Biografie

Jakob Böhme

Der Mystiker, Philosoph und christliche Theosoph hatte starke Wirkung auf seine Zeit. Jakob Böhme verbreitete in seinen Schriften neben Naturmystik einen ausgeprägten Pantheismus. Seine kosmologischen Ideen gründen auf der reformierten christlichen Lehre. Aufgrund einer religiösen Vision entstand sein Erstlingswerk "Aurora, oder Morgenröte im Aufgang". Hegel nannte ihn den "ersten deutschen Philosophen". Seine Schriften wurden außerdem in Frankreich, Holland und England gelesen. Böhme bezeichnete sich als jemand, der nicht nur die Aufhebung der Gegensätze zwischen Gut und Böse geschaut, sondern davon auch Erkenntnis erlangt habe. Weiterhin sei ihm durch die Vision der "Grund und Ungrund" der Schöpfung klar geworden...
Jakob Böhme wurde 1575 in Alt Seidenberg bei Görlitz als viertes Kind einer wohlhabenden Bauernfamilie geboren.

Sein Vater Jakob Böhme war Kirchvater und Gerichtsschöffe. Seit der Kindheit hatte Jakob Böhme es mit einer schwachen Gesundheit zu tun. Nach dem Schulbesuch erlernte er das Schuhmacherhandwerk in Seidenberg und arbeitete zunächst auch als Schuhmacher. 1599 wurde ihm als Meister das Bürgerrecht verliehen, und er wurde in die Schusterinnung aufgenommen. Im gleichen Jahr wurde er Hausbesitzer in Görlitz. Böhme erwarb sich eine gewisse soziale Unabhängigkeit mit dem erfolgreichen Handel von Leder und Garn. Schon im Jahr 1600 hatte er eine Vision, für deren Verarbeitung er aber zwölf Jahre benötigte.

Erst danach war er imstande, sie niederzuschreiben in dem Werk "Aurora, oder Morgenröte im Aufgang" (1612). Es wurde von Karl Ender von Sercha ohne Wissen von Jakob Böhme in Umlauf gebracht. Im Jahr darauf bezeichnete der Oberpfarrer Gregor Richter aus Görlitz den Autor öffentlich als Ketzer. Böhme wurde verhaftet und für kurze Zeit eingekerkert. Es folgten Verhöre durch den Görlitzer Oberpfarrer. 1613 erreichte die Lutherisch-orthodoxe Geistlichkeit ein Verbot der Schrift, und Böhme durfte nicht mehr schreiben. Doch schon 1618 nahm Böhme auf Drängen von Freunden, die Arbeit wieder auf. 1619 entstand "De tribus principiis, oder die Beschreibung der drei Prinzipien göttlichen Wesens".

Trotz Krankheit entstanden 1620 weitere Schriften, die unter der Hand an ein interessiertes Lesepublikum in Umlauf gerieten. Böhme reagierte auf Kritiken zu seinen Arbeiten und so entstanden in den Jahren 1620 bis 1623 Entgegnungsschriften. Dazu zählen unter anderem "Von dem dreifachen Leben des Menschen", "Vierzig Fragen von der Seelen", "Von der Menschwerdung Jesu Christi" (1620), "Sechs theosophische Punkte" (1621), "De signatura rerum, oder Von der Geburt und Bezeichnung aller Wesen" (1622), "Von der Gnadenwahl" (1623) und "Mysterium Magnum, Oder Erklärung über das Erste Buch Mosis" (1622/1623)". In seinen "Theosophischen Sendbriefen" ist sein ausgedehnter Briefwechsel mit Freunden und Schülern dokumentiert.

Das Werk "Der Weg zu Christo" (1624) wurde als einzige Arbeit zu Lebzeiten Böhmes von Johann Siegismund von Schweinichen herausgegeben, gedruckt in Görlitz. Dagegen verfasste Oberpfarrer Richter im gleichen Jahr Pamphlete und Hetzreden gegen Böhme. Nach einer wiederholten Untersuchung vor dem Magistrat der Stadt verließ Böhme für einige Zeit Görlitz. Er folgte einer Einladung an den kurfürstlich-sächsischen Hof in Dresden. Dort blieb das Treffen mit Untersuchungsbeamten ohne Ergebnis. Jakob Böhme bezeichnete sich als jemand, der nicht nur die Aufhebung der Gegensätze zwischen Gut und Böse geschaut, sondern davon auch Erkenntnis erlangt habe. Weiterhin sei ihm durch die Vision der "Grund und Ungrund" der Schöpfung klar geworden.

