Biografie

Flavio Briatore

Der italienische Landvermesser, Börsen-Makler, Sportmanager und Unternehmer, machte sich vor allen Dingen einen Namen als erfolgreiche Führungspersönlichkeit der Formel1-Teams Benetton (1989–1997) und Renault (2002–2009). Er verpflichtete nicht nur die späteren Weltmeister Michael Schumacher und Fernando Alonso für die Rennställe, sondern bescherte Benetton und Renault 1994, 1995, 2005 und 2006 den Weltmeistertitel. Flavio Briatore avancierte zugleich zum Marketing-Spezialisten und Entscheidungsträger in der Formel1. Ebenso geriet der umstrittene Sportmanager trotz mehrfacher Strafen wegen Regelverletzungen in den Fokus. Aufgrund der so genannten Singapur-Affäre trat er 2009 als Team-Chef von Renault zurück; kurz darauf wurde er von allen FIA-Veranstaltungen ausgeschlossen…
Flavio Briatore wurde am 12. April 1950 in Verzuola als Sohn eines Lehrerehepaars geboren.

Aufgewachsen ist er in ärmlichen Verhältnissen bei seinen Eltern. Nach Abschluss der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Landvermesser. In dieser Zeit verdiente Briatore mit zum Teil dubiosen Geschäften seinen Unterhalt. Nachdem er eine Zeit lang als Versicherungsagent tätig war, begann er zusammen mit dem Finanz- und Bauunternehmer Attilio Dutto aus Cuneo seine Karriere als selbstständiger Unternehmer. Die Pläne mit Dutto musste er aufgeben, als sein Kompagnon bei einer Autobombenexplosion im März 1979 ums Leben kam. Darauf fand er seinen Einstand als Makler an der Börse von Mailand. Dort machte er 1974 zufällig die Bekanntschaft von Luciano Benetton, aus der sich eine freundschaftliche und wirtschaftlich erfolgreiche Beziehung entwickelte.

Benetton engagierte Briatore drei Jahre später, um die Marke "United Colors of Benetton" in Amerika zu etablieren. 1984 wohnte Benetton dem Grand Prix von Australien bei. Er erkannte die Marketing-Möglichkeiten des Formel1-Zirkusses. 1989 engagierte ihn Luciano Benetton zur Leitung des Formel1-Teams von Benetton. Flavio Briatore hatte in diesem geschäftlichen Bereich keinerlei Erfahrungen. Dennoch machte er Benetton zur Erfolgsmarke. Er verpflichtete 1991 den deutschen Rennfahrer Michael Schumacher, der damit auch seinen ersten Profivertrag erhielt. 1994 wurde Benetton mit Schumacher erstmals F1-Weltmeister. Im Jahr darauf gewannen die Benetton-Rennwagen mit V10-Motoren von Renault die Fahrer- und Konstrukteurs-Weltmeisterschaft unter Flavio Briatore.

Ab dem Jahr 1998 brachte Briatore auch das Unternehmen "Supertec Sport" zum Erfolg. Es belieferte Benetton und drei weitere Renn-Teams bis zum Jahr 2000 mit Motoren. Mit diesem Griff bewies Briatore wieder ein glückliches Händchen, denn die Motoren stellten sich nicht nur in technischer Hinsicht als gute Wahl heraus, sondern auch als wirtschaftlicher Erfolg. 2000 kehrte Renault, das sich 1997 aus dem Rennsport zurückgezogen hatte, wieder auf die Formel1 Bühne zurück. Briatore wurde Direktor von "Renault F1 UK" und leitete Benetton auch durch schwierige Zeiten, um die Zukunft des Rennstalls zu sichern. Regelmäßig füllte er indes die Gazetten der Boulevardpresse. 2002 wurde er Chef des englischen Teils von Renault F1, welcher aus dem Benetton Team hervorging.

Er verpflichtete 2002 die Fahrer Jarno Trulli und Fernando Alonso, der bereits als Testfahrer für das Team tätig war. Briatores Führungsstil und Kompetenz ließ Renault zum ernsthaften Konkurrenten um den Weltmeistertitel werden. 2004 eröffnete Briatore auf Sardinien den luxuriösen Nachtclub "Billionaires Club". Binnen weniger Monate machte die Diskothek, aufgrund ihrer schillernden Gäste, international Schlagzeilen. Am 4. Mai 2004 wurde er Vater der unehelichen Tochter des deutschen Models Heidi Klum. 2005 startete Flavio Briatore, der Angelo Galasso als Chef-Designer verpflichtete, die Produktion seiner Modelinie "Billionaire couture". Im Oktober 2005 eröffnete er in London den ersten "Billionaire"-Shop, der zunächst nur als exklusive Herrenboutique geführt wurde. In den Jahren 2005 und 2006 beendete der von Briatore geförderte spanische Rennfahrer Fernando Alonso die Formel1-Saison als Weltmeister. Damit führte er das Team nach mehr als zehn Jahren zurück an die Spitze des internationalen Motorsports.

Das Renault F1-Team wurde 2006 mit dem Laureus World Sports Award als beste Mannschaft des Jahres ausgezeichnet. Bei einer Vorsorgeuntersuchung Anfang Juli 2006 hatten Ärzte in den USA einen bösartigen Tumor an Briatores linker Niere entdeckt. Er wurde anschließend erfolgreich in einer Klinik in Rom operiert. Zur Saison 2007 wechselte Alonso zum Deutsch-Englischen Rennstall Mercedes-McLaren. Briatore galt längst als wichtige Entscheidungspersönlichkeit in der Formel1, sowie als erfolgreicher Marketing-Fachmann und Talentsucher in der Rennfahrerszene. Neben seinen Geschäftszügen stellt der smarte Manager auch äußerlich den Lifestyle der Formel1 wie kaum ein anderer dar. Am 1. September 2007 kauften Bernie Ecclestone und Briatore den Londoner Fußballverein Queens Park Rangers. Die Kaufsumme betrug 1,5 Millionen Euro, zudem wurden Verbindlichkeiten in Höhe von 19,5 Millionen Euro getilgt.

Weiter galt er als einer der engsten Vertrauten von Formel1-Boss Bernie Ecclestone. Ebenso geriet der umstrittene Sportmanager trotz mehrfacher Strafen wegen Regelverletzungen in den Fokus der Öffentlichkeit. Im Juni 2008 heiratete der eher als Junggeselle bekannte Briatore überraschend die 30 Jahre jüngere Italienerin Elisabetta Gregoraci. Im September 2009 gab Briatore sein Amt als Teamchef von Renault auf, nachdem öffentlich bekannt wurde, dass er mit dem Chefingenieur des Teams, Pat Symonds, möglicherweise den Großen Preis von Singapur im Jahr 2008 durch einen inszenierten Unfall seines Fahrers Nelson Piquet jr. manipuliert hatte; kurz darauf wurde er von allen FIA-Veranstaltungen ausgeschlossen.

NameFlavio Briatore

Geboren am12.04.1950

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortVerzuola (I).