Biografie

Friedrich Schiller

Der deutsche Schriftsteller ist neben Johann Wolfgang von Goethe, mit dem er den Stil der Weimarer Klassik begründete, eine der bedeutendsten Gestalten der deutschen Literaturgeschichte. Johann Christoph Friedrich von Schiller war nicht nur Verfasser unerschöpflicher, sprachkräftiger Dramen wie "Die Räuber", "Don Carlos", "Die Jungfrau von Orleans" oder "Wilhelm Tell", sondern auch der politische Dichter in deutscher Sprache, der die Vernunfts-, Humanitäts- und Freiheitsideale am Ende des 18. Jahrhunderts entscheidend in der Literatur zum Ausdruck brachte. Viele seiner Theaterstücke gehören zum Standardrepertoire der deutschsprachigen Theater. Maßstäbe setzte Schiller vor allem für die weitere Entwicklung des deutschsprachigen Dramas. Auch als Lyriker war er ungemein erfolgreich, seine Gedankenlyrik wurde exemplarisch und seine Balladen zählen zu den beliebtesten deutschen Gedichten...
Johann Christoph Friedrich von Schiller wurde am 10. November 1759 als Sohn von Caspar (1723–1796) und Elisabeth (1732–1802, geb. Kodweiß) Schiller in Marbach am Neckar geboren.

Schiller war das zweite Kind der Familie. Seine Schwester, Christophine, war bereits 1757 zur Welt gekommen. Caspar Schiller, der von einem Klosterbarbier unterrichtet worden war, hegte den Wusch, als Chirurg tätig zu werden. Wirtschaftliche Gründe hinderten ihn jedoch daran und er trat dem Württembergischen Infanterieregiment bei. Einige Jahre später leitete Caspar Schiller die herzogliche Hofgärtnerei. Friedrich Schiller wuchs in bescheidenen Verhältnissen in Lorch auf. Dort wohnend wurde er von 1764 bis 1766 von Ortspfarrer Moser, der als sehr geduldig und gütig charakterisiert wurde, unterrichtet. Diesen Mann zu seinem Vorbild nehmend und auf Drängen der pietistischen Eltern, entschloss sich der junge Schiller in die Fußtapfen Mosers zu treten und ebenfalls als Pfarrer tätig zu werden.

Im Jahr 1766 zog die Familie Schiller jedoch aus der ländlichen Umgebung in die Stadt Ludwigsburg. Caspar Schiller wollte seinem Sohn eine optimale Ausbildung ermöglichen. So trat Friedrich Schiller der Lateinschule der Stadt bei. Schon bald demonstrierte er eine ungewöhnlich schnelle Auffassungsgabe und dichterische Talente. 1772 wurde Schiller konfirmiert. In diesem Jahr schrieb er einen ersten Trauerspielversuch: "Die Christen und Absalom". Sein späterer Werdegang fing an sich abzuzeichnen. Doch zunächst wollte Schiller 1773 auf seinen und den Wunsch seiner Eltern das Studium der Theologie beginnen. Er hatte seinen alten Lehrer und dessen Vorbildfunktion nicht vergessen. Der zu jener Zeit in Ludwigsburg regierende Herzog Karl Eugen, der als willkürlich und gewalttätiger Landesherr galt, untersagte jedoch das Studium und wies Schiller stattdessen in die Militärakademie auf der Solitude bei Stuttgart ein, die 1770 für Kinder aus bescheidenen Verhältnissen gegründet worden war.

Diese sogenannte "Karlschule" unterstand ganz dem Landsherren und diente zur Herausbildung treuer und qualifizierter Diener. Hier fing Schiller an, Jura zu studieren. Theologie wurde nicht als Studienrichtung angeboten. Schiller litt sehr unter dem ihm ungewohnten strengen, militärischen Erziehungsstil, den diese Schule pflegte. Die unliebsamen Umstände und das falsche Fach führten dazu, dass Schiller nach drei Jahren als einer der schlechtesten Schüler auffiel. Die Karlschule zog 1775 nach Stuttgart um. Im selben Jahr, 1775, belegte Schiller nun das neue Fach der Medizin und studierte dies fünf Jahre. Während dieser Zeit beschäftigte er sich immer mehr mit diversen literarischen Werken. Und dies obwohl das Lesen schöngeistiger Literatur in der Akademie verboten war. Schiller widersetzte sich heimlich dieser Anordnung und fasziniert las er 1776 alle Werke William Shakespeares und Jean Jacques.

