Biografie

Grete Schickedanz

Die gelernte Kauffrau und Unternehmerin begleitete von der Lehre bis zu ihrem Tod für nahezu sieben Jahrzehnte den erfolgreichen Aufstieg eines kleinen Versandgeschäfts für Kurz- und Wollwaren zu einer der größten Versandhandelsgruppen. Grete Schickedanz wirkte dabei an der Seite ihres Mannes und Unternehmensgründer Gustav Schickedanz (1895-1977) maßgeblich an der Ausgestaltung und Fortentwicklung der "Quelle Schickedanz AG & Co." mit...

Menschen und Marken
Grete Schickedanz wurde am 20. Oktober 1911 in Fürth als Grete Lachner geboren.

Als Tochter einer kinderreichen Familie wuchs sie in ärmlichen Verhältnissen auf. Nach der Schule begann Schickedanz 1927 eine kaufmännische Lehre in einer Großhandlung, die Gustav Schickedanz (1895-1977) für den Versand von Kurz- und Wollwaren 1923 in Fürth gegründet hatte. Grete Lachner gehörte zu den ersten Beschäftigten des noch 1927 in "Quelle" umbenannten Versandgeschäftes, das eine rasche Umsatzsteigerung erfuhr. 1936 konnte das Unternehmen bereits auf mehr als eine Million Stammkunden verweisen. Nach dem Abschluss der Lehre bewährte sich Grete Lachner so sehr in der Einkaufsabteilung des Hauses, dass ihr schon bald deren Leitung anvertraut wurde. Die engste Mitarbeiterin des Unternehmensleiters heiratete schließlich 1942 Gustav Schickedanz, der 1929 in einem tragischen Verkehrsunfall Frau und Sohn verloren hatte.

Im Jahr 1943 wurden die Unternehmensanlagen durch einen Luftangriff zerstört. Grete Schickedanz rief daraufhin ein Textilgeschäft in Hersbruck ins Leben, durch das sie die Geschäftsbeziehungen von "Quelle" zu seinen Lieferanten in die Nachkriegszeit hinein aufrechterhalten konnte. Nach Kriegsende begannen die Schickedanz, das Unternehmen wiederaufzubauen. Gegen Ende der 1940er Jahre florierte Quelle bereits wieder. 1954 wurde Grete Schickedanz zur Generalbevollmächtigten und zum Mitglied des Konzernbeirats berufen. Quelle expandierte in den folgenden Jahrzehnten weiter, so dass es 1974 etwa 36.000 Mitarbeiter beschäftigte. 1975 wurde das Versandunternehmen in die "Gustav und Grete Schickedanz Holding KG" umbenannt, in der beide als persönlich haftende Gesellschafter fungierten.

Nach dem Tod von Gustav Schickedanz im März 1977 kam es zu einer Umstrukturierung der Unternehmensführung, die nun einer "Gustav und Grete Schickedanz-Stiftung" übertragen wurde. Die Stiftung trat neben Grete Schickedanz selbst als Komplementärin der Holding "Gustav und Grete Schickedanz KG" auf. Sie machte auf vielfältige Weise ihren Einfluss in der Ausgestaltung des Unternehmens geltend. Dabei setzte sie neue Akzente in der Unternehmenskultur, indem sie sich verstärkt um soziale Aspekte kümmerte und für die weiblichen Beschäftigten einsetzte. In Fürth trug sie zur Gründung eines Altersheimes und eines Kindergartens bei, durch die bei Quelle beschäftigte Mütter entlastet werden sollten. Als Grete Schickedanz sich Anfang 1987 aus der aktiven Unternehmensführung zurückzog, übernahm vorübergehend Klaus Zumwinkel den Vorstandsvorsitz.

Die Unternehmerin behielt sich jedoch auch künftig als Vorsitzende des Verwaltungsrates und als stellvertretende Vorsitzende der Holding ein entscheidendes Mitspracherecht vor. Für ihre Leistungen als Unternehmerin erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. Man verlieh ihr das Große Bundesverdienstkreuz (1976) mit Stern (1981) und Schulterband (1991), den Bayerischen Verdienstorden (1979), die Ehrensenatorwürde der Universität Tübingen (1978), die Professorenwürde der Republik Österreich (1981), die "Goldene Bürgermedaille" von Fürth (1978) sowie die Ehrenbürgerwürde von Fürth (1981) und Hersbruck (1981). Sie erhielt weiter die Goldene Bürgermedaille von Fürth, deren Ehrenbürgerin sie war. Nach der Wiedervereinigung wirkte Grete Schickedanz an der Planung einer zweiten Versandniederlassung in Leipzig mit, die die Expansion von Quelle in den neuen Bundesländern unterstützen sollte.

Auch nach ihrem vollständigen Rückzug aus den Führungsgremien 1993 blieb Grete Schickedanz weiterhin persönlich haftende Gesellschafterin des Unternehmens.

Grete Schickedanz starb am 23. Juli 1994 in Fürth. Danach verblieb Quelle durch die alleinhaftende Komplementärin der "Gustav und Grete Schickedanz-Stiftung" im Besitz der Familie. Die Tochter aus Gustav Schickedanz erster Ehe, Louise Dedi, und die gemeinsame Tochter Madeleine Bühler nahmen die Führungsinteressen wahr. Louise ist mit Hans Dedi verheiratet, der bis 1989 den Vorstandsvorsitz von Quelle innehatte. Dessen bis 1997 amtierender Nachfolger Wolfgang Bühler ist mit Madeleine verheiratet.


Menschen und Marken

NameGrete Schickedanz

Geboren am20.10.1911

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortFürth (D).

Verstorben am23.07.1994

TodesortFürth (D).