Biografie

Gerhard Mayer-Vorfelder

Der Rechtswissenschaftler und Politiker begleitete eine lange landespolitische Karriere in Baden-Württemberg. Populär wurde Gerhard Mayer-Vorfelder als Sport-Funktionär und Präsident des "VfB Stuttgart". 2000 wurde er in das Exekutivkomitee der UEFA und 2001 durch die Delegierten des 37. DFB-Bundestages in Magdeburg zum DFB-Präsidenten als Nachfolger von Egidius Braun gewählt. 2006 endete seine DFB-Präsidentschaft, die er zuletzt in einer Doppelspitze mit Theo Zwanziger führte. Seit 2007 ist er Vizepräsident der UEFA und bis 2009 gewähltes Mitglied des UEFA-Exekutivkomitees...
Gerhard Mayer-Vorfelder wurde am 3.März 1933, als Sohn eines Oberregierungsrats, in Mannheim geboren.

Er besuchte die Volksschule in Karlsruhe und später Gymnasien in Waldshut und Freiburg im Breisgau. Nach dem Abitur im Jahre 1952 begann er ein Studium der Rechtswissenschaften in Freiburg und Heidelberg, das er 1959 mit dem Assessorexamen abschloss. Von 1959 bis 1963 war er als Regierungsrat beim Landratsamt Nürtingen tätig. Von dort wechselte er 1963 in die Kommunalabteilung des Innenministeriums Baden-Württembergs und wurde persönlicher Referent des Ressortministers Hans Filbinger, was er auch weiterhin blieb, als Filbinger 1966 das Amt des Ministerpräsidenten übernahm.

Von 1969 bis 1971 war Mayer-Vorfelder stellvertretender Leiter und 1971 bis 1976 Leiter der Grundsatzabteilung im Stuttgarter Staatsministerium. 1976 wurde er zum Staatssekretär ernannt. Nach der Landtagswahl 1980 wurde Mayer-Vorfelder im neuen Kabinett Lothar Späths Minister für Kultus und Sport. In Ausübung seines Amtes setzte er sich u.a. für eine Aufwertung der Hauptschule sowie der musischen Disziplinen ein und wandte sich gegen eine übertriebene Akademisierung des Schulunterrichts.

Anerkennung fanden auch seine Initiativen, durch Teilzeitarbeit und Beurlaubungen möglichst viele Stellen für junge Lehrer freizumachen, die dazu führten, dass Baden-Württemberg im Vergleich zu anderen Bundesländern eine hohe Beschäftigungsrate für Lehrer aufweisen konnte. Auf wenig Gegenliebe stießen 1989 und 1990 allerdings seine Versuche, die Arbeitszeit der Lehrer durch drei Ferientage zu verkürzen, sowie eine gymnasiale Ausbildung speziell für Hochbegabte durchzusetzen. Kritisch wurden auch seine Äußerungen aufgenommen; "es könne nicht schaden, wenn Schüler alle drei Strophen des Deutschlandliedes beherrschen und singen würden".

Nach der Landtagswahl von 1992 wurde Mayer-Vorfelder Finanzminister von Baden-Württemberg. "Eine strenge Ausgabendisziplin" machte er zu seinem finanzpolitischen Ziel und warnte vor überzogenen Forderungen der neuen Bundesländer. Für Aufsehen sorgten 1993 Gerüchte möglicher Verknüpfungen von politischen und privaten Interessen. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen Mayer-Vorfelder wegen Abrechnung einer Reise nach Südostasien wurden aber im November 1993 eingestellt.

Als Aufsichtsrat der staatlichen Toto-Lotto-GmbH geriet Mayer-Vorfelder 1994 unter starken politischen Beschuss, nachdem die Geschäftspraktiken des Lotto-Geschäftsführers Peter Wetter geprüft wurden. Mayer-Vorfelder räumte im Juni 1994 schwerwiegende Fehler in der Geschäftsleitung und im Aufsichtsrat ein. Einer Amtsenthebung auf Antrag der Opposition entging er nur dadurch, dass die SPD – damaliger Regierungspartner der Union – sich der Stimme enthielt. Im Juli 1994 schied Mayer-Vorfelder aus dem Aufsichtsrat aus.

Im Mai 1998 sorgten Enthüllungen über Vortragshonorare – ausgelöst durch den damaligen Bundesaußenminister Klaus Kinkel, der für einen Vortrag vor der Landeskreditbank eine größere Summe Geld erhalten hatte, die er der FDP spendete – auch bei Mayer-Vorfelder für einigen Wirbel. Im Oktober 1998 schied er aus dem Stuttgarter Kabinett aus und widmete sich intensiver dem Vorsitz des DFB-Ligaausschusses, den er seit 1986 inne hatte. Im Juli 2000 wurde er in das Exekutivkomitee der UEFA gewählt.

Im Oktober 2000 verabschiedete sich Mayer-Vorfelder, nach 25 Jahren, vom Amt des Präsidenten des "VfB Stuttgart" und wurde im April 2001, mit nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung, von den Delegierten des 37. DFB-Bundestages in Magdeburg zum neuen DFB-Präsidenten, als Nachfolger von Egidius Braun, gewählt. Ab 2001 war Mayer-Vorfelder Aufsichtsratsvorsitzender des WM-Organisationskomitees "2006 Deutschland" und seit 2002 Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees. Dieses Amt begleitete er bereits von 1992 bis 1998. Am 9. Juni 2004 einigte sich der DFB auf eine Doppelspitze aus den Kandidaten Theo Zwanziger und Gerhard Mayer-Vorfelder, die am 23. Oktober 2004 im Rahmen des 38. DFB-Bundestages in Osnabrück beschlossen wurde.

Am 8. September 2006 endete Mayer-Vorfelders DFB-Präsidentschaft. Ab 2007 wurde er Vizepräsident der UEFA. Bis 2009 wurde Mayer-Vorfelder gewähltes Mitglied des UEFA-Exekutivkomitees.

Gerhard Mayer-Vorfelder ist Träger des Bundesverdienstkreuzes am Band und des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern.

Er ist mit Margit Deutschle verheiratet und Vater von vier Kindern.

NameGerhard Mayer-Vorfelder

Geboren am03.03.1933

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortMannheim (D).