Biografie

Johnny Cash

Der Südstaaten-Farmersohn fand seine Liebe zur Gitarre und zur Musik während seines Aufenthalts als US-Soldat in Deutschland (1950-1954). Seine Mischung aus Rock und Country war völlig neu und bot großes Potential. Sein musikalisches Spektrum reichte von den 1950er Jahren mit Country, Gospel, Rockabilly, Blues, Folk und Pop bis hin zum Alternative Country Ende der 1990er Jahre. Als "Man in Black" wurde Johnny Cash zur lebenden Legende, der trotz tiefster Abstürze immer wieder einen Weg nach ganz Oben fand. Legendär wurden seine Konzerte in den Gefängnissen Folsom und San Quentin Ende der 1960er Jahre. Cash nahm Zeit seines Lebens über 1.500 Songs auf; etwa 500 Songs hatte er selbst geschrieben und mehr als 50 Millionen Tonträger verkauft...
Johnny Cash wurde am 26. Februar 1932 in Kingsland, im US-Bundesstaat Arkansas geboren.

Gemeinsam mit sechs Geschwistern wuchs er in ärmlichen Verhältnissen als Sohn eines Farmers auf. Nach Beendigung der High School 1950, trat er als Soldat der US-Air Force bei und wurde im bayerischen Landsberg stationiert. Zu dieser Zeit, Anfang der 1950er Jahre als US-Soldat in Deutschland, machte er seine ersten musikalischen Schritte und freundete sich mit der Gitarre an. Sein erstes Exemplar erwarb er ebenfalls in Deutschland und auch seine erste Country-Band, die "Landsberg-Bavarians", gründete Johnny Cash hier. Nach seiner Entlassung aus der Armee 1954 ging er nach Memphis, Tennessee, und schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch. Zu dieser Zeit heiratete Cash in erster Ehe Vivian Liberto.

Er bewarb sich bei dem renommierten Platten-Label Sun Records, das den zu dieser Zeit aufstrebenden Elvis Presley unter Vertrag hatte, wurde aber zunächst wegen seiner zu unkommerziellen Musik abgewiesen - Cash befasste sich hauptsächlich mit Gospel und biblischen Texten. Johnny Cash überdachte daraufhin seinen Stil, schloss sich mit der Gruppe "Tennessee Three" zusammen und schrieb die Songs "Hey Porter" und "Cry, Cry, Cry". Mit diesen sprach er erneut bei Sam Phillips von Sun Records vor, der ihm diesmal Gehör schenkte. Johnny Cashs einzigartige Mischung aus Rock und Country war völlig neu und bot großes Potential. Der Erfolg der ersten beiden Stücke stellte sich umgehend ein, 1957 wurde schließlich Johnny Cashs erste LP veröffentlicht: "Johnny Cash with his old and blue Guitar".

Nach erneuten Meinungsverschiedenheiten mit Sun Records, wechselte Cash 1958 zu Columbia Records, denen er bis 1987 treu blieb. Er tourte mit den namhaftesten Stars seiner Zeit wie Elvis Presley, Jerry Lee Lewis und der von ihm sehr verehrten June Carter, einer Tochter von Country-Legende Maybelle Carter, die mit der "Carter Family" in den 1930er und 1940er Jahren große Erfolge feierte. Das musikalische Spektrum reichte von Country, Gospel, Rockabilly, Blues bis Folk. Sein nahezu kometenhafter Aufstieg blieb jedoch nicht ohne Folgen. Johnny Cash verlor sich immer tiefer in seiner Alkohol- und Drogensucht, ohne die er die über 300 Auftritte pro Jahr nicht mehr bewältigen konnte. Neben einigen Autounfällen unter Alkoholeinfluss, gipfelte seine Drogensucht in einem Gerichtsverfahren wegen Schmuggels von Amphetaminen über die mexikanische Grenze.

