Biografie

Erich Böhme

Der diplomierte Volkswirt vollzog eine beispiellose journalistische Karriere, in der er für 17 Jahre dem größten und bedeutendsten deutschen Nachrichtenmagazin als Chefredakteur vorstand. Nach seinem Ausscheiden aus dem "Spiegel" verschaffte sich Erich Böhme neben einer vorübergehenden Herausgeberschaft der "Berliner Zeitung" vor allem im Fernsehjournalismus durch die Moderation anspruchsvoller politischer Talkshows eine breite Anerkennung. Ab 1990 führte er achteinhalb Jahre durch die Polit-Talkshow "Talk im Turm" bei Sat.1. Ab Ende 1997 moderierte Böhme bei n-tv zusammen mit Heinz Eggert den "Grünen Salon", bevor er mit "Talk in Berlin" zu seinem anfänglichen TV-Format zurückkehrte...

Prominente Vertreter der deutschen Fernsehkultur
Erich Böhme wurde am 8. Februar 1930 in Frankfurt/Main geboren.

Nach der Schule absolvierte er in den Nachkriegsjahren ein Studium der Nationalökonomie in seiner Heimatstadt, das er mit dem Diplom abschloss. Im Anschluss an ein Redaktionsvolontariat war Böhme als Nachrichtenredakteur bei den "Vereinigten Wirtschaftsdiensten" und dann der "Deutschen Zeitung" tätig. 1958 trat er als Wirtschafskorrespondent in die Bonner Redaktion des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" ein. 1969 übernahm Erich Böhme die Leitung der Bonner Spiegel-Redaktion.

Im Jahr 1973 löste er Günter Gaus als Chefredakteur des Magazins ab. Während dieser Tätigkeit pflegte der Journalist persönliche Kontakte ins Wirtschaftsministerium und Bundeskanzleramt, ohne in der Sache jemals seine kritische Distanz zur Regierung aufzugeben. Unter Böhmes 17-jähriger Redaktionsleitung bewährte sich "Der Spiegel" als Vorreiter des investigativen Journalismus in der Bundesrepublik, indem das Blatt immer wieder durch die Enthüllung politischer Affären auf sich aufmerksam machte.

Beim "Spiegel" verantwortete er auch die Berichterstattung über die "Barschel-Affäre". Die Enthüllungen des damaligen Medienreferenten des Ministerpräsidenten Barschel, Reiner Pfeiffer, über die Manipulationen im schleswig-holsteinischen Landtagswahlkampf 1987 bezeichnete Böhme als Höhepunkt seiner Karriere. Aufgrund interner Differenzen insbesondere mit dem Herausgeber Rudolf Augstein schied Böhme zum Jahresende 1989 aus der Spiegel-Redaktion aus. Knapp ein Jahr später übernahm der Journalist die Herausgabe des ehemaligen Ostberliner SED-Organs "Berliner Zeitung", die er bis Ende 1994 wahrnahm.

Zugleich stieg Böhme ab 1990 auch in den TV-Journalismus ein: Als Moderator der sonntäglichen Talkshow "Talk im Turm" erhöhte er bis 1998 maßgeblich das Ansehen des Privatsenders SAT.1, da er die politische Gesprächsrunde mit hohem journalistischem Anspruch auf Aktualität und kritischer Moderation konzipierte und realisierte. Bereits seit 1997 leitete Böhme gemeinsam mit Heinz Eggert für den Nachrichtensender n.tv auch die Talkshow "Grüner Salon". Nach der Bundestagswahl vom September 1998 schied er bei SAT.1 aus, um zu n.tv zu wechseln.

Für den Berliner Nachrichtenkanal moderierte Böhme dann außerdem ab 2000 die Talksendung "Talk in Berlin". Am 30. September 2002 trat das "Urgestein" des deutschen Fernsehens das letzte Mal in seiner Talksendung auf, um sich anschließend ins Privatleben zurückzuziehen. Böhme wurde für seine journalistische Arbeit mit zahlreichen Ehrungen bedacht. 1991 erhielt er den Bayerischen Fernsehpreis, 1994 zeichnete ihn die "Hörzu" mit der "Goldenen Kamera" aus.

Erich Böhme lebte nach drei geschiedenen Ehen seit Jahresbeginn 2003 mit der früheren DDR-Nachrichtensprecherin Angelika Unterlauf zusammen, die er am 17. August 2004 heiratete. Am 27. Februar 2007 moderierte Böhme als Vertretung für Sandra Maischberger, die eine mehrwöchige Babypause machte, die Sendung "Menschen bei Maischberger".

Erich Böhme starb am 28. November 2009 an den Folgen einer langjährigen Krebserkrankung.


Prominente Vertreter der deutschen Fernsehkultur

NameErich Böhme

Geboren am08.02.1930

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortFrankfurt/Main (D).

Verstorben am28.11.2009

Todesort--