Ausgehend von dieser Vision entwickelte Böhme einen mythische Beschreibung der kompletten Schöpfung im Zusammenhang mit auf Paracelsus beruhenden alchemistischen Auffassungen. In Böhmes naturmystischem Denken entwickelte sich eine "Natur-Sprache", die ebenfalls von Paracelsus Signaturlehren beeinflusst wurde. An Böhmes Werke orientierten sich Dichter und Sprachtheoretiker der Barockzeit wie Johann Scheffler (Angelus Silesius), Quirinus Kuhlmann, Daniel Czepko von Reigersfelden und Johann Klaj. 1623 traf er mit Abraham Franckenberg zusammen, der zur Verbreitung von Böhmes Schriften maßgeblich beitrug und dessen Schriften dadurch gleichfalls beeinflusst wurden.

Der Mystiker bekannte sich in seinen Schriften zu einem Pantheismus und einer kosmologischen Lehre im Sinne des reformierten Christentums, wobei er auf erkenntnistheoretische und ethische Gedanken des evangelischen Theologen und Mystikers Valentin Weigel zurückgreift. Von einem Besuch bei Freunden kehrte Böhme am 7. November 1624 schwerkrank nach Görlitz zurück.

Jakob Böhme starb zehn Tage später, am 17. November 1624, in seinem Haus in Görlitz.
1612
Aurora (Die Morgenröte im Aufgang)

1619
De tribus principiis, ( Beschreibung der drei Prinzipien göttlichen Wesens)

1620
Psychologica vera (Vierzig Fragen von der Seelen)

1620
De incarnatione verbi (Von der Menschwerdung Jesu Christi)

1620
Sex puncta theosophica (Von sechs Theosophischen Puncten)

1620
Sex puncta mystica (Kurtze Erklärung Sechs Mystischer Puncte)

1620
Mysterium pansophicum (Gründlicher Bericht von dem Irdischen und Himmlischen Mysterio)

1620
Informatorium novissimorum (Von den letzten Zeiten an P. Kaym)

1621
Christosophia (der Weg zu Christo)

1621
Libri apologetici (Schutz-Schriften wider Balthasar Tilken)

1621
Antistifelius (Bedenken über Esaiä Stiefels Büchlein)

1622
Ingleich Vom Irrtum der Secten Esaiä und Zechiel Meths

1622
De signatura rerum, (Von der Geburt und der Bezeichnung aller Wesen)

1623
Mysterium Magnum (Erklärung über das erste Buch Mosis)

1623
De testamentis Christi (Von Christi Testamenten)

1624
Quaestiones theosophicae (Betrachtung Göttlicher Offenbarung)

1624
Tabulae principorium (Tafeln von den Dreyen Pricipien Göttlicher Offenbarung)

1624
Apologia contra Gregorium Richter (Schutz-Rede wider Richter)

1624
Libellus apologeticus (Schriftliche Verantwortgung an E.E. Rath zu Görlitz)

1624
Clavis (Schlüssel, das ist Eine Erklärung der vornehmsten Puncten und Wörter, welche in diesen Schriften gebraucht werden)

1618–1624
Epistolae theosophicae (Theosophische Send-Briefe)



Entgegnungsschriften



1620
De triplici vita hominis (Von dem Dreyfachen Leben des Menschen)

1620
Vierzig Fragen von der Seelen

1620
Von der Menschwerdung Jesu Christi

1621
Sechs theosophische Punkte

1622
De signatura rerum, (Von der Geburt und Bezeichnung aller Wesen)

1623
De electione gratiae (Von der Gnaden-Wahl)

1622/1623
Mysterium Magnum, (Erklärung über das Erste Buch Mosis)

NameJakob Böhme

Geboren am01.01.1575

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortSeidenberg, Görlitz (D).

Verstorben am17.11.1624

TodesortGörlitz (D).