Biografie

Henning Scherf

Der promovierte Jurist engagierte sich seit 1963 für die Bremer SPD, für die er von 1972 bis 1978 den Landesvorsitzenden stellte und von 1978 bis 1995 mehrere Senatorenämter in der Landesregierung übernahm. Von 1995 bis 2005 amtierte Henning Scherf als Bürgermeister und Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen. Als Ministerpräsident bemühte er sich um einen "bürgernahen" Politikstil. Seine persönliche Popularität übertraf bei weitem die seiner Partei und seiner Regierung...

Die Ministerpräsidenten der Bundesrepublik Deutschland
Henning Scherf wurde am 31. Oktober 1938 in Bremen geboren.

Nach dem Abitur nahm Scherf 1958 ein Studium der Rechtswissenschaft und Soziologie an der Universität Freiburg auf. Er studierte auch an den Universitäten Hamburg und Berlin und schloss mit den beiden juristischen Staatsexamen ab. Bereits während des Studiums engagierte sich Scherf politisch: 1963 trat er in die SPD ein. Im Jahr 1968 promovierte Scherf zum Dr. jur. Im Anschluss an die Studien war Scherf bis 1971 als Rechtsanwalt in Bremen tätig. 1971 zog er bei den Kommunalwahlen in die Bremische Bürgerschaft ein, in der er bis 1978 vertreten war. 1972 berief man ihn außerdem zum Landesvorsitzenden der SPD in Bremen. Dieses Amt nahm er bis 1978 wahr.

Im Jahr 1978 trat Scherf als Senator für Finanzen in die Regierung unter Hans Koschnick ein. Ein Jahr später wechselte er auf den Posten des Senators für Jugend und Soziales. 1984 trat er außerdem in den Bundesvorstand der SPD ein. In den Jahren von 1985 bis 1991 nahm Scherf auch die Funktion des Bürgermeisters und Stellvertreters des Regierungschefs, d.h. des Senatspräsidenten Klaus Wedemeier, wahr. 1987 wurde er vorübergehend zum kommissarischen Senator für Gesundheit und Sport berufen. Scherf war dann von 1990 bis 1995 Senator für Bildung und Wissenschaft sowie von 1991 bis 1995 Senator für Justiz in Bremen. Bei den Bürgerschaftswahlen 1995 erlitt die SPD erhebliche Stimmverluste. Der amtierende Senatspräsident Wedemeier trat daraufhin zurück.

In seiner Nachfolge wurde Scherf zum Regierungschef des Landes Bremen berufen. Als Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen stand Scherf seither einer Großen Koalition aus SPD und CDU vor. Daneben begleitete er auch das Amt des Senators für Kirchenangelegenheiten und des Senatskommissars für Datenschutz. Scherf wurde außerdem Vorsitzender des Vermittlungsausschusses von Bundestag und Bundesrat. Nach zwei Legislaturperioden führte Scherf aufgrund seiner großen Popularität die Bremer SPD bei den Bürgerschaftswahlen 2003 erneut zu einem Wahlsieg. Während der laufenden Legislatur beabsichtigte der Bremer Regierungschef sein Amt an einen Nachfolger zu übergeben.

Im November 2005 trat Scherf als Regierungschef zurück. Er machte für sein Ausscheiden persönliche Gründe geltend. Obwohl er in den vorangegangenen Jahren mehrfach seinen Rücktritt angekündigt hatte, kam seine tatsächliche Entscheidung letztlich für alle überraschend. Zu Scherfs Nachfolger im Amt des Ministerpräsidenten wurde am 8. November 2005 Jens Böhrnsen gewählt.


Die Ministerpräsidenten der Bundesrepublik Deutschland

NameHenning Scherf

Geboren am31.10.1938

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortBremen (D).