Biografie

Günther Quandt

Der Sohn eines Tuchfabrikanten stieg in der Weimarer Republik und in Hitler-Deutschland zu einem der einflussreichsten Großindustriellen der deutschen Wirtschaft, Schwerindustrie und des Versicherungswesens auf. Ab 1931 zählte er zur Gruppe der Hitlertreuen Industriellen. 1937 übernahm Quandt innerhalb der nationalsozialistischen Diktatur die Funktion des Wehrwirtschaftsführers. Weiter wurde er u.a. Aufsichtsrat von Daimler-Benz, Deutsche Bank und AEG. Obwohl gegenüber der nationalsozialistischen Diktatur als "Mitläufer" eingestuft, konnte Günther Quandt auch in der Bundesrepublik der Nachkriegszeit seine bedeutende wirtschaftliche Stellung behaupten. Über die Aktiengesellschaft für Industriebeteiligungen, Stuttgart (Familienbesitz), machte er seinen Einfluss in vielen Bereichen geltend...
Günther Quandt wurde am 28. Juli 1881 als Sohn eines Tuchfabrikanten in Pritzwalk geboren.

Nach Abschluss der Oberrealschule in Berlin absolvierte er eine Ausbildung in der Textilindustrie. In dieser Zeit heiratete er Antonie Ewald (1884–1918). 1908 wurde der erste Sohn Helmuth (1908–1927) geboren. Ab 1909 leitete Quandt bereits mehrere Tuchfabriken in seiner Heimatstadt und in Wittstock. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs erhob man ihn 1915 zum Leiter der Reichswolle AG. 1918 starb seine Frau an der Spanischen Grippe. Bis 1922 arbeitete Quandt als Referent im Reichswirtschaftsministerium der ersten deutschen Demokratie. In der Weimarer Republik war er auch für die "Reichsstelle für Textilwirtschaft" tätig. Am 4. Januar 1921 heiratete Quandt die 19 Jahre alte Magda Ritschel (1901–1945). Zehn Monate später wurde am 1. November 1921 Sohn Harald geboren.

Im Jahr 1922 wechselte Quandt zur Kali-Industrie, um für die Kali-Werke Wintershall und für die "Akkumulatoren-Fabrik AG" in Berlin und Hagen, zunächst "AFA AG", dann ab 1962 "Varta AG" genannt, tätig zu werden. Überdies war er nun an der Reorganisation der "Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik" beteiligt. Quandt stieg während der Weimarer Republik und auch nach der nationalsozialistischen Machtübernahme durch Adolf Hitler zu einem der aktivsten und einflussreichsten Unternehmer und Wirtschaftsfunktionäre Deutschlands auf: Quandt war bis 1929 der Ehemann von Magda, die zwei Jahre später den nationalsozialistischen Propagandaminister Josef Goebbels heiratete. Ein Jahr davor, 1928, erlangte Quandt die Kontrolle über die Berlin-Karlsruher Industrie-Werke AG .

Ab 1931 zählte er zur Gruppe der Hitlertreuen Industriellen. Im selben Jahr wurde er Mitglied der Gesellschaft zum Studium des Faschismus, die als ein Bindeglied zwischen konservativen Kreisen und der NSDAP fungierte. Am 1. Mai 1933 trat er der NSDAP bei. Finanziell unterstütze er nun großzügig die Partei. Während seine Betriebe Zulieferanten für die Rüstungsindustrie wurden, wurde er selbst zum Vorzeigeindustriellen erhoben. Seine Geschäftsaktivitäten umfassten Unternehmen in der Textil-, Kali- und Hüttenindustrie wie auch in der Versicherungsbranche. 1937 übernahm Quandt innerhalb der nationalsozialistischen Diktatur die Funktion des Wehrwirtschaftsführers. Auch in persönlicher Hinsicht wies der Großindustrielle enge Bindungen mit dem Hitler-Regime auf. Unter anderem wurde er auch Aufsichtsrat von Daimler-Benz, Deutsche Bank und AEG.

Indes wurde das AFA-Hauptwerk in Hagen die Leitfertigungsstelle für weitere AFA-Werke in Hannover, Wien und Posen. Hier produzierte das Unternehmen, neben den Batterieanlagen für U-Boote, vor allem Spezialbatterien für Torpedos und Raketen, wie der "V2". Weiter wurden Batterien für Panzerfahrzeuge, Funk- und Radargeräte sowie für Kampfflugzeuge hergestellt. Dazu beschäftige er tausende Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge. In der unmittelbaren Nachkriegszeit wurde Quandt durch ein Entnazifizierungsverfahren zum "Mitläufer" (1948) erklärt. Dennoch gelang es ihm, sich im Zuge von Aufschwung und Wirtschaftswunder in der Bundesrepublik wieder eine anerkannte Stellung als Unternehmer zu erobern. Die Geschäftsaktivitäten des Quandt-Imperiums wurden durch die Familiengesellschaft "AG für Industriebeteiligungen" von Stuttgart aus koordiniert.

Günther Quandt starb am 20. Dezember 1954 auf einer Urlaubsreise in Kairo.

Die Leitung seines Unternehmens hatten bereits kurz zuvor die Söhne Harald Quandt (1921-1967), der in der Folge die Leitung des Geschäftsbereichs Metall mit der Firmengruppe "Industriewerke Karlsruhe AG" besorgte, und Herbert Quandt übernommen.

NameGünther Quandt

Geboren am28.07.1881

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortPritzwalk (D).

Verstorben am20.12.1954

TodesortKairo (ET).