Biografie

Helmut Qualtinger

Der Österreicher war als Schauspieler, Kabarettist und Schriftsteller tätig. Durch die Veröffentlichung seines Ein-Mann-Stückes "Der Herr Karl" im Fernsehen wurde Helmut Qualtinger einem breiten Publikum, sowohl als Schauspieler wie auch als Schriftsteller, bekannt. Sein Wiener Dialekt diente der pointierten und scharfzüngigen Abbildung des Wiener Kleinbürgertums. Er selbst sah sich in der Traditionslinie von Johann Nestroy, Ödön von Horváth oder Karl Kraus. Qualtinger machte sich einen Namen als Schauspieler, indem er in zahlreichen Verfilmungen von Literaturvorlagen mitwirkte. Darüber hinaus spielte er in dem bekannten Kino-Krimi "Der Name der Rose" (1985) nach der Romanvorlage von Umberto Eco...
Helmut Qualtinger wurde am 8. Oktober 1928 als Sohn eines Gymnasialprofessors in Wien geboren.

Qualtinger besuchte in Wien das Gymnasium und schloss seine Schulzeit mit dem Abitur ab. Danach begann er ein Medizinstudium, das er aber bald aufgab. Danach arbeitete er als Journalist, schrieb Texte für das Kabarett und Theater und lieferte filmkritische Beiträge für die "Welt am Abend". 1946 gründete er das "Studio der Hochschulen" in Wien, eine Studentenbühne. Zwei Jahre später wurde sein Schauspiel "Jugend vor Schranken" in Graz uraufgeführt. Es entwickelte sich zu einem Skandal. In der ersten Hälfte der 1950er Jahre wurde er Mitglied in der Kabarettgruppe Bronner, Merz und Kehlmann. Zusammen mit Carl Merz schrieb Qualtinger mehr als 100 Kabarettstücke für die Gruppe.

Darunter zählte beispielsweise der Titel "Brettl vor dem Kopf" zu den Erfolgsaufführungen oder "Dachl überm Kopf". Als "Glasl vorm Auge" trat die Kabarettgruppe im Fernsehen auf. Die Programmnummern des Ensembles waren so erfolgreich, dass sie auch als Schallplatte, in Buchform oder über die Zeitung Verbreitung fanden. Ende der 1960er Jahre war Schluss mit dem Kabarett. Zusammen mit Carl Merz verfasste Qualtinger das satirische Ein-Mann-Stück "Der Herr Karl". Darin wurde der opportunistische Kleinbürger bissig karikiert, indem er sein Spießbürgertum und seine Mitläuferhaltung auf der Bühne präsentierte sowie die Plattheit des Bösen aufzeigte. Qualtinger spielte selbst die Rolle des "Herrn Karl". Anfänglich wurde das Stück mit ablehnender Empörung aufgenommen, doch dann entwickelte es sich zum Erfolg.

Dazu erschien gleichfalls eine Schallplattenversion. Die Aufführungen wurde auch im Fernsehen übertragen. Helmut Qualtinger spielte in zahlreichen Theater- und Fernsehaufführungen mit, in denen literarische Vorlagen umgesetzt wurden. Er selbst sah sich in der Traditionslinie von Johann Nestroy, Ödön von Horváth oder Karl Kraus. Mit Stücken von Kraus begab sich Qualtinger auf eine Tourneereise durch die Bundesrepublik. 1952 heiratete er die Journalistin Leomare. Aus dieser Verbindung ging der Sohn Christian Heimito hervor. Weniger Erfolg als Schauspieler und Autor bescherte ihm das satirisch-groteske Drama "Die Hinrichtung", das Qualtinger zusammen mit Merz verfasste. Es wurde im März 1965 im Wiener Volkstheater uraufgeführt. Das Stück handelt von der Sensationsgier, die sich bis zum Perversen steigert, als sich ein Familienvater für Geld hinrichten lassen will. Dazu gab es auch eine Fernsehfassung.

Im Jahr 1969 wirkte Helmut Qualtinger in dem Kriminalstück "Kurzer Prozess" mit, das vom Fernsehen gesendet wurde. In dieser Zeit spielte er den Titus Feuerfuchs in dem im Wiener Volkstheater aufgeführten Meisterstück "Talisman" von Johann Nestroy. In den 1970 ausgestrahlten sechs Fernsehfolgen "Die Berufe des Herrn K." spielte er die Hauptrolle. Gleichfalls den Titelpart übernahm er in Shakespeares "König Johann" in der Fassung von Friedrich Dürrenmatt. 1971 wirkte er in Ludwig Anzengrubers "Das vierte Gebot" mit, das als Fernsehspiel gesendet wurde. 1971 wurde er ausgezeichnet mit der Goldenen Kamera Filmband in Gold für seine Rolle als Anselm Eibenschütz in der verfilmten Erzählung "Das falsche Gewicht" von Joseph Roth. Im Jahr darauf wirkte er als Dorfrichter Adam in Heinrich Kleists Lustspiel "Der zerbrochene Krug" am Thalia Theater in Hamburg.

Im Jahr 1973 bereiste er die Bundesrepublik und las aus Hitlers "Mein Kampf". Die Lesereise wiederholte er im Jahr 1985 in Österreich. 1973 siedelte Qualtinger nach Hamburg über. Im gleichen Jahr gab er sein Regie-Debüt ab bei der Aufführung des Schauspiels "Oberösterreich" von Franz Xaver Kroetz. Im Jahr darauf folgte seine Inszenierung des Stückes "Tod in Miami" von Gert Hofmann. In der gleichen Zeit spielte er in Anton Tschechows "Krankensaal 6" in einer Fernsehfassung mit. 1976 begab sich Qualtinger abermals auf Tournee in Begleitung von Vera Borek. Es kamen Texte von Johann Nestroy, Ödön von Horváth, Karl Kraus und eigene Arbeiten zur Lesung. 1980 verließ Qualtinger Hamburg und kehrte wieder nach Wien zurück. Dort spielte er am "Schauspielhaus". Im gleichen Jahr wirkte er zu den Wiener Festwochen erfolgreich als Regisseur an dem Stück "Die Unüberwindlichen" von Karl Kraus.

Im Jahr darauf übernahm er die Rolle des Theobald Maske in dem Lustspiel "Die Hose" von Carl Sternheim, das im Wiener Volkstheater aufgeführt wurde. 1981 startete Qualtinger zu einer Tournee durch die USA. Nach seiner Scheidung heiratete er die Wiener Schauspielerin Vera Borek, mit der er zuvor lange zusammenarbeitete. Seine letzte Rolle spielte er im Jahr 1985 in der aufwändigen Verfilmung des Kinokrimis "Der Name der Rose" nach der literarischen Romanvorlage von Umberto Eco. Darin spielte er neben dem berühmten US-amerikanischen Schauspieler Sean Connery den Kellermeister Remigio de Varagine.

Helmut Qualtinger starb am 29. September 1986 in Wien.

NameHelmut Qualtinger

Geboren am08.10.1928

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortWien (A).

Verstorben am29.11.1986

TodesortWien (A).