Die Liebe zu June Carter musste sich zehn Jahre lang auf die Bühne beschränken, da beide bereits verheiratet waren. Schließlich bekannten sie sich zu einander und Cash war bereit, Junes Hilfe anzunehmen: "Because you're mine, I walk the Line". Sie half ihm aus dem Drogensumpf und zum christlichen Glauben. Johnny Cash und June Carter heirateten am 1. März 1968. Fortan traten sie meist zusammen auf und komponierten gemeinsam, so auch den Welthit "A Ring of Fire". Zu seiner erneut steigenden Popularität verhalfen Cash auch seine legendären Auftritte in Gefängnissen - auch die Mitschnitte aus dem "Folsom State Prison" und "San Quentin" Ende der 1960er Jahre wurden legendär. In den 1970er Jahren befand sich Johnny Cash auf dem Zenit seiner Karriere.

Fortan trug er ausschließlich schwarze Kleidung, woher auch sein Spitzname "Man in Black" herrührte. Seine Autobiografie trägt denselben Titel, und in einem gleichnamigen Song lässt er den Grund für seine Entscheidung, nur noch schwarz zu tragen, erkennen. In den Jahren 1969 bis 1971 moderierte Cash seine eigene Fernsehshow. Nach einem Auftritt im Weißen Haus vor Präsident Richard Nixon sagte dieser über ihn: "Johnny Cash ist die wahre Stimme Amerikas, so reichhaltig und stark wie die Nation selbst". In seinen Titeln machte sich Cash stark für Unterprivilegierte und Minderheiten und bezog kritisch Stellung zu politischen und gesellschaftlichen Themen. 1980 wurde er in die "Country Music Hall of Fame" aufgenommen. Gleichzeitig wurde es deutlich ruhiger um Johnny Cash, der Zeitgeist war ein ungnädiger für die Country-Music Szene.

Nach mehreren zurückgezogenen Jahren schaffte Cash Mitte der 1990er Jahre ein unerwartetes und dadurch umso furioseres Comeback. Mit dem Produzenten Rick Rubin, der u.a. durch seine Arbeit mit den "Red Hot Chili Peppers" bekannt war, nahm er 1994 das Album "American Recordings" auf. Gemeinsam drehten sie dem alten Nashville-Staub den Rücken zu und begründen die Vorlage für eine junge Country- und Folk-Bewegung. Insgesamt entstanden vier gemeinsame Alben. Trotz zunehmender gesundheitlicher Probleme, Cash litt seit 1997 an Parkinson, stand er unermüdlich im Studio, um sein Vermächtnis fertig zustellen. Cash nahm Zeit seines Lebens über 1.500 Songs auf; etwa 500 Songs hatte er selbst geschrieben und mehr als 50 Millionen Tonträger verkauft. Er wurde mit 15 Grammy Awards ausgezeichnet; darunter einen 1999 für sein Lebenswerk.

Des Weiteren erhielt er sechs Mal eine Auszeichnung der "Country Music Association". 1980 wurde er in die "Country Music Hall of Fame" und 1992 in die "Rock and Roll Hall of Fame" aufgenommen. Bis zu Elvis Presleys Aufnahme in die "Country Music Hall of Fame" im Jahr 1998 war Cash der einzige Künstler, dem beide Ehrungen zuteil wurden. Am 15. Mai 2003 verstarb seine Frau June nach einer Herzoperation. Trotz des schweren Verlustes, oder gerade deswegen, stürzte sich Cash weiter in seine Arbeit mit Rick Rubin. Aber auch seine zunehmenden gesundheitlichen Schwierigkeiten forderten ihren Tribut. Im September 2003 wurde er in das Krankenhaus von Nashville verbracht.

Johnny Cash starb hier am 12. September 2003 im Alter von 71 Jahren an den Folgen seiner Krankheit. Postum wurde die 5CD-Box "Unearthed" veröffentlicht. Außerdem kam im Februar 2006 die Verfilmung seines Lebens in die Kinos. Unter der Regie von James Mangold verkörperte Joaquin Phoenix die Country-Legende und Reese Witherspoon seine Frau June in "Walk the Line". Der Film wurde bei den "Golden Globe Awards 2006" mit einem Preis bedacht.

NameJohnny Cash

Geboren am26.02.1932

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortKingsland, Arkansas (USA).

Verstorben am12.09.2003

TodesortNashville, Tennessee (USA).