Biografie

Glenn Gould

Den kanadischen Musiker feierte man zunächst als Wunderkind, ehe er zu einem der bedeutendsten und extravagantesten Pianisten des 20. Jahrhunderts avancierte. Zum Genie erhoben, suchte der exzentrische Glenn Gould Zeitlebens die Isolation. In der Einsamkeit gelang es Gould die Musik zu sehen. Durch das Visualisieren von Tönen erdachte er innovative Neuinterpretationen. Werke von Beethoven, Bach oder Mozart gestaltete er in eigenwilliger und offenbarender Weise wieder. Mehrfach irritierte und empörte der Künstler sein Publikum. 1964 zog sich der menschenscheue an Agoraphobie erkrankte Gould von Bühne und Öffentlichkeit zurück...
Glenn Herbert Gould wurde am 25. September 1932 im kanadischen Toronto geboren.

Als Kleinkind entdeckte er das Klavier. Als Wunderkind konnte er bereits im Alter von drei Jahren einmal gehörte Melodien wiederspielen. Ab seinem fünften Lebensjahr komponierte er seine ersten Stücke. Mit 13 Jahren gab er 1945 sein erstes Solokonzert, worauf er zum Genie erhoben wurde. 1947 gab er sein Orchesterdebüt mit dem Toronto Symphony Orchestra. Ab seinem 20sten Lebensjahr gab er regelmäßig international beachtete Konzerte. In einer seltenen Fähigkeit gelang es Gould, die Musik zu visualisieren, wodurch zahlreiche Neuinterpretationen entstanden, die auf Meditation beruhten.

Werke von Ludwig van Beethoven, Johann Sebastian Bach oder Wolfgang Amadeus Mozart gestaltete er in eigenwilliger und offenbarender Weise wieder. Es folgten ab 1950 zahlreiche Plattenaufnahmen. Große Beachtung fand Glenn Gould mit der Einspielung der "Goldberg Variation" von Johann Sebastian Bach aus dem Jahr 1956. Als exzentrischer Künstler kauerte Glenn Gould gekrümmt vor dem Klavier; den Blick nahe auf die Tasten gerichtet. Ohne Pause summte er wechselnde Stimmen der Melodie mit. Auch bei Studioaufnahmen bestand er auf diese Freiheit, die unverkennbares Merkmal wurde.

Gould konzentrierte sich auf die Werke des Barocks. Dabei verstand er sich nicht als Interpret oder Komponist sondern viel mehr als Erneuerer. Er setze neue Schwerpunkte, wodurch unbeachtete Facetten und Details in den Vordergrund traten. Die sich verändernde Charakteristik der Stückte führte zu einer Polarisierung seiner Person. Während sich einige Irritierte und Empörte über sein Verhalten äußerten, wurde er von Anhängern als Jahrhundertpianist verehrt; für die er Kompositionen ein zweites Mal erschuf. 1964 gab Glenn Gould sein letztes Bühnenkonzert, worauf er sich aus der Öffentlichkeit zurückzog. Es folgten noch wenige, aber technisch perfekte Tonaufnahmen.

Im Jahr 1965 reiste er zu einer Expedition in die Antarktis. Gould war seelisch äußerst empfindsam. Er erkrankte an Agoraphobie und konsumierte darauf Medikamente, die er sich selbst verordnete (Agoraphobie: Angst vor der Auseinandersetzung mit Menschen). Seit seinem 30sten Lebensjahr litt er unter Angstattacken, die es ihm untersagten, öffentlichen Raum zu betreten. Nur wenige Vertraute konnten sich ihm nähern.

Glenn Gould starb am 4. Oktober 1982, mit 50 Jahren, an den Folgen eines Schlaganfalls und einer Lungenentzündung in Toronto.

NameGlenn Gould

Geboren am25.09.1932

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortToronto (CAN).

Verstorben am04.10.1982

TodesortToronto (CAN).