Wesentlich mehr als sein Studium der Medizin prägten ihn die Werke von Klopstock, Johann Wolfgang von Goethe, Gerstenberg und Schubart, die seine literarischen Vorbilder im Bereich des "Sturm und Drang" wurden. Inspiriert durch diese Lektüren entstand im Jahre 1777 die erste Szene zu "Die Räuber". 1779 schrieb Schiller seine Dissertation über die "Philosophie der Physiologie". Diese Arbeit, die später auch als "Quellschrift der modernen Psychosomatik" beschrieben wurde, lehnte der Landesherr ab. Nun war Schiller genötigt, noch ein zweites Werk zu verfassen. Der "Versuch über den Zusammenhang der tierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen" wurde dann letztlich anerkannt. Am 14. Dezember 1780 konnte Schiller endlich die Akademie verlassen. Er setzte sodann seine Arbeit am Stück "Die Räuber" fort. Gleichzeitig wurde Schiller Militärarzt im Stuttgarter Invalidenregiment Augé. Auf diese Weise lebte Schiller als Arzt und als Dichter in den Jahren 1781 bis 1782 in Stuttgart.

Im Jahr 1781 veröffentlichte er das Drama "Die Räuber". Das Werk erschien anonym im Selbstverlag und mit fingiertem Druckort. Es hatte großen Erfolg. Auf anschließendem Drängen des Intendanten v. Dalberg arbeitete Schiller das Werk derart um, dass es auf der Bühne aufgeführt werden konnte. Schiller verdeutlichte in seinem Werk "Die Räuber" seine Abscheu gegenüber jeglicher Form der Tyrannei. Von Dalberg verlangte jedoch kleine Änderungen, um das Stück dem Publikumsgeschmack adäquat zu machen. So versetzte Schiller das Stück in die Ritterepoche, wodurch er einen Disput mit der damaligen Herrschaft verhindern konnte. Im Alter von 19 Jahren, am 13. Januar 1782, erlebte Schiller die Uraufführung seines Stückes im Mannheimer Hof- und Nationaltheater. Es war eine überwältigende Prämiere. Diesen Erfolg erlebte Schiller unerlaubt, da ihm ein Fernbleiben von der Militärakademie untersagt war.

Noch im Frühjahr des selben Jahres erschien Schillers "Anthologie auf das Jahr 1782". Zusammen mit Prof. Abel und einem Freund namens Petersen veröffentlichte er zugleich das "Wirtembergische Repertorium der Literatur". Um der Aufführung des Dramas beizuwohnen, entfernte sich Schiller erneut unerlaubt von der Akademie. Nachdem dies entdeckt worden war, wurde Schiller zu 14 Tage Haft verurteilt. Ebenso legte das Land Graubünden eine Beschwerde ein, die dazu führte, dass Schiller nur noch medizinische Texte veröffentlichen durfte. Schlussendlich verbot der Herzog im August 1782 Schiller jegliche dichterische Betätigung. Diese Einschränkungen veranlassten ihn dazu, mit einem Freund, Andreas Astreicher, aus Stuttgart zu fliehen. Auf ihrer Flucht zwischen Oktober und Dezember 1782 schlüpften Schiller und Streicher zunächst in Mannheim, dann in Frankfurt, Darmstadt, Mainz und Worms unter, bis sie sich endlich inkognito in einem Gasthof in Oggersheim einmieteten.

Am 7. Dezember 1782 folgte Schiller der Einladung der Mutter eines Akademiekameraden, Henriette von Wolzogen, die sich als seine spätere Gönnerin herausstellen sollte, nach Thüringen. Dort fand er von Dezember bis zum 24. Juli 1784 einen Unterschlupf unter dem Namen "Dr. Ritter". In dieser Zeit verbrachte Schiller viel Mühe mit dem Literaturstudium. Er lernte auch den Meininger Bibliothekar Reinwald kennen. Dieser, der später der Mann seiner Schwester Christophine werden sollte, versorgte ihn mit Literatur. In dieser Zeit beendete Schiller sein Drama "Louise Millerin", das später, auf Anregungen des Schauspielers Iffland, in "Kabale und Liebe" umbenannt wurde. Auch dieses Drama griff erneut die Herrschaftsgebaren der Obrigkeit, insbesondere die damit verbundene Verachtung der Menschenwürde, an. Im April 1784 wurde das Stück uraufgeführt und erfreute sich großer Resonanz.

