Biografie

Friedrich Christian Flick

Der promovierte Jurist vollzog als Flick-Erbe und Investor eine erfolgreiche Unternehmerkarriere. Als Kunstmäzen sah sich Friedrich Christian Flick indessen mit der historischen Verantwortung und nationalsozialistischen Verstrickung der Flick-Unternehmerfamilie konfrontiert. Trotz kontroverser Stimmen konnte seine "Flick-Collection", eine der größten und bedeutendsten Privatsammlungen zeitgenössischer Kunst, ab September 2004 gerade in Berlin platziert werden...
Friedrich Christian Flick wurde am 19. September 1944 in Sulzbach-Rosenberg geboren.

Sein Vater, Otto-Ernst Flick, war mit seinem Onkel, Friedrich Karl Flick, in der Leitung der Friedrich Flick KG tätig. Der Konzern war von seinem Großvater, Friedrich Flick, aufgebaut worden. Nach dem Schulbesuch und Abitur in Düsseldorf nahm Flick ein Wirtschaftsstudium an der Hochschule für Welthandel in Wien auf, das er jedoch nach einem Jahr abbrach. Es folgten mehrere Volontariate und Praktika in den USA, u.a. beim Schroeder-Rockefeller-Investment. Im Anschluss daran nahm Flick ein Jura-Studium an der Universität München auf, das er mit dem Referendarexamen abschloss.

Später folgte die rechtswissenschaftliche Promotion an der Universität Hamburg. Inzwischen war Flick aber schon als Direktionsassistent bei Osram in München tätig, wo er zum persönlichen Assistenten des Vorstandsvorsitzenden avancierte. Als 1966 sein Vater nach juristischen Auseinandersetzungen mit dem Konzerngründer Friedrich Flick aus der Friedrich Flick KG ausgeschieden war, wurde Friedrich Christian zusammen mit seinem Bruder Gert-Rudolf Flick zum Miteigentümer des Konzerns. Nach dem Tod von Friedrich Flick wurde Friedrich Christian Flick 1972 persönlich haftender und geschäftsführender Gesellschafter des Konzerns, den er zusammen mit seinem Bruder Gert-Rudolf und seinem Onkel Friedrich Karl Flick bis 1975 leitete.

Nachdem Otto-Ernst Flick 1974 verstorben war, übernahm Friedrich Karl Flick die alleinige Konzernleitung. Mit der dafür erhaltenen Abfindung wurde Friedrich Christian Flick ab 1975 wirtschaftlich in der Schweiz tätig, wo er als Vorstandsvorsitzender der Flimag AG und der Flimax AG fungierte. 1978 heiratete er das spanische Foto-Modell Andrea De Portago, mit der er ein Jahr später seinen Wohnsitz in die Alpenrepublik verlegte. Zusammen mit seinem Bruder tat sich Flick in den 1980er und 1990er Jahren vor allem mit spektakulären Investmentgeschäften hervor, die ihnen atemberaubende Millionengewinne bescherten. In zweiter Ehe heiratete Flick 1985 Maria Felicitas Gräfin von Schönburg-Glauchau.

Aus der 1994 geschiedenen Ehe gingen drei Kinder hervor. Neben der wirtschaftlichen Tätigkeit widmete sich Flick auch seinem ausgeprägten Kunstinteresse, dem er mit einer seit den 1970er Jahren angelegten eigenen Sammlung zeitgenössischer Kunst nachkam. 2001 trat der Unternehmer mit der Absicht an die Öffentlichkeit, in Zürich ein eigenes Museum zu eröffnen, um dort die rund 2.500 Werke seiner Kunstsammlung auszustellen. Das Vorhaben wurde in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert, da Kritiker auf die Finanzierungsquelle der Kollektion aufmerksam machten und diese mit dem Flick-Erbe identifizierten.

In der Tat hatte Großvater und Hitler-Finanzier Friedrich Flick beim Aufbau des Familienvermögens von seinen Kontakten zur NSDAP-Führung profitiert und sich an der Ausbeutung von KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern bereichert. Da die Kunstwerke vermutlich mit Geld erworben wurden, das durch die Komplizenschaft mit der NS-Zwangsherrschaft verdient worden war, wollte etwa der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Salomon Korn, in dem Projekt einer Flick-Kollektion das bewusste Manöver einer "moralischen Weißwäsche von Blutgeld" sehen. Auf besondere Kritik stieß in diesem Zusammenhang auch, dass Flick eine private Beteiligung am Stiftungsfonds der deutschen Wirtschaft zur Entschädigung der NS-Zwangsarbeiter ablehnte, während seine Schwester Dagmar Ottmann in den Fonds eingezahlt hatte.

Allerdings brachte Flick sein persönliches Verantwortungsgefühl zum Ausdruck, künftigen rechtsextremen Erscheinungen in der deutschen Gesellschaft entgegentreten zu wollen. Zu diesem Zweck gründete der Unternehmer und Kunstmäzen noch im Herbst 2001 in Potsdam die Friedrich-Christian-Flick-Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz, der er 10 Millionen Euro zur Verfügung stellte. Nach der Ablehnung aus Zürich und London erwog Flick, seine Privatsammlung als Dauerleihgabe den Städten New York und Berlin zur Verfügung zu stellen. Das Solomon-R.-Guggenheim-Museum in New York lehnte ebenfalls ab. Obwohl sich auch in der deutschen Hauptstadt kontroverse Diskussionen und Proteste regten, kam es zu Jahresbeginn 2003 zu einer entsprechenden Einigung mit der Berliner Landesregierung.

Auch in der Folgezeit verstummten nicht die Proteste seitens jüdischer Gemeinden und verschiedener Politiker. Als Kompromiss flankierten die Ausstellungsmacher das Projekt mit einer von Flick finanzierten kritischen Studie des Münchener Instituts für Zeitgeschichte über die Geschichte der Flick-Familie. Am 21. September 2004 eröffnete Flick in Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz seine Sammlung moderner Kunst im Museum für Gegenwart und in den Rieck-Hallen am Hamburger Bahnhof in Berlin, wo die Exponate – u.a. von Bruce Naumann, Nam June Paik, Dieter Roth, Cindy Sherman, Marcel Duchamp u.a. – zunächst für sieben Jahre ausgestellt werden. Die erste Ausstellung wurde aufgrund des starken Besucherandrangs im Dezember 2004 bis Ende März 2005 verlängert.

Im April 2005 zahlte Friedrich Christian Flick fünf Millionen Euro an die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft". Im Februar 2008 schenkte Flick 166 Werke zeitgenössischer Kunst der Stiftung Preußischer Kulturbesitz als Träger für den Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart.


Großvater und Konzerngründer Friedrich Flick
Onkel Friedrich Karl Flick

NameFriedrich Christian Flick

AliasMick Flick

Geboren am19.09.1944

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortSulzbach-Rosenberg (D).