Biografie

Luciano Benetton

Der oberitalienische Einzelhandelsverkäufer wirkt seit Mitte der 1960er Jahre am Aufstieg eines kleinen Familienunternehmens zum globalen Textilmulti mit. Luciano Benetton entwickelte die spezifische Marketing-Strategie der "Benetton Group S.p.A.", die auf der öffentlichkeitswirksamen Verknüpfung geschäftlicher Interessen mit der Thematisierung globaler sozialer Fragen beruht und in dieser Kombination mitunter auch als moralisch anstößig empfunden wird...

Die einflussreichsten Mode-Designer des 20. Jhs.
Menschen und Marken
Die 100 reichsten Menschen der Welt
Luciano Benetton wurde am 13. Mai 1935 in Treviso (Italien) geboren.

Da er schon in früher Kindheit einen Elternteil verlor, musste Luciano bereits als Kind arbeiten, um den Lebensunterhalt der Familie aufzustocken. Im Alter von 14 Jahren verließ er endgültig die Schule, um als Verkäufer im Einzelhandel tätig zu werden. Mitte der 1960er Jahre entwickelte Benettons Schwester Giuliana, die bereits längere Zeit als Näherin gearbeitet hatte, die Idee, modische Strickwaren für ein jugendliches Klientel herzustellen. Als die Textilien reißenden Absatz fanden, gründeten die vier Geschwister, nämlich Luciano, Giuliana, Gilberto und Carlo Benetton, im Frühjahr 1965 in Ponzano Veneto ihr eigenes Unternehmen.

Die "Maglificio di Ponzano Veneto dei F`lli Benetton, Società in nome collettivo" konnte von Beginn an auf ein äußerst erfolgreiches Geschäftskonzept verweisen: Sie stellte ihre Wollstrickwaren aus Naturwolle her, deren modische, vorwiegend in Pastelltönen gehaltene Farbgebung erst im letzten Moment in Anlehnung an die Farben der Saison entschieden wurden. Die spezifischen Benetton-Farben entwickelten sich zum Markenzeichen der Firma. Mit ihrem Konzept der "United Colours of Benetton", das die Auslieferung jeden Modells in 15 verschiedenen Farben vorsieht, feiert der Textilhersteller große Erfolge. Zur Expansion des Unternehmens trug auch ein spezifisches Vertriebssystem bei, das auf dem Prinzip des Franchising basiert.

Im Jahr 1978 erfolgte die Umwandlung des Unternehmens in die Aktiengesellschaft "Benetton S.p.A", die 1981 in "Ivep S.p.A" und 1986 in "Benetton Group S.p.A" umbenannt wurde. 1986 verkaufte das Unternehmen 45 Millionen Textilien, weshalb es nun weltweit als größter Strickwarenproduzent galt. Knapp ein Jahrzehnt später, 1995, unterhielt die "Benetton Group" über ihr Franchising-System etwa 7.000 Verkaufsstellen in 110 Ländern. Ab den 1990er Jahren erweiterte der Strickwarenhersteller seine Produktpalette auch um Sportartikel. Die 1993 ins Leben gerufene "Benetton Sportsystem S.p.A" hält Anteile an mehreren Sportartikelfirmen in Italien, Europa und den USA. Benetton ist darüber hinaus an den Ketten "GS" und "Euromercato" beteiligt, die Raststätten, Supermärkte und Großmärkte betreiben.

Durch den Besitz immenser Farmen mit Viehzucht in den USA und in Argentinien ist die Gruppe zum größten Schafzüchter der Welt avanciert. Die Geschäftsaktivitäten von Benetton betreffen somit nur noch zum geringeren Teil die Textil- und Modebranche. Luciano Benetton sorgt sich als geschäftsführender Direktor der Firma um das Marketing. In diesem Zusammenhang zeichnet er auch verantwortlich für die aufsehenerregende und zum Teil umstrittene Promotion-Strategie des Unternehmens, die in Kooperation mit dem Starfotografen Oliviero Toscani entwickelt wurde. Die ungewöhnliche Werbekampagne Benettons beruht auf dem Anspruch, die wirtschaftlichen Gewinninteressen des Unternehmens mit der Thematisierung dringender sozialer Fragen und politischer Probleme in der Welt zu verknüpfen.

Indem Benetton in seinen Marketing-Aktionen Themen wie Krieg, Drogen, Rassismus, Armut und Aids aufgriff, zog er zwar die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit auf das Unternehmen; zugleich empfand man dort aber die Thematisierung bestimmter Nöte und Missstände innerhalb einer Werbekampagne als anstößig. 1994 wandte sich ein Zusammenschluss von über 100 deutschen Benetton-Filialen, die "Interessengemeinschaft Benetton-Geschäfte", auch mit juristischen Schritten gegen die Werbe-Kampagnen des Konzerns. Wirtschaftliche Einbußen zogen im darauffolgenden Jahr die Schließung mehrerer Benetton-Filialen in der Bundesrepublik nach sich. Ebenfalls 1995 übertrug die Unternehmensleitung die künftige Gestaltung der Werbekampagnen auf eine Kunstschule.

Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit saß Benetton von 1992 bis 1994 für die Republikanische Partei Italiens im Senat, wo er der Kommission für Industrie, Handel und Tourismus angehörte. Ihm wurde die Ehrendoktorwürde in Wirtschaftswissenschaften von der Universität Venedig und in Rechtswissenschaften von der Boston University verliehen. 1999 zeichnete man ihn mit dem "Oscar del Bilancio e della Comunicazione", dem italienischen Unternehmerpreis für Unternehmensbilanz und -Kommunikation, aus. Luciano, Gilberto, Giuliana und Carlo Benetton gaben 2003 die Leitung der Gruppe an den ehemaligen FIAT-Manager Silvano Cassano ab. Luciano Benetton blieb jedoch als ehrenamtlicher Präsident des Konzerns in einer verantwortlichen Unternehmensposition.

Luciano Benetton ist verheiratet und hat vier Kinder.


Menschen und Marken
Die einflussreichsten Mode-Designer des 20. Jhs.
Die 100 reichsten Menschen der Welt


United Colors of Benetton "Cover" 1990.






United Colors of Benetton "Cemetery" 1991.






United Colors of Benetton "Priest and Nun" 1991.






United Colors of Benetton "Bird" 1991.






United Colors of Benetton "AIDS - David Kirby" 1992.






United Colors of Benetton "HIV - Positiv" 1993.






United Colors of Benetton "Bosnia Soldier" 1994.






United Colors of Benetton "Horses" 1996.






United Colors of Benetton "Rice in Hands" 1997.

NameLuciano Benetton

Geboren am13.05.1935

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortTreviso (I).