Biografie

Howard Hughes

Der US-amerikanische Multimillionär, Lebemann und Pilot feierte mehrere Erfolge als Regisseur und avancierte durch zahlreiche Beziehungen mit Filmdiven zur schillernden Persönlichkeit der Traumfabrik Hollywood. Als Unternehmer wurde er Eigner der Fluggesellschaft TWA und anerkannter Flugzeug-Ingenieur. Beim Eintritt Amerikas in den Zweiten Weltkrieg konstruierte Howard Hughes als sein Meisterwerk das größte Flugzeug der Epoche: die "Hercules", deren verspätete Fertigstellung jedoch auch das abrupte Ende seines größten Traumes bedeutete. Er zog sich in den 1960er Jahren aus der Öffentlichkeit zurück und verbrachte den Rest seines Lebens alleine in einem von ihm erworbenen Hotel in Las Vegas...

Pioniere der Luft- und Raumfahrt
Howard Hughes wurde am 24. Dezember 1905 in Houston, Texas, als Sohn eines wohlhabenden Werkzeugfabrikanten geboren.

Aufgewachsen ist er bei seinen Eltern in behüteten Verhältnissen. Während einer Cholera-Epidemie brachte die Mutter dem Kind eine panische Furcht vor Mikroben bei. Seine spätere Phobie vor Krankheiten hatte eine weitere Ursache: Mit 13 Jahren war Hughes für mehrere Wochen, nach einem Infekt, gelähmt. Seine schulischen Leistungen litten indes unter seiner technischen Leidenschaft, die sein Leben fortan entscheidend prägte. Zahlreiche Schul- und Internatswechsel waren die Folge, und der Abschluss der Highschool blieb ihm letztendlich versagt. 1921 zog er gemeinsam mit seinen Eltern nach Hollywood, Los Angeles. Im selben Jahr machte er eine Pilotenausbildung.

Durch Beziehungen des Vaters wurde es Hughes möglich, in Los Angeles ab 1922 am California Institute of Technology die Fächer Mathematik und Ingenieurswissenschaften zu studieren. Im Herbst 1923 starb seine Mutter, kurz darauf, im Januar 1924, sein Vater. Der 18jährige Hughes wurde Alleinerbe, mehrfacher Millionär und größter Anteilseigner der profitablen Werkzeugfabrik für Öl-Bohrköpfe "Hughes Tools". Von den neuen Möglichkeiten als Geschäftsmann fasziniert, trat Hughes jedoch nicht in die Fußstapfen seines Vaters, sondern produzierte als Regisseur zusammen mit Lewis Milestone in den nächsten zwei Jahren die drei Filme "Everybody's Acting", "The Racket" und "Two Arabian Nights", der 1927 einen Oscar als beste Komödie erhielt. 1930 folgte "Hell's Angels" ("Höllenflieger") mit Ben Lyon, James Hall und Jean Harlow.

Mangelnde Qualität und rückständige Technik veranlassten ihn mehrmals zur Wiederholdung der Dreharbeiten. Immer wieder wurde der Kriegsfilm überarbeitet, so dass der Steifen am Ende mit vier Millionen Dollar der teuerste bis dahin produzierte Hollywood-Film war. Auch wurde die Produktion nach ihrer Fertigstellung erstmals vertont. Am Ende belichtete man das Werk mit einer unvorstellbaren Menge von 1.000 Kilometern Film, wobei nur ca. ein Prozent davon letztlich gezeigt wurde. Dennoch war der Film ein wirtschaftlicher Erfolg, der Hughes große Anerkennung bescherte. In den folgenden Jahren entstanden noch weitere Produktionen wie etwa "The Front Page" (1931), "Scarface" (1932) und "The Outlaw" (1943). In dieser Zeit avancierte Hughes zur schillernden Figur der Traumfabrik mit weitreichenden Kontakten, die auch in die Industrie reichten.

Dazu pflegte er Beziehungen zu einflussreichen Persönlichkeiten ebenso wie zu Filmstars. So hatte er geschäftliche und private Beziehungen zu den Filmdiven Katharine Hepburn und Ava Gardner, durch die er regelmäßig in die Schlagzeilen geriet. Neben seiner filmschaffenden Tätigkeit fand Hughes auch zu seiner Leidenschaft, der Technik, zurück. Gemeinsam mit dem Ingenieur Glenn Odekirk begann er mit der Konstruktion und Entwicklung von zivilen Flugzeugen. Mit dem Projekt "H1" entwickelte Hughes das erste Flugzeug nach eigenen Plänen. Dieses verfügte über einige Neuheiten wie dem erstmals eingesetzten versenkbaren Fahrwerk. Die Leistungen der "Hughes 1" waren beachtlich.

Im Jahr 1935 stellte er mit dieser Maschine einen neuen Geschwindigkeitsrekord für Flugzeuge mit über 352 mph auf. Hughes stürzte später während eines Testfluges ab, blieb aber unverletzt. Nun begann er mit den Plänen zum Bau von Verkehrsflugzeugen. Aufträge erhielt Hughes von der renommierten US-amerikanischen Fluggesellschaft TWA. Nachdem diese in finanzielle Schieflage geraten und zu befürchten war, dass TWA Hughes Flugzeugpläne ausschlagen könnte, erwarb er 1939 kurzerhand die Aktienmehrheit der TWA. Sein Ziel war es, die Linie weiter auszubauen und dadurch der größten Fluggesellschaft seiner Zeit, der PanAm, Marktanteile abzuziehen. Dazu sollten Hughes Flugzeuge Atlantiküberquerungen anbieten. Zum energischen Gegner des Projekts avancierte PanAm-Gründer Juan Trippe, der exzellente Kontakte in die Politik hatte.

