Biografie

Claude Adrien Helvétius

Der französische Philosoph wurde bekannt durch seine positive Haltung zum Hedonismus. In seinem Hauptwerk "De l`esprit" erläuterte er seine materialistische Menschenauffassung. Das Werk löste kontroverse Diskussionen aus. Gedanken, Urteile, Bedürfnisse oder Leidenschaften rühren für Claude Adrien Helvétius aus den sinnlichen Empfindungen. Sie seien auch der Motor zu anderen Tätigkeiten wie Arbeit oder zur Gesellschaftsbildung. Selbstliebe bezeichnete er als Motivation der menschlichen Tätigkeit. Helvétius stellte eine Gemeinsamkeit bei allen Menschen fest, woraus sich auch sein Hedonismus ableiten lässt. Er behauptete, dass jeder Mensch die Rezeptivität durch die Umgebung und einen natürlichen Drang nach Lust besitze. Auch die Selbstliebe als natürlicher Drang zur Vermeidung von Unlust und Schmerzen ist nach ihm bei jedem Menschen vorhanden...
Claude Adrien Helvétius wurde am 16. Januar 1715 in Paris geboren.

Helvétius Großvater hatte eine ärztliche Praxis in Frankreich begründet, die der Vater mit solchem Erfolg übernommen hatte, dass er zum Leibarzt des Königs ernannt wurde. Damit war der Aufstieg der Familie zu den herrschenden Kreisen der absolutistischen Feudalgesellschaft gesichert. 1738 wurde er zum Landwirtschaftsminister ernannt. Sein Amt als Landwirtschaftsminister gab er bald wegen der Korruption seiner Kollegen auf, um als maître d’hôtel (Hofmeister) seiner Gönnerin, der Königin Marie Leszczynska, Ehefrau des Königs von Frankreich Ludwig XV. tätig zu werden.

Er vertrat eine materialistische Menschenauffassung, die er in seinem im Jahr 1758 erschienenen Hauptwerk mit dem Titel "De l`esprit" erläuterte. Das Werk löste kontroverse Diskussionen aus und war Anlass für einen zeitgenössischen Skandal. Für Helvétius waren die sinnlichen Empfindungsvermögen des Menschen Ursachen für dessen Handlungen, Gedanken, Urteile, Geselligkeit, Leidenschaften oder Bedürfnisse. Sein materialistischer Erklärungsansatz machte sinnliche Empfindungen wie Hunger, Durst, Sehnsucht oder andere zum verursachenden Auslöser für menschliche Tätigkeiten, wie zum Beispiel den Anbau von landwirtschaftlichen Produkten oder die Arbeit überhaupt, für die Bildung von Gemeinschaften und Gesellschaften sowie für die Bildung von Verträgen.

Die Einhaltung beziehungsweise Nichteinhaltung der Verträge war für Helvétius ein Maß zur Beurteilung des Menschen. Sie reichten vom gerechten bis zum ungerechten Menschen. Als Motiv menschlicher Tätigkeiten erklärte der Philosoph seine Liebe zu sich selbst, die Selbstliebe. Sie ist der stärkste Motor zu seinen Handlungen, aus diesem Grunde nutzen nach ihm auch keine Predigen, um den Mensch zur moralischen Handlungsweise zu bringen. In der Gesetzgebung forderte er die Aufhebung der Trennung zwischen öffentlichen und privaten Interessen. Claude Adrien Helvétius wurde durch den englischen Philosophen, Psychologen und Pädagogen John Locke und dessen Werk mit dem Titel "Versuch über den menschlichen Verstand" dazu veranlasst.

Helvétius Werk wurde im Jahr 1760 von Forkert ins Deutsche übersetzt und mit einem Vorwort des deutschen Dichters und Literaturtheoretikers Johann Christoph Gottsched versehen. Der Skandal, der durch seine in diesem Buch vertretene materialistische Menschenauffassung ausgelöst wurde, führte so weit, dass das Parlament das Werk als staats- und religionsfeindlich einstufte. Daraufhin wurde beschlossen, das Buch zu verbrennen. Helvétius nahm sich Lockes sensualistische Haltung zum Vorbild und leitete für sich daraus ab, dass es keine angeborenen Fähigkeiten oder Anlage gebe. Die Entwicklung der Fähigkeiten des Menschen leitete er unter anderem aus den Erfahrungen ab, die er innerhalb seiner Umgebung macht. Die sinnliche Erfahrung galt Helvétius als einzig wahre Quelle des menschlichen Wissens.

Helvétius stellte eine Gemeinsamkeit bei allen Menschen fest, woraus sich auch sein Hedonismus ableiten lässt. Er behauptete, dass jeder Mensch die Rezeptivität durch die Umgebung und einen natürlichen Drang nach Lust besitze. Auch die Selbstliebe als natürlicher Drang zur Vermeidung von Unlust und Schmerzen ist nach ihm bei jedem Menschen vorhanden. Demnach ist jedes menschliche Wesen von seiner Geburt an eine tabula rasa, die durch Erfahrung und Sinneseindrücke gefüllt werden müsse. Jeder Mensch hat es selbst in der Hand, sich zu formen. Die Unterschiede zwischen den Menschen erklärte Helvétius ausschließlich durch die sinnlichen Eindrücke aus seiner Umgebung, der Erziehung und anderen Faktoren.

Im Jahr 1772 erschien posthum sein zweibändiges Werk mit dem Titel "De l`homme, de ses facultés intellectuelles et de son éducation". Darin veröffentlichte er die ethischen und sozialen Folgen seiner hedonistisch-materialistischen Theorie. Helvétius erklärt den ethischen Grundsatz als ein Streben nach der Nützlichkeit für die Gesellschaft. Dieser Grundsatz steht über allem. Die Erziehung erfüllt für ihn den Zweck, die Selbstliebe der Menschen so zu leiten, dass sie auch dem Wohl Aller zunutze kommt. Ebenfalls nach seinem Tod wurde sein vierbändiges Werk mit dem Titel "Oeuvres complètes" publiziert.

Claude Adrien Helvétius starb am 25. Dezember 1771 in Paris.

NameClaude Adrien Helvétius

Geboren am16.01.1715

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortParis (F).

Verstorben am25.12.1771

TodesortParis (F).

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