Biografie

Ferry Porsche

Der Unternehmer und Ingenieur war Sohn des berühmten Fahrzeugkonstrukteurs Ferdinand Porsche und der eigentliche Gründer des Sportwagenherstellers Porsche. Ferdinand "Ferry" Anton Ernst Porsche gab dem Sportwagen Porsche mit dem Modell 356 seine Urform. Er machte damit aus dem Konstruktionsbüro seines Vaters eine der erfolgreichsten Schmieden für edle Sportwagen. Porsche war bis zum Rückzug der Familie Porsche aus der operativen Unternehmensleitung (1972) Geschäftsführer der Dr. Ing.h.c.F. Porsche KG. Anschließend leitete er den Aufsichtsrat; zuletzt als Ehrenvorsitzender...

Persönlichkeiten der Automobilindustrie
Menschen und Marken
Ferdinand (Ferry) Anton Ernst Porsche wurde als Sohn von Ferdinand Porsche am 19. September 1909 in Neustadt bei Wien geboren.

Nach dem Ersten Weltkrieg ließ sich Ferdinand Porsche mit seiner Familie in Stuttgart nieder. Sein Vater arbeitete als Ingenieur für Daimler-Benz. Nach seinem Schulabschluss absolvierte Ferdinand Porsche eine Lehre bei der Robert Bosch GmbH. Als 21-Jähriger begann er 1930 im väterlichen Konstruktionsbüro, das im selben Jahr gegründet wurde, mitzuarbeiten. Dort wurden Aufträge für Daimler Benz und Auto Union erfüllt. 1935 heiratete Porsche Dorothea Reitz. Aus dieser Verbindung gingen insgesamt vier Kinder hervor. Ferry Porsche konstruierte indes zusammen mit seinem Vater den KdF-Wagen, den späteren legendären Volkswagen.

Es war auch ein Porsche auf der Basis des KdF-Wagens angedacht, der im Rennen Berlin–Rom–Berlin zum Einsatz kommen sollte. Drei Prototypen waren bereits zusammengebaut, doch der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verhinderte den Start der Sportwagen. Der Betrieb erhielt militärische Aufträge und Porsche entwarf für Adolf Hitler technisches Gerät für den Krieg. Unter anderem beschäftigte sich Porsche mit der Entwicklung eines Panzerwagens. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte Ferdinand Porsche mit seinem Sohn Ferry die Entwicklung eines Porsche-Sportwagens fort, zunächst im österreichischen Gmünd. Dort entwarf Ferry Porsche den ersten Sportwagen mit dem eigenen Namen. 1948 war das Modell 356, der Ur-Porsche, konstruiert. Er hatte 40 PS. Der kompakte Sportwagen wurde ein Erfolg, die ersten Exemplare wurden noch in zeitraubender Handarbeit gefertigt.

Aus Gründen des Rohstoffmangels musste die Produktion 1950 von Gmünd nach Stuttgart verlegt werden. Das Modell 356 wurde dann in Stuttgart-Zuffenhausen zusammengebaut. Dazu wurden Teile des von Ferdinand Porsche entwickelten VW-Käfers verwendet. In dem modernen Werk wurde der Wagen in Fließbandarbeit zusammenmontiert. Im März 1951 verließ der 500ste Porsche 356 das Werk. Im August desselben Jahres war es bereits das 1.000ste Exemplar. Der Sportwagen war für die Zielgruppe der Wohlhabenden und Reichen bestimmt. 1951 starb der Vater Ferdinand Porsche. Während seine Schwester Louise (1904-1999) den Wiener Anwalt Anton Piëch heiratete und in Österreich blieb, übernahm Ferry nach dem Tod des Vaters das Konstruktionsbüro. Die Anteile des Unternehmens wurden zwischen beiden Kinder zu gleichen Teilen geteilt.

Im Jahr 1959 wurde Ferdinand Porsche mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland geehrt. 1963 kam mit dem Typ 911 ein Modellwechsel. Das Design zu diesem Typ entwarf der 1935 geborene Sohn von "Ferry" Porsche, Ferdinand-Alexander, der auch die Form des Porsche 904 in seiner eigenen Design-Firma entwickelte. Mit dieser Außenhautgestaltung gelang dem Hause ein Klassiker, dem die folgenden Sportwagen grundsätzlich folgten. Der 911 aus dem Jahr 1963 hatte immerhin einen 130 PS starken Heckmotor. 1972 wurde aus dem Betrieb eine Aktiengesellschaft. Ferry Porsche war bis zum Rückzug der Familie Porsche aus der operativen Unternehmensleitung im Jahr 1972 Geschäftsführer der Dr. Ing. h. c. F. Porsche KG. Anschließend leitete er den Aufsichtsrat; zuletzt als Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats.

Im Jahr 1984 ging der Betrieb an die Börse. Weiter war er gemeinsam mit seiner Schwester Louise Eigentümer der Porsche Holding in Salzburg, deren Hauptgeschäft der Handel mit Fahrzeugen der Marken Volkswagen und Audi, sowie deren Töchter war. Porsche wurde von der Universität Wien mit einem ehrenamtlichen Diplom für seine Verdienste um die Fahrzeugtechnik geehrt. Die schnellen Sportwagen fuhren auch erfolgreich Einsätze in internationalen Rennsportveranstaltungen. Auch die Firma Porsche musste wirtschaftliche Talfahrten, verursacht durch die starke Abhängigkeit vom US-amerikanischen Absatzmarkt und falscher Modellpolitik, durchleben. Dennoch konnte sich das Unternehmen seine Eigenständigkeit bewahren. 1988 beging Porsche sein 50-jähriges Jubiläum.

In diesem Jahr feierte der Sportwagenhersteller auch einen Doppelsieg mit dem Porsche 911 GT 1 im Rennen von Le Mans. 1993 wurde Wendelin Wiedeking Vorsitzender des Vorstandes der Dr. Ing. h. c. F. Porsche AG. Unter seiner Führung wurde Porsche zeitweise der profitabelste Autohersteller der Welt.

Ferdinand "Ferry" Anton Ernst Porsche starb am 27. März 1998 achtundachtzigjährig.


Persönlichkeiten der Automobilindustrie
Menschen und Marken

NameFerdinand Porsche

AliasFerry Porsche

Geboren am19.09.1909

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortWien (A).

Verstorben am27.03.1998

TodesortZell am See (A).