Mit einem im Jahr 1939 selbst konstruierten Flugzeug gelang es dem Piloten Hughes, während der Übernahme der TWA, die Erde zu umfliegen. Mit der Unterstützung des Industriellen Henry Kaiser konnte er den US-Kongress 1942 davon überzeugen, 18 Millionen Dollar für die Konstruktion eines Flugbootes für militärische Einsätze zu bewilligen. Das als Truppen- und Materialtransporter ausgerichtete Flugzeug musste jedoch aufgrund des Aluminium- und Stahlmangels der Kriegsjahre aus Holz gebaut werden. Die aus Fichtenholz entstandene "Herkules HK-1" sollte als "Spruce Goose" (Fichtengans) in die Geschichte eingehen, obgleich sie bis Kriegsende noch nicht fertiggestellt war. 1946 stürzte Hughes während eines Testfluges mit einem militärischen Aufklärer über einem Wohngebiet in den Bergen von Beverly Hills ab.

Er überlebte schwerverletzt: 70 Prozent seiner Haut waren verbrannt. Zahlreiche innere Verletzungen und ein komplizierter Beinbruch sowie Kopf- und Rückenverletzungen bescherten ihm künftig eine Gehbehinderung. Aus der Schmerzbehandlung mit Morphin entwickelte er außerdem eine Suchtabhängigkeit. Auch verstärkten sich seine hygienischen Phobien, die es ihm unmöglich machten, Menschen die Hand zu geben oder selbst unsterile Oberflächen zu berühren. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Hughes beschuldigt, sich an Rüstungsaufträgen persönlich bereichert zu haben. Vor einem Untersuchungsausschuss des Senats musste er sich dafür verantworten, Steuergelder verschwendet und Politiker bestochen zu haben. Entkräftet wurden die Vorwürfe, nachdem Hughes Verbindungen des Untersuchungsvorsitzenden zur Fluggesellschaft PanAm hatte nachweisen können.

Im November 1947 konnte sich Hughes mit der flugfähigen Fertigstellung der "Spruce Goose" als Ingenieur rehabilitieren. Darüber hinaus legte er nun sein Meisterwerk vor: Das mit 8 Propellern ausgerüstete Transportflugzeug mit einer Spannweite von 97m war in der Lage, über 700 Passagiere ohne Unterbrechung über 5000 Km weit zu befördern. Allerdings war mit der Beendigung des Krieges die Rechtfertigung eines so großen Transporters verschwunden; auch machte es keinen Sinn mehr, das Flugzeug aus Holz zu konstruieren. Trotz des Erfolges verlor der Ingenieur kurz darauf seinen Lebenssinn. Er zog sich in den 1960er Jahren aus der Öffentlichkeit zurück und verbrachte den Rest seines Lebens alleine in einem von ihm erworbenen Hotel in Las Vegas. Sein psychisches Krankheitsbild machte Hughes paranoid. Er vertraute nur noch den wenigsten Menschen und konsumierte Unmengen an Rauschmitteln.

Den Prototyp der "Spruce Goose" konnte Hughes nur mit großen finanziellen Kosten in einem Hangar vor seiner Verschrottung bewahren. In den letzten zwanzig Jahren seines Lebens wurde Howard Hughes nie wieder in der Öffentlichkeit gesehen oder gar fotografiert.

Howard Hughes starb am 5. April 1976 an den Folgen seiner Morphiumsucht auf einem Flug von Acapulco nach Houston. Er hinterließ ein geschätztes Vermögen von 2,5 Milliarden Dollar. Bei seinem Tod waren etwa 50.000 Personen in seinen Betrieben und Unternehmungen beschäftigt. Noch zu Lebzeiten hatte er das "Hughes Medical Institute" gegründet. Diese Forschungseinrichtung gilt nach der "Bill and Melinda Gates Foundation" weltweit als zweitgrößte Stiftung zur Förderung biomedizinischer Forschung. Die "Spruce Goose" sollte nach dem Tod ihres Konstrukteurs in Einzelteile zerlegt werden, um Teile von ihr in verschiedenen Museen auszustellen. Der südkalifornische Aero Club bewahrte, mit finanzieller Unterstützung der Wrather Corporation, das Fugzeug vor diesem Schicksal.

Im Jahr 1983 wurde das Flugboot erstmals in einem eigens gebauten Hangar im Hafen von Long Beach der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 2001 überführte man die "Spruce Goose" ins "Evergreen Aviation Museum" nach McMinnville, Oregon. Einem großem Publikum wurde die Geschichte Howard Hughes' in der Kinoverfilmung von Martin Scorsese im Jahr 2005 nähergebracht. Unter dem Titel "Aviator" erweckte Leonardo DiCaprio die Figur Hughes in der Zeit von 1927 bis 1947 zu neuem Leben. Die Filmbiographie erhielt im Vorfeld der Oscar-Verleihung von 2005 insgesamt 11 Nominierungen.


Pioniere der Luft- und Raumfahrt

NameHoward Hughes

Geboren am24.12.1905

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortHouston, Texas (USA).

Verstorben am05.04.1976

TodesortLas Vegas (USA).