Biografie

Kenzo Tange

Der japanische Architekt gehört zu den weltweit populärsten und bedeutendsten Baumeistern der Moderne. Vor allem in den 1950er Jahren trat Kenzo Tange mit seinem neuen Konzept hervor, das die Schlichtheit des französischen Architekten, Malers und Designers Le Corbusier und die japanische Bautradition miteinander verbindet. Er avancierte zum Hauptvertreter des "Neuen Bauens" in Japan. In den Jahren von 1963 bis 1974 lehrte Kenzo als Professor an der Universität Tokio. Die Planung der Olympiahallen in Tokio und die Gestaltung der Weltausstellung in Osaka bestätigen Kenzo Tanges Weltruf. 1987 wurde ihm der Pritzker Architektur-Preis, die höchste Auszeichnung dieser Branche, verliehen...

Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.
Kenzo Tange wurde am 4. September 1913 in Imabari, Shikoku Island, geboren.

Nach seinem Schulabschluss besuchte Kenzo Tange die Universität Tokio und studierte Architektur. 1936 schloss er sein Studium ab. Im Anschluss daran arbeitete er zunächst bis 1941 für Kunio Maekawa. Danach studierte Tange Stadtplanung an der Tokioter Universität. Bereits 1946 wurde er dort Assistent. Zu seinen Schülern zählten unter anderem Fumihiko Maki, Koji Kamiya, Arata Isozaki, Kisho Kurokawa und Taneo Oki. 1959 erlangte Kenzo Tange seinen Abschluss mit dem Titel des Diplom-Ingenieurs. Zwei Jahre später eröffnete er das Architekturbüro "Kenzo Tange + Urtec". Später benannte er es um in "Kenzo Tange Associate". In den Jahren von 1963 bis 1974 lehrte Kenzo Tange als Professor an der Universität von Tokio.

Bereits früh versuchte der japanische Architekt avantgardistische Strömungen mit traditioneller Baukunst seines Landes zu kombinieren, östliche und westliche Baukultur miteinander zu mischen. Er wurde ein gefragter Lehrmeister, der an zahlreichen internationalen Universitäten dozierte, so zum Beispiel am Massachusetts Institute of Technology, an der Harvard Universität, an der Yale Universität, an der Princeton Universität, an der Washington Universität, am Illinois Institute of Technology, an der Universität Berkeley von Kalifornien und an den Universitäten von Alabama und Toronto. In den späten 1960er Jahren wandte sich Kenzo Tange dem Internationalen Stil zu. Im Laufe der Zeit entwickelte der Japaner seine Bauformen weiter, und er fand zu einer klaren strukturalen Ordnung. Kenzos "Plan for Tokyo 1960" erregte weltweites Aufsehen.

Darin propagierte er sein außergewöhnliches Konzept zur Erweiterung der Millionenmetropole Tokio durch Megastrukturen und andere Lösungen. 1964 entstanden in Tokio die Olympiahallen, für deren Gestaltung Kenzo Tange ebenso verantwortlich zeichnete. Städteplanerisches Engagement zeigte Kenzo Tange 1967 auch im italienischen Bologna und bei der Planung einer neuen Stadt mit 60.000 Einwohnern im italienischen Catania. Die Firma Olivetti beauftragte den japanischen Meisterarchitekten das Firmen-Hauptquartier in Japan zu entwerfen. Nach seinen Plänen wurde auch die Weltausstellung von 1970 in Osaka gestaltet. Besonders die beiden letzten Projekte festigten den Weltruf des japanischen Architekten. In seinem architektonischen Schaffen ließ er sich von dem französischen Architekten, Maler und Designer Le Corbusier beeinflussen.

