Biografie

Haim Saban

Der israelisch-amerikanische Selfmademan stieg ab den 1980er Jahren zu einem der größten Medienunternehmer auf. Seinen Durchbruch feierte er mit der Vermarktung der japanischen Zeichentrickfilme "Power Rangers" (1989). 1995 gründete er mit Rupert Murdoch ein Joint Venture und startete den Kinderkanal "Fox Kids". Durch die Übernahme von Anteilen der KirchMediaGruppe ab 2003 sowie als Hauptaktionär der ProSiebenSat.1 Media AG avancierte Haim Saban auch zu den einflussreichsten Personen in der deutschen Medienlandschaft. Im Dezember 2006 verkauften Saban und die Investoren um ihn mit hohem Gewinn die Anteile an der ProSiebenSat.1 Media AG an KKR/Permira...
Haim Saban wurde 1944 als Sohn eines kleinen Händlers und einer Schneiderin in Alexandria (Ägypten) geboren. Der genaue Geburtstag ist unklar.

Im Alter von 12 Jahren gelangte er mit seiner Familie nach Israel, wo er in bescheidenen Verhältnissen aufwuchs. Nach der Schule veranlassten ihn seine musischen Neigungen, zunächst als Bassgitarrist sein Glück zu suchen, wobei Saban jedoch bald seine wirtschaftlichen Fähigkeiten entdeckte. Mit 22 Jahren war er bereits als Bandmanager und Konzertveranstalter in Israel tätig. Als ihn 1973 seine erste, dem "Jom-Kippur"-Krieg geschuldete Firmenpleite zur Auswanderung nach Frankreich veranlasste, gründete Saban in Paris ein eigenes Musikstudio, das sich mit Erfolg um die Produktion von Soundtracks für Comics und TV-Serien bemühte. Seine erste internationale Bekanntheit erreichte Saban durch die Produktion der Filmmusik für die auch in Europa ausgestrahlte TV-Serie "Dallas".

Im Jahr 1980 wechselte Saban in die USA, um dort in Los Angeles das Unternehmen "Saban Entertainment" ins Leben zu rufen, das in den beiden folgenden Jahrzehnten auf dem Markt der TV-, Kino- und Musikproduktionen Weltrang erlangte. Besonders im Bereich japanischer Comic-Filme konnte sich das Medienunternehmen etablieren. Neben der Firmenzentrale in Kalifornien eröffnete Sabans Unternehmen bald auch Geschäftsstellen in New York, in Frankreich und in Deutschland. Während Saban ab 1989 mit der Comic-Serie "Power Rangers" ein Vermögen einspielte, unterstützte er die Demokratische Partei seines Freundes Bill Clinton mit einer 7-Millionen-Spende. 1995 rief Saban zusammen mit dem australischen Medienmogul Rupert Murdoch den TV-Konzern "Fox Kids Worldwide" ins Leben, den sie 2001 gewinnbringend an "Disney" abstießen.

Im Jahr 2001 gründete der Medienunternehmer die "Saban Capital Group Inc.", die sich um Expansion auf dem weltweiten Medienmarkt bemühte. Über seine unternehmerische Aktivität hinaus engagierte sich Saban auch mehrfach im Bildungsbereich: So gründete er das "Saban Institute for the Study of the American Politcal System" an der Universität Tel Aviv. Er wirkt auch an mehreren gemeinnützigen Organisationen zum Schutz von Kindern mit. Nachdem Sabans Firma seit Herbst 2002 auch als Interessent für eine Übernahme des gescheiterten deutschen Medienkonzerns von Leo Kirch im Gespräch war, konnte sie Mitte März 2003 mit ihrem Angebot zunächst die Konkurrenz, u.a. den Heinrich-Bauer-Verlags, ausstechen. Neben dem günstigeren Angebot war es offenbar die von Saban geäußerte Absicht, den Firmensitz in München zu belassen, die ihm den Zuschlag brachte.

Saban übernahm somit im Frühjahr 2003 mit der ProSiebenSat.1 Media AG ein Filetstück der in die Krise geratenen KirchMedia-Gruppe. Der Medienmogul kündigte die Gründung einer Tochtergesellschaft an, die künftig die beiden großen nationalen Kanäle des deutschen Privatfernsehens managen soll. Doch bereits Anfang Juni 2003 wurde bekannt, dass die vereinbarte Übernahme geplatzt sei und der Kaufvertrag wieder aufgelöst würde. Der Wettlauf um die Übernahme der insolventen Kirch-MediaGruppe ging also in eine weitere Runde. Durch ein erneutes Angebot brachte sich Saban Anfang August 2003 wieder ins Spiel. Überraschend erhielt er am 5. August für seine Option, 26% Aktienanteile von ProSiebenSAT.1 zu übernehmen, den Zuschlag. Später konnte er durch den Aufkauf von Aktien der Taurus TV seine Beteiligung an ProSiebenSat.1 auf 50.5% aufstocken.

Als erste Maßnahme schuf Saban Mitte September 2003 nach amerikanischem Vorbild den "Chief Operating Officer" als zentrale Führungsfigur von ProSiebenSat.1, zu der der Belgier Guillaume de Posch berufen wurde. Außerdem verlängerte er den Vertrag des Vorstandsvorsitzenden von Deutschlands größtem TV-Konzern, wodurch Urs Rohner bis Ende 2006 in dieser Funktion bestätigt wurde. Zugleich wurden Expansionspläne Sabans auch nach Großbritannien bekannt, wo sich der US-Milliardär am britischen Privatsender "ITV" beteiligen wolle. Im November 2003 konnte der größte deutsche TV-Konzern erstmals seit 2000 wieder einen Gewinn vermelden: Im dritten Quartal war der Gewinn von ProSiebenSat.1 auf dreistellige Millionenhöhe gestiegen. Im September 2004 konnte ein Vergleich zwischen dem Verlagshaus Axel Springer und der Kirch-Insolvenzverwaltung herbeigeführt werden: Springer verzichtete auf sein Verkaufsrecht bezüglich seiner Beteiligung an ProSiebenSat.1, die der Verlag im Gegenteil noch aufstockte. Dafür wurde Springer eine Forderung von 325 Millionen Euro im Insolvenzverfahren anerkannt.

Ebenfalls im September 2004 gab de Posch die Gründung der ProSiebenSat.1-Tochterfirma SevenOne International bekannt, die für den internationalen Vertrieb der TV-Produktionen zuständig sein soll. Mitte Oktober 2004 wurde Saban in der Zeitschrift "Gentlemen's Quarterly" (GQ) von einer Fachjury aus anerkannten Medienjournalisten auf Platz 1 der bedeutendsten Fernsehproduzenten gewählt. Im April 2005 wurden Spekulationen über einen möglichen Ausstieg Sabans bei ProSiebenSat.1 in der Öffentlichkeit laut. Im Januar 2006 wurde ein Antrag auf die Übernahme der ProSiebenSat.1 Media AG durch den Axel Springer Verlag vom Bundeskartellamt mit der Begründung einer potentiellen "Duopolstellung" zusammen mit der Bertelsmann-Gruppe (gemeinsamer TV-Marktanteil: 40%) abgewiesen. Im Dezember 2006 verkauften Saban und die Investoren um ihn mit hohem Gewinn die Anteile an der ProSiebenSat.1 Media AG an KKR/Permira.

Haim Saban ist mit Cheryl verheiratet und Vater zweier Kinder.


Die 100 reichsten Menschen der Welt
Internationale Vertreter der Medienindustrie

NameHaim Saban

Geboren am01.01.1944

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortAlexandria (ET).