Biografie

Franz Josef Popp

NameFranz Josef Popp

Geboren am00.00.1886

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortWien (A).

Verstorben am29.07.1954

TodesortStuttgart (D).

Franz Josef Popp

Der österreichische Diplom-Ingenieur stellte von 1917 bis 1942 den ersten Vorstandsvorsitzenden der Bayerischen Motorenwerke. Franz Josef Popp führte somit BMW zu einem der bedeutendsten Motorenhersteller im Flugzeug-, Motorrad- und Automobilbereich. Durch Differenzen mit dem Nazi-Regime verlor er die Leitung über das Unternehmen, das ihm dann in der Nachkriegszeit kein Comeback mehr gewährte...

Persönlichkeiten der Automobilindustrie
Menschen und Marken
Franz Josef Popp wurde 1886 in Wien geboren.

Die Familie wechselte 1901 nach Brünn (heute Slowakei). Dort legte Popp das Abitur ab. Nach der Schule nahm Popp ein Studium des Maschinenbaus und der Elektrotechnik an der Technischen Hochschule in Brünn auf. Während des Studiums leistete er seinen Wehrdienst bei einem K.-u.-K.-Seeflieger-Korps in Pola (heute Kroatien) an der Adriaküste ab. 1909 schloss er das Studium mit dem Diplom ab. Daraufhin kehrte Popp in seine Geburtsstadt zurück, wo er als Elektrobauingenieru für die AEG-Union tätig wurde. Dort stieg er bald zum Leiter des Bereichs der Elektrischen Bahnen und Lokomotiven auf. Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs meldete sich Popp 1914 vorübergehend bei seinem vormaligen Fliegerstützpunkt an der Adria zum Kriegsdienst, den er als Marine-Ingenieur ableistete.

Popp wurde jedoch in der zivilen Rüstungswirtschaft gebraucht: Man berief ihn in die österreichische Hauptstadt zurück, wo er bei der AEG und dann bei Austro-Daimler die Produktion von Flugmotoren beaufsichtigte. Da eine Lizenzvereinbarung mit den deutschen Flugmotoren-Herstellern Daimler und Benz nicht zustande kam, sah sich Popp nach anderen Unternehmen um, welche die nötige Kapazität für die Produktion der vom habsburgischen Militär geforderten Flugmotoren haben würde. Popp fand ein solches Unternehmen in den von Karl Rapp bei München betriebenen Rapp Motorenwerke. Im Herbst 1916 ging der österreichische Ingenieur daher im Auftrag der K.-u.-K.-Marine nach München, um dort die Produktion der Flugmotoren zu überwachen, wobei er in zunehmendem Maße auch Einfluss auf die Organisation des Betriebs gewann.

Nachdem sich Rapp selbst immer mehr aus der aktiven Geschäftsführung zurückgezogen hatte und die Rapp Motorenwerke Mitte 1917 in "Bayerische Motorenwerke GmbH" (BMW) umbenannt worden waren, stieg Popp zu deren Geschäftsführer auf. Popp wurde 1918 mit der Umwandlung des Unternehmens in eine Aktiengesellschaft zum Generaldirektor von BMW erhoben, was er bis 1942 blieb. Nach Ende des Ersten Weltkriegs war Popp ab 1918 maßgeblich an der Umstellung des Unternehmens auf die zivile Motorenproduktion beteiligt. Ab 1918 fertigte BMW etwa im Auftrag der Knorr Bremse AG Bremsen für den Eisenbahnbau in Bayern. Schließlich kam es 1922 zur Fusion der Bayerischen Flugzeugwerke (BFW) und der bisherigen BMW zu einem neuen Großunternehmen, das weiterhin unter der Bezeichnung BMW firmierte.

Nun setzte der Aufstieg von BMW zu einem der größten Motorenproduzenten im Flugzeug-, Motorrad- und schließlich Automobilbereich ein. 1923 entwickelte der bisherige Flugmotorenbauer mit dem "R32" das erste BMW-Motorrad. Das erste BMW-Automobil wurde mit der in englischer Lizenz entwickelten "Dixie" 1928 gebaut, nachdem BMW die Fahrzeugfabrik Eisenach erworben hatte. In den 1930er Jahren setzte Popp mit der Eröffnung einer neuen Flugmotorenfabrik in Allach und der Vergrößerung der Eisenacher Produktionsanlagen ganz auf Expansion. Auch die Brandenburgischen Motorenwerke in Berlin wurden 1939 für die Intensivierung des Flugmotorenbaus hinzugekauft. Im Bereich der Flugmotorenproduktion wurde BMW nun bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs auch für die nationalsozialistische Kriegsmaschinerie interessant.

Obwohl Popp gezwungenermaßen NSDAP-Mitglied war und als "Wehrwirtschaftsführer" titulierte, teilte er jedoch nicht die Ziele des Hitler-Regimes. So opponierte er vehement gegen eine einseitige Ausrichtung der BMW-Produktion auf die Kriegsrüstung. Differenzen und Verstimmungen zwischen Popp und den NS-Behörden führten zu Jahresbeginn 1942 die Beurlaubung des BMW-Chefs herbei. Dieser konnte zwar in den Aufsichtsrat eintreten, von dort aber keinen Einfluss mehr geltend machen. Nach Kriegsende geriet Popp 1945 in alliierte Haft. Im Entnazifizierungsverfahren 1947 zunächst als "Mitläufer" eingestuft, wurde er in der Berufung als "unbelastet" entlassen. Dennoch konnte er, trotz aller seiner Bemühungen, nicht mehr auf den Vorstandsvorsitz bei BMW zurückkehren.

Franz Josef Popp zog sich schließlich nach Stuttgart zurück, wo er am 29. Juli 1954 starb.


Persönlichkeiten der Automobilindustrie
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NameFranz Josef Popp

Geboren am00.00.1886

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortWien (A).

Verstorben am29.07.1954

TodesortStuttgart (D).

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