Auch inspirierten ihn die Metabolisten mit ihrer Betonung der Funktionalität, dennoch schloss er sich ihnen nicht an. Mit seiner Architektur wirkte Kenzo Tange bestimmend auf die zeitgenössischen Baustile. Zu seinen zahllosen Auszeichnungen zählen unter anderem die Goldmedaille der RIBA, der AIA und der Französischen Akademie. 1987 wurde ihm der Pritzker Architektur-Preis, die höchste Auszeichnung dieser Branche, verliehen. Doch schon lange zuvor war sein Weltruhm begründet, so zum Beispiel mit dem Bauwerk Hiroshima Peace Center, das in der Zeit von 1949 bis 1956 erstellt wurde. Der Bau wurde zum Symbol des Friedens. Er steht als ein frühes Beispiel, in dem Kenzo Tange die neuartige Schlichtheit von Le Corbusier mit der traditionellen Baukunst Japans kombinierte. Kenzo Tanges einziges in den USA realisiertes Projekt ist der Erweiterungsbau des Art Museums in Minneapolis.

Die Maßnahme am neoklassischen Altbestand aus dem Jahr 1911 wurde 1975 abgeschlossen. Er wurde bereichert mit zwei großen symmetrischen Flügeln. Zu seinen weitere Projekten zählen unter anderem das Sogestsu Art Center in Tokio (Japan, 1957), die Kurashiki City Hall in Kurashiki (Japan, 1960), das Ichinomiya Rowhause in Ichinomiya (Japan, 1961), das Nichinan Cultural Center in Nichinan (Japan, 1963) oder die St. Mary`s Cathedral in Tokio (Japan, 1963). Viele Projekte von Kenzo Tange sprechen das Herz der Menschen an, was in der Absicht des Planers liegt; dennoch gestaltete er die Form, den Raum und die Erscheinung nach logischen Kriterien. Er verstand seine kreative Arbeit als eine Vereinigung von Technik und Menschlichkeit. Tradition in der Architektur erfüllt für ihn die Funktion eines Katalysators, die aber nicht mehr länger im Ergebnis wahrnehmbar wird.

Tradition ist für Kenzo Tange nicht mehr ein eigenständig kreatives Element, sondern hat lediglich an den kreativen Prozessen teil. Nach diesen Vorgaben realisierte er beispielsweise Bauten in Singapur, wie das Gebäude der Overseas Union Bank, das GB Gebäude, das Telekommunikationszentrum, das Gebäude des Nanynag Technologie-Instituts oder in Tokyo das Akasaka Prince Hotel, das Hanae Mori Gebäude, das Hyogo Prefectural Museum der Geschichte, das Yokohama Museum of Art oder das Hauptquartier der United Nations University.

Kenzo Tange starb am 22. März 2005 in Tokio.


Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.
Moderne Bauten

1949–1956:
Friedensmuseum Hiroshima

1953–1954:
Bibliothek des Tsuda College in Tokio

1955–1958:
Verwaltungsgebäude der Präfektur Kagawa in Takamatsu

1959:
Rathaus in Imabari

1964:
Hallen für Olympische Spiele in Tokio: Yoyogi National Gymnasium

1964–1965:
Internationales Konferenzzentrum in Kyoto

1965:
Kathedrale St. Marien (Tokio)

1986:
OUB Building in Singapur, mit 280 m und 60 Stockwerken höchster Turm des Stadtstaates

1991:
Tokyo Metropolitan Government Building, Regierungssitz der Präfektur Tokio (von 1991 bis 1993 mit 243 m das höchste Gebäude Japans)

1994:
Fuji Television Building in Tokio und Centro Direzionale in Neapel


Städtebauprojekt

1959:
Boston Bay Project (mit Studenten des MIT)

1960:
Tokyo Bay Project in Tokio

1965:
Skopje, Mazedonien

1967:
Fiera Distrikt in Bologna

1970:
Weltausstellung in Ôsaka, leitend in deren Planung tätig, Dach über dem Festplatz der Expo ’70

1976:
Bau der nigerianischen Planhauptstadt Abuja

NameKenzo Tange

Geboren am04.09.1913

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortImabari, Shikoku Island (J).

Verstorben am22.03.2005

TodesortTokio (J).