Biografie

François Mitterand

Der französische Jurist und Widerstandskämpfer stellte von 1981 bis 1995 den französischen Staatspräsidenten. Davor wirkte er von 1945 bis 1957 an elf Nachkriegsregierungen als Minister mit. Der Politiker der sozialistischen Strömung einte die französische Linke und entwickelte sie zu einer Sozialistischen Partei mit nationaler Massenbasis. Nach Jahren gaullistischer Vorherrschaft über Frankreich leitete François Mitterand dann als Präsident der Republik die Geschicke der Grande Nation; gleichzeitig wurde Mitterand Kofürst von Andorra. Mitterand hinterließ er in Paris zahlreiche architektonische Spuren wie die Grands Travaux oder Grands Projets, das moderne Hochhaus Grande Arche im Pariser Stadtteil La Défense oder die gläserne Pyramide im Innenhof des Louvre...

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François Maurice Adrien Marie Mitterand wurde am 26. Oktober 1916 in Jarnac bei Cognac in Südwestfrankreich geboren.

Mitterand besuchte ein katholisches Internat und studierte danach von 1934 bis 1938 Jura in Paris. 1938 kritisierte er in einem Artikel der Studentenzeitung die Appeasement-Politik der französischen und britischen Regierung gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland unter Adolf Hitler. Nach Abschluss der Studien leistete Mitterand seinen Militärdienst in der französischen Armee ab. 1939 zog er als Sergeant in den Zweiten Weltkrieg gegen Deutschland. Im Frühjahr 1940 wurde er verwundet und geriet in deutsche Gefangenschaft. Gegen Jahresende 1941 gelang ihm die Flucht nach Frankreich.

Nach anfänglichem Dienst für die Vichy-Regierung, die mit der deutschen Besatzung kollaborierte, wechselte Mitterand nach der völligen deutschen Besetzung Frankreichs im November 1942 ins Lager der Resistance. Im französischen Widerstandskampf bildete Mitterand eine dann lebenslang anhaltende Gegnerschaft zu General Charles de Gaulle aus, der zur charismatischen Führungsfigur des freien Frankreich aufstieg. 1944 stand Mitterand vorübergehend an der Spitze einer provisorischen Regierung Frankreichs. 1945 heiratete Mitterand Danielle Gouze, mit der er zwei Söhne hat. Im Nachkriegsfrankreich war Mitterand 1945 bis 1957 als Minister an elf Regierungen der Vierten Republik beteiligt, wobei er vor allem für die Kolonialangelegenheiten zuständig war. Unter Premierminister Pierre Mendès-France fungierte er 1954/55 als Innenminister.

Im Jahr 1956 war er Justizminister im Kabinett von Guy Mollet. In den Jahren 1959 bis 1981 nahm Mitterand die Aufgabe des Bürgermeisters von Château-Chinon und andere lokale Funktionen wahr. Im Frühjahr 1959 zog er auch in den Senat ein. Aufgrund einer Politaffäre im Zusammenhang mit dem Algerienproblem verließ Mitterand 1959 die Politik, um sich als Rechtsanwalt zu betätigen. Als Journalist schrieb er für das Magazin "L’Express" und die Tageszeitung "Le Monde". 1964 kritisierte er mit seinem Buch "Le Coup d’État permanent" die Politik und das Machtsystem de Gaulles. Ab 1965 unternahm Mitterand mehrere Versuche, als Spitzenkandidat der Linken die Herrschaft de Gaulles zu beenden. 1971 stieg er zum Ersten Sekretär der Sozialistischen Partei auf. Bei den Präsidentschaftswahlen von 1974 erhielt er große Zustimmung.

Bei den französischen Präsidentschaftswahlen von 1981 wurde Mitterand zum Präsidenten der Republik gewählt. Mit Pierre Mauroy als Premierminister realisierte er die Nationalisierung der Industrie, die Erhöhung der Mindestlöhne und die Erhebung einer Wohlfahrtsabgabe. Zugleich hatte seine Administration jedoch mit steigender Arbeitslosigkeit und Inflation zu kämpfen. In der Außenpolitik profilierte sich Mitterand als Gegner der US-Expansion in Lateinamerika, wo Frankreich die Sandinisten in Nicaragua unterstützte. Nach dem Sieg der Rechten bei den Parlamentswahlen ernannte Mitterand 1986 Jacques Chirac zum neuen Premier, der unter vielen Widerständen und Schwierigkeiten die Privatisierung der 65 Staatsunternehmen in Angriff nahm.

Nachdem Mitterand 1988 für eine zweite Amtszeit wiedergewählt worden war, setzte er Michel Rocard als neuen Regierungschef ein. Die Präsidentschaft Mitterands war nun auch von einer deutlichen Annäherung Frankreichs an den deutschen Nachbarn gekennzeichnet. Als Staatspräsident hinterließ er in Paris zahlreiche architektonische Spuren, die sogenannten Grands Travaux oder Grands Projets, wie das moderne Hochhaus Grande Arche im Pariser Stadtteil La Défense, die gläserne Pyramide im Innenhof des Louvre, die Opéra de la Bastille an der Place de la Bastille, die neue Nationalbibliothek Bibliothèque Nationale de France und das Institut der Arabischen Welt Institut du Monde Arabe. 1995 wurde Mitterand im Amt des französischen Staatschefs durch Jacques Chirac abgelöst.

François Mitterand starb am 8. Januar 1996 an einer Krebserkrankung in Paris. Neben seiner Familie hinterließ er auch seine uneheliche Tochter Mazarine Pingeot.


Die Europäische Union (EU):
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NameFrançois Mitterand

Geboren am26.10.1916

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortJarnac bei Cognac (F).

Verstorben am08.01.1996

TodesortParis (F).

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