professor für Logik und wissenschaftliche Methodenlehre.

Popper lehrte Wirtschaftstheorie an der Londoner School of Economics, die sich unter seiner Leitung zu einem international renommierten Zentrum für Wirtschaftstheorie entwickelte. 1961 begann der sogenannte, aufsehenerregende Positivismusstreit mit der Frankfurter Schule. Seinen Anfang nahm das Ereignis auf dem Soziologentag in Tübingen zwischen Theodor W. Adorno und Popper. Die Diskussion um Karl Poppers angeblichem Positivismus spitzte sich später mit Jürgen Habermas zu. Hans Albert schaltete sich in den Streit ein und wurde selbst als Positivist bezeichnet. Im Zentrum der Kontroverse stand der kritische Rationalismus von Karl Popper. Auch späterhin gab es ähnliche Angriffe. So stand Poppers Hauptwerk "Logik der Forschung" (1934), insbesondere seine These über das Zustandekommen des wissenschaftlichen Fortschritts, in der kritischen Beschusslinie von Thomas S. Kuhn.

Darin stellt er das Falsifikationsprinzip als Grundlage aller wissenschaftlicher Theoriebildung dar. Demnach sind kein wissenschaftliches System und keine wissenschaftliche Aussage absolut gültig. Wissenschaft kann nur anerkannt sein als Arbeitshypothese, die somit Vorläufigkeit und Modellcharakter aufweist. Poppers gesellschaftsphilosophisches Werk "The Open Society and Its Enemies" (1945, zu Deutsch: "Die offene Gesellschaft und ihre Feinde") setzt sich vehement für Demokratie ein und wendet sich aufs Schärfste gegen Totalitarismus als Herrschaftsform. 1965 wurde Popper von Königin Elizabeth II. für sein Lebenswerk als Knight Bachelor zum Ritter geschlagen. 1969 erfolgte die Emeritierung von Karl Popper. In dieser Zeit gab er zahlreiche neue und ältere Aufsätze heraus.

Im Jahr 1973 wurde ihm der Sonning-Preis der Universität Kopenhagen verliehen, 1993 erhielt Popper die Otto-Hahn-Friedensmedaille der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) in Berlin. Durch Queen Elizabeth II. wurde er schließlich in den Order of the Companions of Honour (CH) aufgenommen. Popper war bis ins hohe Alter ein vielbeschäftigter Philosoph. Er wurde Mitglied der liberalen Denkfabrik Mont Pelerin Society, der Royal Society (London) sowie der International Academy of Science.

Karl Raimund Popper starb am 17. September 1994 in Croydon, in der Nähe von London.

NameKarl Popper

Geboren am28.07.1902

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortWien (A).

Verstorben am17.09.1994

TodesortCroydon (GB).