Biografie

Otto Strasser

Zusammen mit seinem Bruder Gregor Strasser gehörte der studierte Volkswirt zum "linken" Parteiflügel der NSDAP, der sich in Konkurrenz zu Adolf Hitler für eine Kombination völkisch-antisemitischer mit sozialistischen Parteiprogrammatiken stark machte. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme von 1933 entwickelte sich Otto Strasser zu einem der vehementesten Kritiker Hitlers, ließ aber durch sein Festhalten an völkisch-antisemitischen Positionen bis weit nach Kriegsende eine wirkliche ideologische Umkehr vermissen...
Otto Strasser wurde am 10. September 1897 als Sohn einer katholischen Beamtenfamilie in Geisenfeld (Oberbayern) geboren.

Im Jahr 1914 nahm er als Kriegsfreiwilliger am Ersten Weltkrieg teil. Strasser wurde mehrfach verwundet. Für seine militärischen Leistungen wurde er ausgezeichnet und zuletzt zum Oberleutnant befördert. Er studierte Volkswirtschaft und schloss sich nach einer kurzfristigen SPD-Mitgliedschaft 1925 der NSDAP an, in der bereits sein Bruder Gregor Strasser in leitender Position engagiert war. Beide Strasser-Brüder bauten in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre einen "linken" Parteiflügel in Norddeutschland auf, der zum Teil sozialdemokratische Arbeitskämpfe unterstützte und sich für eine antikapitalistische Programmatik der NSDAP einsetzte, die die Verstaatlichung von Industriebetrieben und Banken vorsah.

Strasser wirkte im Sinne dieser Ziele als Propagandaleiter der norddeutschen NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei). Er gab in der Reichshauptstadt ab 1926 die "Berliner Arbeiterzeitung" und die "NS-Briefe" heraus. Die Anknüpfung an die ursprünglich auch sozialistischen Ziele der nationalsozialistischen Bewegung brachten Strasser in einen sich zunehmend verschärfenden Gegensatz zu Adolf Hitler. Noch früher als sein Bruder trat daher Otto Strasser bereits am 4. Juli 1930 aus der NSDAP aus. Wenig später gründete Otto Strasser die "Kampfgemeinschaft revolutionärer Nationalsozialisten", die als "Schwarze Front" der NSDAP vergeblich Konkurrenz zu machen suchte. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme vom Januar 1933 sahen sich Strasser und seine Anhänger ins Exil zunächst nach Wien, dann nach Prag gezwungen.

Im Jahr 1938 wechselte Strasser in die Schweiz, 1940 nach Portugal. 1943 zog Strasser nach Kanada. Vom Ausland aus wirkte Strasser durch die Herausgabe der Zeitschrift "Die deutsche Revolution" und zahlreiche Publikationen gegen die Herrschaft Hitlers. Er vertrat dabei jedoch weiterhin nationalsozialistische Positionen, die eine ambivalente Kombination völkisch-antisemitischer und sozialistischer Inhalte aufwiesen. 1955 kehrte Strasser nach Deutschland zurück, um die ihm 1934 aberkannte deutsche Staatsbürgerschaft wiederzuerwerben. Seine nun ins Leben gerufene Partei der Deutsch-Sozialen Union blieb in der Bundesrepublik ohne Bedeutung. Ab 1956 zog er sich ins Privatleben zurück.

Otto Strasser starb am 27. August 1974 in München.

NameOtto Strasser

Geboren am10.09.1897

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortGeisenfeld (D).

Verstorben am27.08.1974

TodesortMünchen (D).