Schiller verliebte sich 1783 in Charlotte von Wolzogen, der Tochter des Hauses, in dem er Unterschlupf gefunden hatte. Diese Liebe sollte aber eine einseitige und somit unglückliche Liebe bleiben. Dadurch enttäuscht und unglücklich reiste Schiller fluchtartig am 24. Juli 1784 nach Mannheim. Dort engagierte er sich am 1. August 1784 als Theaterdichter bei Dalberg. Trotz einer schweren Krankheit gelang es Schiller das Stück "Fiesco" zu beenden, das dann auch am 11. Januar 1784 uraufgeführt wurde. Aber auch in dieser Zeit sollte Schiller von emotionalen Konflikten nicht befreit bleiben. Er lernte Charlotte von Kalb kennen, was ihn erneut in seelische Not versetzte. Am 31. Juli 1784 kam es zu der Beendigung seines Engagement als Theaterdichter bei Dalberg – finanzielle Nöte, intrigante Kollegen und zweifelhafte Machenschaften von Dalbergs führten zu einer Aufhebung des Vertrages. Schiller steckte in einer großen persönlichen Krise. An Weihnachten 1784 konnte Schiller die ersten Akte seines Stückes "Don Carlos" bei Hofe vortragen.

Davon angetan verlieh Fürst Karl August dem Dramatiker den Titel eines Hofrates. Doch trotz dieser Auszeichnung wurde dessen finanzielle Not nicht gelindert. Erst durch die Bekanntschaft mit Gottfried Körner sollte sich in diesem Bereich eine Besserung einstellen. Körner, den Schiller im April 1785 kennen lernte, bot ihm an, zu ihm in das Weinberghaus in Loschwitz an der Elbe zu ziehen. Schiller tat dies und die beiden verband einen tiefe Freundschaft. Zwei Jahre lebten sie zusammen. Unter dem Einfluss dieser Freundschaft entstand das "Lied an die Freude" und auch "Don Carlos" nahm weiter Gestalt an. Die enge Freundschaft zu Körner stellte Schiller in diesem Stück durch die Beziehung von Don Carlos zu dem Marquis Posa dar. Im Juli 1787 verließ Schiller seinen Freund und siedelte nach Weimar, in das Einflussgebiet von Goethe, Herder und Christoph Martin Wieland. Da Goethe zu dieser Zeit in Italien weilte, lernte Schiller zunächst Wieland und Herder kennen.

Erst am 7. September 1788 kam es zur ersten Begegnung mit Johann Wolfgang von Goethe in Weimar. In diesem Zeitraum verfasste Schiller ein Gedicht mit dem Titel "Die Künstler". Eine Abhandlung über die Verantwortung der Kunst in Bezug auf den Menschen. Im Dezember 1788 reiste Schiller nach Meiningen auf Besuch zu Henriette von Wolzogen und seiner Schwester Christophine, die mittlerweile den Bibliothekar Reinwald geheiratet hatte. Er machte Bekanntschaft mit der Familie Lengfeld. Die Familie besuchte er von da an häufig. Der Grund war die Tochter des Hauses - Charlotte von Lengfeld. Mit dieser fing Schiller im Februar 1788 einen ständigen Briefwechsel an. Gleichzeitig beschäftigte sich Schiller intensivst mit historischen Studien. Diese fanden großen Anklang und man bot ihm am 15. Dezember 1788, auf Goethes Vorschlag, eine Professur in Jena an. 1789 siedelte Schiller nach Jena über. Dort hielt er am 26. Mai 1789 seine erste, später sehr berühmt gewordene Vorlesung: "Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?" Gleichzeitig setzte er sich intensiv mit der Darstellung des dreißigjährigen Krieges auseinander.

Diese Auseinandersetzung sollte ihm später bei seinem Drama "Wallenstein" hilfreich sein. Im August 1789 verlobte sich Schiller mit Charlotte von Lengefeld, die postalisch ihr Ja–Wort übermittelt hatte. Sowohl diese Verlobung als auch ein weiteres Ereignis sollten das Jahr 1789 für Schiller eindrucksvoll zu Ende gehen lassen: Im Dezember schloss er mit Wilhelm von Humboldt Freundschaft. Am 22. Februar trauten sich Schiller und Charlotte von Lengefeld in der Dorfkirche zu Menigenjena. Schiller erkrankte 1791 schwer an einer Lungen- und Rippenfellentzündung. Aufgrund der damalig geringen medizinischen Kenntnisse konnte diese Krankheit nie ganz geheilt werden. Auch wenn Schiller in den folgenden Jahren oft Kuren durchführte, so sollte sein Leben durch gesundheitliche Beschwerden beeinflusst bleiben. Aufgrund seiner schlechten gesundheitlichen Verfassung boten Graf Ernst von Schimmelmann und Christian von Augustenberg Schiller eine dreijährige Pension von je 1000 Talern an.

