Biografie

Yitzhak Rabin

Der Sohn russisch-jüdischer Emigranten war Generalstabschef der israelischen Streitkräfte sowie Verteidigungsminister und Ministerpräsident Israels. Das Amt des Ministerpräsidenten hatte er erstmals von 1974 bis 1977 und von 1992 bis zu seiner Ermordung im Jahre 1995 zweimal inne. Er galt als Kampfveteran der jüdischen Siedlungsbewegung in Palästina und des jungen israelischen Staates. Seit 1973 engagierte sich Yitzhak Rabin für die israelische Arbeitspartei in führenden Staatsämtern. 1994 erhielt Rabin gemeinsam mit seinem damaligen Außenminister Schimon Peres und dem damaligen Chef der palästinensischen Autonomiegebiete, Jassir Arafat, den Friedensnobelpreis. Als israelischer Premier leitete er durch Abkommen mit der PLO einen vielversprechenden Friedensprozess ein, dessen innerisraelischen Widerständen er selbst zum Opfer fiel...
Yitzhak Rabin wurde am 1. März 1922 als Sohn von Nehemiah Robichov und Rosa Cohen in Jerusalem (Palästina) geboren.

Seine Eltern waren russisch-jüdische Emigranten. Nach dem Besuch jüdischer Schulen in Tel Aviv kämpfte Rabin im Zweiten Weltkrieg auf Seiten der jüdischen Selbstverteidigungsorganisation "Haganah". Nach Kriegsende geriet er im Zuge der beginnenden Auseinandersetzungen mit der britischen Mandatsmacht 1946 in britische Gefangenschaft. Im ersten arabisch-israelischen Krieg von 1948/49 war Rabin maßgeblich an den Verteidigungsmaßnahmen für den neugegründeten Staat Israel beteiligt. Im Anschluss an eine Militärausbildung in England leitete Rabin ab 1953 die Ausbildungsabteilung der israelischen Armee. Von 1956 bis 1959 führte er das Kommando an der syrischen Grenze.

Danach war Rabin für die israelische Armee in Tel Aviv eingesetzt, wo er von 1960 bis 1964 als stellvertretender Generalstabschef fungierte. 1964 erhob man ihn zum Generalstabschef. Aufgrund seiner entscheidenden Mitwirkung am israelischen Sieg im Sechs-Tage-Krieg von 1967 avancierte Rabin in der Öffentlichkeit Israels zum Nationalhelden. Gegen Jahresende schied er jedoch aus dem aktiven Militärdienst aus, um sich der Diplomatie zuzuwenden. Von 1968 bis 1973 war er als diplomatischer Vertreter Israels in Washington eingesetzt. Rabin kehrte im Frühjahr 1973 nach Israel zurück, um dort der Arbeitspartei beizutreten, für die er erstmals in das Parlament, die Knesset, einzog. Zugleich trat er als Arbeitsminister in die Regierung von Golda Meir ein. Infolge des Rücktritts Meirs im Frühjahr 1974 avancierte Rabin zum neuen Ministerpräsidenten.

Dieses Amt nahm er bis zu seinem Rücktritt im April 1977 wahr, als Shimon Peres kurzzeitig Regierungschef wurde. Während der folgenden Regierung des Likudblocks übte sich Rabin von 1977 bis 1984 in der Opposition. Dann übernahm er in der Großen Koalition von Arbeitspartei und Likud 1984 die Leitung des Verteidigungsministeriums. In dieser Funktion, die Rabin bis 1990 wahrnahm, trug er 1985 zum israelischen Rückzug aus dem Libanon, aber auch ab 1987 zur blutigen Unterdrückung der "ersten Intifada", des Aufstandes der vorwiegend jugendlichen palästinensischen Bevölkerung, bei. Dennoch entwickelte der Verteidigungsminister auch Initiativen für einen langfristigen Friedensprozess im Nahen Osten. Im Vorfeld der Knesset-Wahlen vom Juni 1992 setzte sich Rabin endgültig als Spitzenkandidat der Arbeitspartei gegenüber seinem Rivalen Shimon Peres durch.

Nach den Wahlen schied der Likud aus der Regierung aus und der neue Ministerpräsident Rabin bildete im Juli 1992 eine neue Regierung. Während seiner folgenden Amtszeit als Regierungschef trieb Rabin, der zugleich als Verteidigungsminister firmierte, den Friedensprozess unter permanenten Stockungen und gegen Widerstände aus dem In- und Ausland weiter voran. Höhepunkt der Friedensbemühungen bildete im September 1993 die Unterzeichnung der gegenseitigen Anerkennung und der israelisch-palästinensischen Grundsatzerklärung durch Jassir Arafat und Rabin in Washington. Am Zustandekommen des Gaza-Jericho-Abkommens war Shimon Peres als Außenminister entscheidend beteiligt. 1994 erhielt Rabin gemeinsam mit seinem Peres und Jassir Arafat den Friedensnobelpreis.

Obwohl das Abkommen zunächst diplomatische Annäherungen zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarstaaten nach sich zog und Rabin, Peres und Arafat 1994 den Friedensnobelpreis bescherte, geriet seine Ausführung bald ins Stocken. Rabin hatte bei der Umsetzung der Vereinbarungen mit dem innenpolitischen Widerstand jüdischer Fundamentalisten und Siedler zu kämpfen. Von palästinensischer Seite torpedierten radikale Gruppen wie "Hamas" durch Terrorakte in Israel den Friedensprozess. Dennoch konnte die Befriedung der Region durch das Autonomie-Abkommen für das Westjordanland vom September 1995 nochmals vorangebracht werden. Kurz danach wurde Rabin auf einer öffentlichen Friedensversammlung in Tel Aviv durch einen fundamentalistisch-jüdischen israelischen Studenten ermordet.

Yitzhak Rabin starb in Tel Aviv am 4. November 1995. Obwohl zahlreiche arabische Staatsleute an der Beisetzung Rabins teilnahmen und sogar der langjährige Gegner Arafat durch einen Kondolenzbesuch in Israel das politische Werk Rabins anerkannte, versandete der mühsam eingeleitete Friedensprozess unter den nachfolgenden israelischen Regierungen. Angesichts des sich erneut verschärfenden israelisch-palästinensischen Antagonismus, der sich schließlich um die Jahrtausendwende im Ausbruch der sogenannten "zweiten Intifada" entlud, scheint es beiden Seiten an der geeigneten Integrationsfigur zu mangeln, die sich wie Rabin an die Spitze eines wirklichen Friedensprozesses stellen könnte. Rabin hinterließ seine Frau Lea Schloßberg, mit der er seit 1948 verheiratet war, und zwei Kinder.


Die Staats- und Regierungschefs Asiens

NameYitzhak Rabin

Geboren am01.03.1922

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortJerusalem (IL).

Verstorben am04.11.1995

TodesortTel Aviv (IL).

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