Biografie

Giacomo Casanova

Der berühmte und berüchtigte italienische Abenteurer wurde als Liebhaber zahlloser Frauen weltbekannt. Dabei wurde sein Name Synonym für die Kunst der Verführung. Giacomo Casanova, studierter Jurist, führte ein bewegtes Leben vom Theatergeiger, über Leutnant bis zum Lotteriedirektor. Seine ab 1790 verfassten Memoiren "Histoire de ma vie" in 15 Bänden fanden vor allen Dingen wegen ihrer darin geschilderten erotischen Geschichten einen breiten Leserkreis; dennoch geben sie auch Aufschluss über das zeitgenössische kulturelle Leben im 18. Jahrhundert...
Giacomo Casanova wurde als Sohn eines Schauspielerehepaars am 2. April 1725 in Venedig geboren.

Casanova wurde von seiner Großmutter groß gezogen, da sich die Eltern auf einer Tournee befanden und im April 1725 der Vater an einer Mittelohrentzündung starb. Obwohl sein Wunschstudium Medizin war, studierte Casanova ab 1737 an der Universität Padua Rechtswissenschaften. Doch den Beruf des Anwalts übte er nicht aus, stattdessen eignete er sich umfangreiche medizinische Kenntnisse an. Sie tauchen auch in seinen Schriften auf. Die finanzielle Not ließ ihn 1739 wieder nach Venedig zurückkehren. Dort setzte er seine Studien fort. 1740 wurde Casanova Geistlicher und erhielt ein Jahr darauf die vier niederen Weihen.

Doch bereits nach drei Jahren gab es den geistlichen Beruf wieder auf. Casanova begab sich 1742 wieder nach Padua, um dort zum Doktor utriusque juris zu promovieren. Seine Doktorarbeit handelte üblicherweise sowohl vom Kirchen- als auch Zivilrecht. Für fast ein Jahr war er ab Juni 1744 für den Kardinal Acquaviva in Rom tätig. In diesem Zusammenhang wurde er auch von Papst Benedikt XIV. empfangen. Danach schloss er sich dem venezianische Regiment Bala in Korfu an, nachdem er sich in Venedig eine Uniform schneidern ließ und ein Leutnantspatent erwarb. Doch als eine versprochene Beförderung ausblieb, verließ er 1746 das Militär wieder. Er verdiente sich dann als Geiger in einem Theater seinen Lebensunterhalt.

Kurz darauf wurde er in zwei Notar-Kanzleien juristisch tätig. Doch darin fand er nicht seine Erfüllung, und Casanova widmete sich dem Glücksspiel. 1753 wurden ihm zwei Affären mit Nonnen des Klosters Santa Maria degli Angeli in Venedig nachgesagt. Seine Leichtfertigkeit brachte ihn 1755 in die Bleikammern von Venedig, der Anstoß war ein Gedicht Casanovas, das nicht den zeitgenössischen religiösen Vorstellungen entsprach. Im Jahr darauf konnte er aus dem damals sichersten Gefängnis entfliehen. Casanova wurde 1757 zum Direktor der französischen Lotterie ernannt. In dieser Zeit leistete er auch militärische Kundschafterdienste. Ab dem Jahr 1758 nannte sich Casanova mit einem selbstverliehenen Adelstitel "Chevalier de Seingalt".

Papst Clemens XIII. schlug ihn 1760 zum Ritter des Goldenen Sporns und ernannte ihn zugleich zum Apostolischen Protonotar extra urbem. Vier Jahre später wurde er von Friedrich dem Großen in Berlin und Katharina die Große in Petersburg zu einer Audienz empfangen. Ab 1776 war Casanova als Geheimagent der Inquisition tätig und bezog 1780 bis 1781 ein festes Gehalt für diese Tätigkeit. Ab 1784 arbeitete Casanova als Sekretär des venezianischen Botschafters Foscarini. Nach dessen Tod 1785 übernahm er die Stelle des Bibliothekars beim Grafen Waldstein in Dux. Ab 1790 begann Casanova die Arbeiten an seinen 15-bändigen Memoiren "Histoire de ma vie". Erstmals wurde sie 1821 auszugsweise veröffentlicht.

Besonders die erotischen Geschichten darin fanden einen großen Leserkreis, obwohl das Werk auch Aufschlüsse über kulturhistorische Gegebenheiten gibt. 1798 erkrankte Casanova an einem Blasenleiden.

Giacomo Casanova starb am 4. Juni 1798 in Dux.

NameGiacomo Casanova

Geboren am02.04.1725

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortVenedig (I).

Verstorben am04.06.1798

TodesortDux (I).