Dadurch ein wenig entlastet, fand Schiller den Zugang zu den Fragen der Philosophie und Ästhetik. Dabei orientierte er sich hauptsächlich an den Gedanken Immanuel Kants, die er intensiv studierte. 1792 reiste Schiller nach Leipzig und Dresden, wo er die Bekanntschaft von Friedrich Schlegel machte. Im selben Jahr wurde Schiller von der Französischen Revolution begeistert angesteckt. In Anerkennung seines Werkes "Die Räuber" verlieh ihm die französische Nationalversammlung die Ehrenbürgerschaft. Was ihn anfänglich faszinierte, kehrte sich bald in Erschütterung über die Schrecken und die Grausamkeit der Revolution um. Ein Jahr später, im August 1793 reiste Schiller durch das Schwabenland und besuchte dabei seine Eltern. Hierbei kam am 8. September in Ludwigsburg das erste Kind, Karl (1793–1857), zur Welt. Im gleichen Monat lernte Schiller auch Friedrich Hölderlin kennen.

Am 15. Mai 1794 beendete das Ehepaar die Reise und kehrte wieder nach Jena zurück. Kurze Zeit später intensivierte Schiller seine Beziehung zu Goethe, die in einer Freundschaft endete. Die beiden Denker beeinflussten sich gegenseitig und konnten in ihren später entstandenen Werken von dieser Freundschaft profitieren. In dieser Zeit verfasste Schiller die Schriften "Über die ästhetische Erziehung des Menschen" und "Über naive und sentimentalische Dichtung". 1795 lehnte Schiller eine Berufung nach Tübingen ab, um sich anstatt dessen mit der Arbeit an seinem Drama "Wallenstein" zu beschäftigen. Schiller gründete die literarische Zeitschrift "Die Horen" und konnte Goethe zu einer Mitarbeit überreden. Gleichzeitig erschien 1796 zum ersten Mal der Musenalmanach, der noch bis 1800 herausgegeben wurde. In diesem sollten ein Jahr später die Xenien veröffentlich werden, die Goethe und Schiller in Gemeinschaftsarbeit produziert hatten.

Im September 1796 verstarben Schillers Vater und seine Schwester. Sein zweiter Sohn, Ernst (1796–1841), wurde noch im selben Jahr geboren. Seine Werke "Der Taucher", "Der Handschuh", "Die Kraniche des Iibykus" und auch das Drama "Wallenstein" entstanden. In dieser Zeit erlebte Schiller eine geistige Diskussion mit Goethe. In seinen nun veröffentlichten Werken konnte auch eine erlangte Reife sichtbar werden. Schiller schrieb nun subjektiver und zurückhaltender und versuchte das Publikum zu einem eigenen Urteil zu animieren. Im Oktober 1799 wurde die Tochter Karoline geboren. Zwei Monate später siedelte Schiller nach Weimar über. Hier arbeitete er an dem Werk "Maria Stuart", das im Juni 1800 beendet wurde. Kurze Zeit später begann Schiller mit der Arbeit am Stück "Jungfrau von Orleans", welches 1801 zu Ende gebracht wurde. In dieser schöpferischen Phase verbesserte sich auch Schillers finanzielle Lage. Er verkaufte seine Zeitschrift "Die Horen", gab verschiedene Almanache heraus und verdiente durch die Neuauflagen seiner Schriften und diversen Theatervergütungen.

Im Jahr 1802 begann Schiller mit der Arbeit an dem Drama "Wilhelm Tell". Im selben Jahr verstarb seine Mutter Elisabeth. Die Arbeit an "Wilhelm Tell" wurde durch die "Die Braut von Messina" unterbrochen. Am 16. November 1802 wurde ihm das Adelsdiplom überreicht wurde; er durfte sich von nun an Friedrich von Schiller nennen. 1803 beendete Schiller "Die Braut von Messina" und widmete sich nun ganz der Fertigstellung des "Wilhelm Tell", die 1804 erfolgte. Kurze Zeit später reiste Schiller nach Berlin. Grund der Reise waren erhoffte geistige und kreative Impulse. Schiller glaubte, durch ein verändertes Umfeld erneut inspiriert zu werden. Jedoch machten ihm seine erneut quälenden gesundheitlichen Beschwerden zu schaffen. Aufgrund eines Schwächeanfalls musste er wieder nach Weimar zurückkehren. Dort begann er mit der Arbeit an dem Drama "Demetrius". 1804 wurde Schillers Tochter Emilie Henriette Luise (1804–1872) geboren.

Johann Christoph Friedrich von Schiller starb am 9. Mai 1805 in Weimar an einer Lungenentzündung. Beigesetzt wurde er auf dem Jakobsfriedhof. 22 Jahre später wurden seine sterblichen Überreste, als huldvolle Geste an den Dichter, in die Weimarer Fürstengruft überführt.

NameFriedrich Schiller

Geboren am10.11.1759

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortMarbach am Neckar (D).

Verstorben am09.05.1805

TodesortWeimar (D).