Biografie

Giuseppe Garibaldi

Der Volksbefreiungskämpfer gilt zusammen mit Graf Camillo Benso Cavour (1810-1861) und Giuseppe Mazzini (1805-1872) als das Helden-Triumvirat des italienischen Risorgimento, d. h. der neueren italienischen Nationalgeschichte, nach dem noch im entlegendsten Winkel und kleinstem Weiler des heutigen Italien die zentralsten Straßen und Plätze benannt werden. Innerhalb der italienischen Nationalbewegung des 19. Jahrhunderts verkörperte Garibaldi die schillerndste und mythenreichste Figur: ein charismatischer Abenteurer und "Mann der Tat", dem eine zähe Ausstrahlungskraft weit über Italien und Europa hinaus beschert war...
Giuseppe Garibaldi wurde am 4. Juli 1807 als Sohn einer Fischerfamilie in Nizza geboren.

Hier wuchs er auf und besuchte die Schule. Als Seemann trat er 1833 dem "Giovine Italia" (Jungen Italien) Giuseppe Mazzini bei, um sich nach dem Scheitern des ersten Aufstandsversuchs der konspirativen Organisation ab Februar 1834 ins Exil zu begeben. Es folgten verschiedene Heuer, die ihn u. a. 1836 bis nach Rio de Janeiro führten, wo er mit anderen italienischen Emigranten eine brasilianische Sektion des "Jungen Italien" gründete. Nach seiner Mitwirkung an der demokratischen und separatistischen Erhebung der brasilianischen Provinz Rio Grande do Sul sah er sich 1841 gezwungen, nach Montevideo in Uruguay auszuweichen.

Hier kämpfte er als Flottenkommandeur mit anderen italienischen Emigranten an der Seite der progressiv-demokratischen Kräfte Uruguays gegen die von Argentinien unterstützte antidemokratische Richtung. Die Revolutionsnachrichten aus Italien beendeten im Frühjahr 1848 das Engagement der "Italienischen Legion" im Bürgerkrieg von Uruguay, wo es Garibaldi immerhin bis zum Oberbefehlshaber aller Streitkräfte gebracht hatte. Nach Italien zurückgekehrt nahm Giuseppe Garibaldi 1848/49 mit seinen "Rothemden" genannten Freiwilligenverbänden am piemontesischen Krieg gegen Österreich teil. Die zähe, wenn letztlich auch erfolglose Verteidigung der Römischen Republik begründete seinen Ruhm in der liberal-demokratischen Bewegung aller italienischen Staaten.

Im September 1849 trieb ihn die Niederschlagung der Revolutionen in sein zweites Exil, das ihn über Tunis, Tanger und New York nach Peru führte. Dort übernahm er 1851 das Kommando eines Handelsschiffes, mit dem er bis nach China segelte. Im Jahr 1854 traf Garibaldi in London ein, wo er Mazzini mit seinem Übertritt zum gemäßigten Flügel der italienischen Nationalbewegung um Graf Camillo Benso di Cavour konfrontierte, der im Gegensatz zum republikanischen Mazzinismus eine monarchische Lösung der nationalen Frage unter Führung des piemontesisch-savoyischen Herrscherhauses vorantrieb. Die überraschende Konversion Garibaldis fand 1856 mit seinem Eintritt in den piemontesisch orientierten "Italienischen Nationalverein" ("Società nazionale italiana") ihre sichtbare Bestätigung.

Nach persönlicher Abstimmung mit Cavour und dem savoyischen Monarchen Viktor Emanuel II. nahm Garibaldi 1859 als Kommandeur der Alpenjäger erfolgreich am piemontesisch-französischen Krieg gegen Österreich teil, der mit der partiellen Unabhängigkeit der oberitalienischen Territorien schloss. Anfang Mai 1860 führte er schließlich den legendären "Zug der Tausend" nach Sizilien, mit dem er bis Oktober die Insel und das gesamte unteritalienische Festland von der Bourbonenherrschaft befreite und ihre Angliederung an den gerade entstehenden italienischen Nationalstaat vorbereitete. Der beabsichtigte Weitermarsch der Garibaldiner gegen den Kirchenstaat wurde durch die Intervention Cavours aus diplomatischer Rücksichtnahme gestoppt.

Am 26. Oktober 1860 brachte Giuseppe Garibaldi bei einem Zusammentreffen mit dem König in Teano vor den Toren Neapels seine Unterordnung unter den piemontesisch-savoyischen Führungsanspruch mit einem knappen, aber berühmt gewordenen "Ich gehorche" ("Obbedisco") gegenüber Viktor Emanuel II. zum Ausdruck. Nach der Proklamation des Königreichs Italien im März 1861 engagierte sich Garibaldi 1862 und 1867, nunmehr in offener Opposition zur gemäßigt-liberalen Führungselite des neuen Italien, erfolglos im Kampf für die Befreiung des noch unter päpstlicher Herrschaft verbliebenen Kirchenstaats.

Im Jahr 1866 trug er als Kommandeur der Freiwilligenverbände siegreich zum preußisch-italienischen Krieg gegen Österreich bei, der die Integration Venetiens in den italienischen Nationalstaat zur Folge hatte. Dem ihn polizeilich auferlegten Arrest auf seiner "Hausinsel" Caprera entwich Garibaldi 1870/71 zur Verteidigung der neuen französischen Republik gegen die preußischen Invasoren, über die er bei Dijon einen Sieg errang. In seinem letzten Lebensjahrzehnt beteiligte sich "der General" nur noch publizistisch am innenpolitischen Diskurs in Italien.

Giuseppe Garibaldi starb am 2. Juni 1882 in Caprera. Mit seinem Tod begann nicht nur eine italienische, sondern eine weltweite Mythenbildung über den charismatischen Volksbefreiungskämpfer.

NameGiuseppe Garibaldi

Geboren am04.07.1807

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortNizza (I).

Verstorben am02.06.1882

TodesortCaprera (I).