Biografie

Heinrich Heine

Der Dichter zählt zu den bedeutendsten deutschen Schriftsteller und Journalisten des 19. Jahrhunderts; er gilt als "letzter Dichter der Romantik" und gleichzeitig als ihr Überwinder. Berühmt wurde Heinrich Heine nicht nur durch seine gewaltige Wortgewandtheit, sondern vor allen Dingen auch durch seine kritischen Töne gegen das Establishment. Literarisch bewegte er sich in der Spätromantik sowie im Jungen Deutschland. In seinen Werken vereinte er das Gefühl der Schwermut mit ironischer Betrachtung. Als Journalist begründete er nicht nur das Feuilleton, sondern auch den kritischen Ton. Er konnte, wie kaum ein anderer, auf alle gesellschaftlichen Schichten einwirken. Zeit seines Lebens wurde er in Deutschland wegen seiner jüdischen Abstammung geächtet und kritisiert...
Heinrich Heine wurde am 13. Dezember 1797 als erster Sohn eines jüdischen Textilkaufmanns in Düsseldorf geboren.

Aufgewachsen ist Heine in Frankfurt a.M. und in Hamburg, wo er auch die Schule besuchte. Von 1819 an studierte er Jura in Bonn, Göttingen und Berlin und promovierte im Jahr 1825 zum Abschluss. Bereits während dieser Zeit entstanden erste literarische Arbeiten, die er jedoch noch unter einem Pseudonym veröffentlichte. Er gründete mit Hilfe seines Onkels in Hamburg eine Handelsgesellschaft für englische Tücher, das Unternehmen wurde jedoch nach einem Jahr wieder aufgelöst. Während seiner Studienzeit machte er die Bekanntschaft mit dem Philosophen des Idealismus, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, aus der sich mit den Jahren eine enge Freundschaft entwickelte. Im Oktober 1824 besuchte Heine Johann Wolfgang von Goethe in Weimar. 1825 trat er zu dem christlich evangelischen Glauben über und wurde in Heiligenstadt auf den Namen Christian Johann Heinrich getauft. Der Grund war, dass er sonst als Jude in Deutschland keinen juristischen Beruf hätte ausüben dürfen.

Ab 1826 wurde der Großteil seiner Werke vom Hamburger Verleger Julius Campe veröffentlicht. Bereits im ersten Jahr der Zusammenarbeit erschien der erste Teil der "Reisebilder", "Heimkehr", "Die Harzreise" und "Die Nordsee". Ohne je in seinem erlernten Beruf zu arbeiten, reiste er beeinflusst durch Hegel von 1827 bis 1831 nach England und Italien sowie in verschiedene deutsche Städte. Heine kritisierte in seinen schriftstellerischen und journalistischen Werken das überholte Feudalsystem des deutschen Königreiches und der Dudodezstaaten. Oftmals sah er sich deswegen der Willkür der Obrigkeit ausgesetzt. Seine zeitkritischen Schriften handelten stets auch von der Vorstellung einer am Lebensgenuss orientierten Idealgesellschaft, daher schloss er sich auch keiner Partei oder Bewegung an. 1831 entschloss er sich, Deutschland zu verlassen, und im Mai zog er als Korrespondent der Augsburger Allgemeinen Zeitung nach Paris. Hier verbrachte er, bis auf zwei kurze Deutschlandbesuche, den Rest seines Lebens. 1834 machte er in Paris die Bekanntschaft mit seiner späteren Lebensgefährtin Crescence Eugénie Mirat.

Im Jahr darauf, 1835, wurden in Preußen die gesamten Schriften aller Juden in Deutschland verboten, davon waren auch Heines Werke betroffen. 1836 erhielt Heine von der französischen Regierung Emigrationsschutz. Im selben Jahr erkrankte er an Gelbsucht. 1837 befiel ihn ein dramatisches Augenleiden, im Spätjahr erschien Heines dritter Band des "Salomon". 1841 machte er die Bekanntschaft mit dem deutschen Komponisten Richard Wagner und im Sommer heiratete er in Saint-Sulpice Crescence Eugénie Mirat, die er "Mathilde" nannte. 1844 erregte er durch seine Veröffentlichung der "Neuen Gedichte" und der politisch-satirischen Dichtung "Deutschland, ein Wintermärchen" beachtliches Aufsehen. Ab 1845 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand zunehmend.

Im Jahr 1848 arbeitete er als deutscher Berichterstatter über die Pariser Februarrevolution. Nach einem körperlichen Zusammenbruch diagnostizierte man bei Heine eine Rückenmarkschwindsucht. In den folgenden Jahren war er die meiste Zeit ans Bett gefesselt. Ab 1850 arbeitete er an seinen Memoiren.

Heinrich Heine, der bis in hohe Alter tätig war, starb am 17. Februar 1856 in Paris, wo er drei Tage später auf dem Montmartre Friedhof beigesetzt wurde.
1821 - Gedichte

1823 - Tragödien nebst einem lyrischen Intermezzo

1824 - Dreiunddreißig Gedichte

1826 - Reisebilder. Erster Teil

1827 - Buch der Lieder sowie Reisebilder. Zweiter Teil

1830 - Reisebilder. Dritter Teil

1831 - Einleitung zu Kahldorf über den Adel sowie Reisebilder. Vierter Teil

1832 - Französische Zustände

1833 - Über den Denunzianten

1834 - Der Salon. Erster Teil

1835 - Der Salon. Zweiter Teil

1836 - Der Salon. Dritter Teil

1836 - Die romantische Schule

1838 - Der Schwabenspiegel

1839 - Shakespeares Mädchen und Frauen sowie Schriftstellernöten

1840 - Ludwig Börne. Eine Denkschrift sowie Der Salon. Vierter Teil

1844 - Neue Gedichte

1847 - Atta Troll – Ein Sommernachtstraum

1851 - Romanzero und Der Doktor Faust. Ein Tanzpoem

1854 - Vermischte Schriften, 3 Bände



1857 - (postum) Tragödien

1869 - (postum) Letzte Gedichte und Gedanken

1884 - (postum) Memoiren

1892 - (postum) Heinrich Heines Familienleben. 122 Familienbriefe des Dichters und 4 Bilder

NameHeinrich Heine

Geboren am13.12.1797

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortDüsseldorf (D).

Verstorben am17.02.1856

TodesortParis (F).