Biografie

Karl Maybach

Während sein Vater Wilhelm Maybach als Pionier der serienmäßigen Entwicklung des Automobils im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts gilt, zählt der Maschinenbauingenieur Karl Maybach zu den herausragenden Technikern und Unternehmern der deutschen Automobil- und Flugzeugindustrie der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Aus der erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Luftschiffbauer Ferdinand von Zeppelin entstand die Maybach-Motorenbau GmbH, die fortan in Friedrichshafen Motoren von hoher Qualität und Leistungskraft produzierte...

Persönlichkeiten der Automobilindustrie
Karl Maybach wurde am 6. Juli 1879 in Köln-Deutz geboren.

Sein Vater, Wilhelm Maybach, tat sich 1882 als Konstrukteur des ersten schnelllaufenden Benzinmotors hervor, der die Voraussetzung zur serienmäßigen Herstellung des Automobils bildete. Nach der Schule in Cannstatt absolvierte Karl Maybach eine Ausbildung in der Maschinenfabrik Esslingen. Danach nahm er ein Studium des Maschinenbaus an der Königlichen Baugewerkschule in Stuttgart auf, das er 1901 mit dem Diplom abschloss. 1902 trat Maybach als Ingenieur in die Maschinenfabrik Ludwig Löwe in Berlin ein. 1903 wechselte Maybach zur Daimler-Motorengesellschaft in Cannstatt.

Von 1903 bis 1904 verbrachte er als Gasthörer an der Universität Lausanne. Danach war er erneut für Daimler in Untertürkheim tätig. Im Jahr 1907 baute Maybach für Lavalette in Paris ein Automobil mit neuartigem Vergaser, der nicht in Brand geraten konnte. Danach konstruierte er für Ferdinand von Zeppelin einen geeigneten Motor für dessen Luftschiffe. Angesichts ihrer fruchtbaren Zusammenarbeit gründete Maybach zusammen mit Zeppelin 1909 die Luftfahrzeug-Motorenbau-GmbH in Bissingen, von wo das Unternehmen dann nach Friedrichshafen umzog.

Maybach fungierte von 1909 bis 1952 als Geschäftsführer und Chefkonstrukteur der Firma, die dann in Maybach-Motoren GmbH umbenannt wurde. In der Weimarer Republik und in den ersten Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft genoss der Maybach-Personenwagen wegen seiner technischen Leistungsfähigkeit großes Ansehen. Die so genannten Maybach-Motoren bewährten sich nicht nur als Höhenmotoren für Luftschiffe und Flugzeuge, sondern kamen während des Zweiten Weltkriegs auch für Panzer und Nutzfahrzeuge zum Einsatz.

Maybach entwickelte weiterhin auch Triebwagenmotoren für die Bahn, die etwa in den berühmten Zug des "Fliegenden Hamburgers" eingebaut wurden, der 1933 mit einer Geschwindigkeit von 160 Stundenkilometern den Rekord für Eisenbahnzüge aufstellte. Nach dem Zweiten Weltkrieg, der zur weitgehenden Zerstörung der Friedrichshafener Produktionsanlagen geführt hatte, setzte Maybach mit einem engen Mitarbeiterstab die Weiterentwicklung seines Unternehmens zunächst in Frankreich fort, bis er wieder die Produktionserlaubnis für Friedrichshafen erhielt.

Dort stellte das Unternehmen Motoren für Schiffe verschiedener Behörden wie der Polizei, dem Zoll und der Bundesmarine her. Auch für Diesel-Lokomotiven und Triebwagen lieferte die Firma Motoren in alle Welt. Maybach wurde 1954 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz geehrt. 1959, zum 50jährigen Firmenjubiläum, zeichnete man ihn mit einer Ehrenprofessur aus.

Karl Maybach starb am 7. Februar 1960 im Alter von 81 Jahren in Friedrichshafen. Er hinterließ seine Frau Käthe (geb. Lewerenz) und fünf Kinder.


Persönlichkeiten der Automobilindustrie

NameKarl Maybach

Geboren am06.07.1879

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortKöln-Deutz (D).

Verstorben am07.02.1960

TodesortFriedrichshafen (D).