Biografie

Henri Rousseau

Der französische Maler war der bedeutendste Vertreter der naiven Malerei und Wegbereiter des Surrealismus. Bis zu seinem 35 Lebensjahr tat der Autodidakt Henri Julien Félix Rousseau dienst als Beamter der Pariser Steuerbehörde, ehe er zum Künstler von Weltrang aufstieg. Seine exotische Serie "Dschungelbilder" (1891-1910) begründete seine internationale Beachtung. Rousseaus Bilder vermischten Realität und Traum zu einer poetisch-phantastischen Atmosphäre ohne jede Aggression. Von dieser Vision sollte der Betrachter eingenommen werden, um Ursprüngliches und Rätselhaftes zu finden. Solche Komponente hatten auf die folgende Kunstgeschichte, zentral auf die Surrealisten, nachhaltige Wirkung...
Henri Julien Félix Rousseau wurde am 21. Mai 1844 als Sohn des Klempnermeisters und Eisenwarenhändlers Julien Rousseau und seiner Frau Eleonore im französischen Laval geboren.

Rousseau galt als schwacher Schüler, liebte aber Dichtung und Musik. Eine höhere Schulausbildung brach er ab, um sich zum Militärdienst zu melden. Von 1863 bis 1867 war er in einer Kanzlei tätig. 1868 siedelte er nach Paris über. Dort arbeitete er zunächst als Gerichtsvollzieher und darauf als Steuerbeamter beim Pariser Finanzamt. Seither wurde Rousseau "Der Zöllner" (Le Douanier) genannt, ein Umstand, der vielfach zur der Verwechselung führte, Rousseau währe selbst als Zöllner tätig gewesen. Rousseau hatte keinerlei künstlerische Ausbildung. Erst im Alter von 35 Jahren fand er die Malerei für sich. Seine Arbeiten führte er neben seiner beruflichen Tätigkeit aus.

Im Jahr 1880 begann er mit der Malerei im naiv-realistischen Stil. Er erfuhr darin unter anderem von dem Bildhauer und Maler Jean Léon Gérôme Unterstützung. Ab 1884 fertigte er Kopien von alten Meistern im Louvre an. 1885 ließ sich Rousseau aus seiner Beamtentätigkeit in den Ruhestand versetzen, damit er sich ganz auf das Malen konzentrieren konnte. Er erwarb einen Schreibwarenladen, in dem er seine Bilder verkaufte. Im Jahr darauf hatte er seine erste Ausstellung im Salon des Indépendants; dort zeigte er sein Bild "Ein Abend im Karneval" (1886). Es folgten dort regelmäßig weitere Veranstaltungen mit seinen Bildern. 1890 machte er die Bekanntschaften von Paul Gauguin, Georges Seurat, Lucien Pissarro und Odilon Redon, die ihn nun auch unterstützten.

Im Jahr 1891 entstand das exotische Dschungelbild "Sturm im Dschungel", dem bis 1910 weitere folgten, wie "Tigerjagd" (1895), "Schlafende Zigeunerin" (1897) oder "Die Schlangenbeschwörerin" (1907). Sie verhalfen ihm zum Durchbruch. Seine Bilder vermischten Realität und Traum zu einer poetisch-phantastischen Atmosphäre ohne jede Aggression. 1905 stellte er erstmals im Salon d`Automne aus. Das Publikum schmunzelte oder spottete sogar über die Werke, doch die etablierten Künstler der Avantgarde rezipierten seine Werke mit bewunderndem Respekt. Bald aber wurde sein außergewöhnliches Genie erkannt und gewürdigt. Um die Jahrhundertwende eröffnete er eine Kunstschule in Paris. Ab 1906 pflegte Rousseau eine enge Verbindung mit Robert Delaunay und dem "Naiven"-Schriftsteller Wilhelm Uhde.

Außerdem hatte er Zutritt zu dem Umfeld von Pablo Picasso und zu dem Schriftsteller und Kritiker Guillaume Apollinaire, die zu seiner Auszeichnung ein Festbankett im Bateau Lavoir organisierten. Apollinaire lobte den Maler Henri Rousseau und seinen Kunststil in vorgetragenen Hymnen. Eingegangen in die Kunstgeschichte ist diese Veranstaltung wegen der Äußerung von Rousseau an Picasso: "Genau besehen, sind wir, Du und ich, die größten Maler; ich im modernen Stil, Du im ägyptischen." Henri Rousseaus Bilder zeigen eine Mischung aus Wirklichkeit und Realität, die der Künstler zu einer phantastischen magisch-traumhaften Stimmung aufbereitete. Seine Bildmonumentalität schließt an die Werke großer sogenannter primitiver Meister der italienischen Frührenaissance an.

Rousseaus Malstil war prägend für das Schaffen verschiedener moderner Künstler. Seine Komponenten hatten auf die folgende Kunstgeschichte, zentral auf die Surrealisten, nachhaltige Wirkung.

Henri Rousseau starb am 2. September 1910 in Paris.

NameHenri Rousseau

Geboren am21.05.1844

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortLaval (F).

Verstorben am02.09.1910

TodesortParis (F).