Biografie

Hussein ll. (Jordanien)

Der haschemitische Monarch Hussein bin Talal regierte von 1952 bis 1999 als König Hussein ll. von Jordanien. Er gehört zu den großen Herrschern der neuzeitlichen arabischen Welt. Hussein ll. war bei seinem Volk sehr beliebt. Um an wirtschaftliche Unterstützung von außen heranzukommen, demokratisierte er sein Herrschaftssystem ein Stück weit. Sein besonderes Engagement galt dem Frieden im Nahen Osten. 1974 erkannte er das Alleinvertretungsrecht der PLO an. 1994 beendete er mit Yitzhak Rabin den seit 1967 bestehenden Krieg mit Israel. Hussein ll. regierte 46 Jahre lang als Regierungschef, so lange wie kein anderer Monarch im Nahen Osten vor ihm...
Hussein ll. bin Talal wurde am 14. November 1935 geboren.

Hussein ll. bin Talal war als Sohn von Talal und Enkel von Abdallah ibn Hussain, des Sohnes des Scherifen Hussein von Mekka, zur Welt gekommen. Neben Hassan II. von Marokko wurde er in der arabischen Welt als einer der beiden Herrscher jener Zeit angesehen, die als direkte Nachkommen des Propheten Mohammeds galten. Seine Schulausbildung erhielt Hussein am Victoria College in Alexandria, Ägypten. Ab 1951 besuchte er die Royal Military Academy Sandhurst im Vereinigten Königreich. Er übernahm nach der Abdankung seines Vaters Talal im Jahr 1952 die Herrschaft in dem haschemitischen Königreich von Jordanien. Der Vater musste wegen einer Geisteskrankheit die Regierungsgeschäfte aufgeben.

Da Hussein zu diesem Zeitpunkt erst 17 Jahre alt war, übernahm zunächst ein Regentschaftsrat die Regierungsherrschaft in der Monarchie. Anfang Mai 1953 wurde er vor dem Parlament vereidigt. Zu seinen Aufgaben machte der junge Herrscher den Aufbau des Militärs. Nach der Gründung des Staates Israel war der Nahe Osten ein unsicheres Gebiet mit einem hohen Kriegspotenzial geworden. Vorrang hatten für Hussein allerdings die wirtschaftlichen und sozialen Angelegenheiten seines Landes. Die damalige Gesamtbevölkerung von rund eineinhalb Millionen Menschen bestand aus circa 600.000 Palästinenser-Flüchtlingen und 450.000 Jordaniern aus dem Westjordanland. In dieser Bevölkerungsmischung bestanden akute soziale Brennpunkte, die es für den Herrscher zu lösen galten.

Nicht nur, dass die Jordanier größtenteils in Flüchtlingslagern lebten, auch die Wirtschaft des Landes lag danieder. Massenweise Flüchtlinge kamen aus Israel nach Jordanien, die auch ernährt werden mussten, und belasteten zusätzlich die Wirtschaft des Landes. Aus eigener Kraft konnte Hussein von Jordanien diese Problematik nicht lösen, er war auf ausländische Hilfe angewiesen. Hussein wusste um die Bedeutung dieser Unterstützung von außen. Um das wirtschaftliche und politische Überleben seines Volkes in dem unruhigen Nahost-Gebiet zu sichern, wagte er so manche politische Gratwanderung. Der im Nahen Osten dominierende ägyptische Staatspräsident Gamal Abd el Nasser übte in der Suezkrise Druck auf König Hussein aus. Dieser behielt in dieser Angelegenheit aber Neutralität.

Beim Sechstagekrieg verlor Hussein Ostjerusalem und die Westbank an Israel. Nach diesem Krieg schwollen die Flüchtlingsströme weiter an. Die sozialen Probleme für Jordanien und seinen Herrscher verstärkten sich. Im sogenannten "Schwarzen September" im Jahr 1970 ging Hussein von Jordanien gegen die Palästinensische Befreiungsorganisation PLO, die von Jassir Arafat geleitet wurde, vor. Diese Aktion begründete das feindliche Verhältnis zwischen Arafat und Hussein. Die PLO plante in Jordanien einen Staat im Staat aufzubauen. Im Yom-Kippurkrieg im Jahr 1973 verhielt sich Hussein abermals neutral. Hussein konnte sich nicht entscheiden zwischen einer Ablehnungsfront gegenüber Israel, so wie vom Irak vertreten, und einem Kompromisskurs der Ägypter. 1974 erkannte er das Alleinvertretungsrecht der PLO an.

Nach dem Friedensvertrag zwischen Ägypten und Israel stellte er in den Jahren von 1978 bis 1984 die diplomatischen Beziehungen zu Ägypten ein. Danach wählte er einen vermittelnden Umgang. Die Wirtschaftsmisere des Landes zeigte sich in den achtziger und neunziger Jahren immer deutlicher. Jordanien war kein reiches Ölland. Es gab dort kaum Bodenschätze und auch keine wirtschaftsstarke Industrie. Jordanien stützt sich hauptsächlich auf seinen Tourismus und seine Landwirtschaft als Wirtschaftskraft. 1990 erfasste eine weitere Wirtschaftskrise das Land. Die Folge davon war, dass König Hussein sein Land öffnete, er ließ eine beschränkte Demokratisierung seines Herrschaftssystems zu. Für das Ausland erfüllte er damit gestellte Bedingungen, so dass ihm Wirtschaftshilfen gewährt wurden.

Vor dem zweiten Golfkrieg nahm er eine vermittelnde Haltung gegen Iraks Herrscher Saddam Hussein ein. Die Stimmung der jordanischen Bevölkerung, der sich Hussein anpasste, richtete sich gegen den Westen. Daraufhin schloss sich der jordanische König in den Jahren 1990 und 1991 nicht einer Front gegen den Irak an. Hunderttausende von Flüchtlingen aus Saudi-Arabien und Kuwait erschwerten die wirtschaftliche Situation von Jordanien weiterhin, die Hussein ll. bin Talal nur durch Wirtschaftshilfe aus dem westlichen Ausland meistern konnte. Sie wurde ihm gewährt, da sich der jordanische König einer Friedenslösung im Nahen Osten anschloss. Er befürwortete das Friedensabkommen zwischen Israel und der PLO. Zur Errichtung eines palästinensischen Staates hatte Hussein im Jahr 1988 auf das Westjordanland verzichtet.

Am 26. Juli 1994 schloss er in Washington mit Yitzhak Rabin den formellen Frieden mit Israel. Privat war Hussein mit Sharifa Dina bint 'Abdu'l-Hamid, Antoinette Avril Gardiner, Alia Baha ed Toukan und Elizabeth (Lisa) Najeeb Halaby, genannt "Noor Al Hussein" (Licht Husseins) viermal verheiratet. Dabei wurde er Vater von zwölf Kindern. Kronprinz Abdullah II. (1962) stammte aus seiner zweiten Ehe mit Antoinette Avril Gardiner (1961-1972).

Hussein ll. bin Talal starb am 7. Februar 1999 an den Folgen einer Krebserkrankung.


Die Staats- und Regierungschefs Asiens

NameHussein bin Talal

AliasHussein ll. (Jordanien)

Geboren am14.11.1935

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortAmman

Verstorben am07.02.1999

TodesortAmman