Biografie

Friedrich Karl Flick

Als Sohn des Flick-Konzern-Gründers Friedrich Flick (1883-1972), der sich als früher Finanzier der Nationalsozialisten an der Ausbeutung von KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern bereicherte, trug der Unternehmer an einem schweren, aber unverschuldeten Erbe. Friedrich Karl Flick fand indessen trotz weiterer politischer Verstrickungen seines Hauses, die etwa 1983 in der Parteispendenaffäre kulminierten, zu großem wirtschaftlichen Erfolg in der Bundesrepublik, aufgrund dessen er zu den reichsten Menschen Deutschlands zählte...
Friedrich Karl Flick wurde am 3. Februar 1927 in Berlin, als Sohn von Friedrich Flick und Marie Flick (geb. Schuß), geboren.

Der Vater zählte als Gründer des Flick-Konzerns zu den größten Industriellen in der Weimarer Republik. Während der nationalsozialistischen Herrschaft unter Adolf Hitler profitierte Friedrich Flick von seinen guten Beziehungen zur NSDAP-Führung, die er finanziell unterstützte, um sein Unternehmen mit Hilfe der billigen Arbeitskraft von KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern zu einem europäischen Montan-Imperium auszubauen. Nachdem Friedrich Karl Flick 1944 mit dem Abitur in Bad Tölz von der Schule abgegangen war, absolvierte er ein Praktikum im familieneigenen Betrieb Maxhütte.

Von 1946 bis 1951 studierte er Betriebswirtschaftslehre in München, wo er als Diplom-Kaufmann abschloss. 1965 folgte noch die Promotion zum Dr. rer. pol. Erste praktische Erfahrungen sammelte Flick im Konzern des Vaters, der sein Unternehmen nach einer kurzen Haftstrafe binnen weniger als 20 Jahren bis zum Ende der 1960er Jahre erneut zu einem Imperium aufbauen konnte. Bereits 1957 stieg Friedrich Karl Flick in den Konzern der Familie ein, wo er von 1961 bis 1985 als persönlich haftender Gesellschafter und Geschäftsführer tätig war. Nachdem der Vater Friedrich Karl zu seinem Nachfolger bestellt hatte, schied sein älterer Bruder, Otto Ernst, nach einer erfolglosen Prozessführung gegen den Vater 1966 aus dem Unternehmen aus.

Im selben Jahr verstarb Flicks Mutter, Marie Schuß. Nach dem Tod des Vaters erbte Friedrich Karl Flick 1972 mit 330 Unternehmen, 300.000 Beschäftigten und einem Umsatz von rund 18 Milliarden DM das damals größte deutsche Wirtschaftsimperium. Anfangs standen ihm die Söhne seines Onkels, Friedrich Christian Flick und Gert-Rudolf Flick, in der Leitung des Konzerns zur Seite, die Friedrich Karl Flick jedoch 1975 alleine übernahm. In den Jahren 1983 bis 1985 deckte ein Bundestags-Untersuchungsausschuss in Bonn die so genannte "Flick-Affäre" auf. Mit der nach ihm benannten Parteispendenaffäre hatte der Unternehmer eine Serie politischer Skandale um illegale Wirtschaftsspenden an Politiker und Parteinen eröffnet, die unter Beteiligung zahlreicher anderer Unternehmen und Politiker bis heute anhält.

Nachdem der Unternehmer 1975 Daimler-Benz-Aktien im Wert von fast zwei Milliarden DM verkauft hatte, ließ er sich von ihm wohl gesonnenen Politikern entsprechende Anträge auf Steuerbefreiung genehmigen. Dafür verteilte der Flick-Manager Eberhard von Brauchitsch großzügige Parteispenden in Bonn: So waren von 1969 bis 1980 ca. 15 Millionen DM an die CDU/CSU, 6,5 Millionen DM an die FDP und 4,3 Millionen DM an die SPD geflossen. In die Affäre waren der damalige FDP-Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff, dessen Vorgänger und Parteikollege Hans Friderichs, CDU-Bundestagspräsident Rainer Barzel und der neue CDU-Bundeskanzler Helmut Kohl verwickelt.

Der entlassene Brauchitsch, der zurückgetretene Lambsdorff und Friderichs wurden wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Barzel trat von seinem Amt als Bundestagspräsident zurück. Kurz nach der Parteispendenaffäre zog sich Flick aus der aktiven Leitung des Konzerns in Düsseldorf zurück: Im Dezember 1985 verkaufte er die Flick-Gruppe an die Deutsche Bank AG, die das Industrie-Imperium später in Einzelfirmen zerlegt an die Börse brachte. Den Verkaufserlös legte Flick nach eigenen Angaben zu ca. 10 % in Immobilien an; den Rest investierte er in Aktien und Anleihen in Nordamerika, Europa und Fernost. Den Sitz seiner Vermögensverwaltung verlegte er 1994 von Düsseldorf nach Wien, den Hauptwohnsitz in die Steiermark.

Im Jahr 1990 heiratete Flick in dritter Ehe die Österreicherin Ingrid Ragger. Die Kärntnerin machte ihn als 72-Jährigen noch einmal zum Vater von den Zwillingen Katharina Victoria und Friedrich Karl (1999). Aus der zweiten Ehe stammen die Töchter Alexandra und Elizabeth. 2001 lehnte die Flick-Familie eine Beteiligung an der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft zur Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern ab. Flick, der 2002 mit einem geschätzten Vermögen von 5,4 Milliarden Euro unter den reichsten Deutschen auf dem siebten Platz rangierte, hielt an dieser ablehnenden Haltung fest. Seit Jahresbeginn 2003 stand die Flick-Familie erneut im Zentrum des öffentlichen Interesses, das ein Neffe Friedrich Karl Flicks, Friedrich Christian Flick, mit dem Projekt einer Sammlung moderner Kunst auf sich zog.

Da sich der Familienkonzern bekanntlich am nationalsozialistischen Unrechtsregime bereichert hatte, wurde die Forderung erhoben, den Ursprung der Kunstsammlung zu klären. Im September 2004 wurde die umstrittene "Flick-Collection" in Berlin eröffnet. Friedrich Karl Flick lebte mit seiner Frau in einer mondänen Villa am Wörthersee, wohin er sich aus seinem vorherigen, bisweilen ausschweifenden Lebensstil zurückgezogen hatte.

Friedrich Karl Flick starb am 5. Oktober 2006 im Alter von 79 Jahren am Wörthersee.


Vater und Konzerngründer Friedrich Flick
Neffe Friedrich Christian Flick
Die 100 reichsten Deutschen
Die 100 reichsten Menschen der Welt

NameFriedrich Karl Flick

Geboren am03.02.1927

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortBerlin (D).

Verstorben am05.10.2006

TodesortAuen am Wörthersee (A).