Biografie

Elisabeth von Österreich-Ungarn

Die Tochter des bayerischen Herzogs Max stellte ab 1854 die Kaiserin von Österreich und ab 1867 Apostolische Königin von Ungarn. Als "Sissi" wurde sie glorifiziert und durch ihre tragische Lebensgeschichte zu einer der populärsten Persönlichkeiten der europäischen Monarchie. Erst 16-jährig heiratete Elisabeth von Wittelsbach Kaiser Franz Josef I. Diese Heirat war aus politischen und dynastischen Gründen arrangiert worden und demonstrierte die Entschlossenheit des Kaisers, seinen Einfluss als deutscher Fürst und Oberhaupt des Deutschen Bundes zu stärken. Politisch trat Kaiserin Elizabeth von Österreich-Ungarn nur wenig in Erscheinung; dem strengen Hofleben mehr und mehr abgeneigt und ihrem Mann gegenüber zunehmend distanziert, verbrachte sie die meiste Zeit auf Reisen. Ihr Interesse galt Ungarn, wodurch sie 1867 nachhaltigen Einfluss am Zustandekommen des Ausgleichs zur Errichtung der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn hatte...

Elisabeth Amalie Eugenie, genannt Sissi, wurde als zweite Tochter des bayerischen Herzogs Max und der Herzogin Ludovika am 24. Dezember 1837 in München geboren.

Elisabeth Amalie Eugenie von Wittelsbach wuchs mit drei Geschwistern im Herzog Max Palais in München auf. Während eines Aufenthaltes in Bad Ischl lernte die erst 15-jährige Sissi Kaiser Franz Josef I., ihren Cousin, kennen. Bereits im Jahr darauf, am 24. April 1854, heirateten sie in der Augustinerkirche in Wien. Die Ehe war aus politischen und dynastischen Gründen arrangiert worden und demonstrierte die Entschlossenheit des Kaisers, seinen Einfluss als deutscher Fürst und Oberhaupt des Deutschen Bundes zu stärken. Die erste gemeinsame Tochter Sophie kam am 5. März 1855 in Wien zur Welt, doch zwei Jahre darauf starb das Kind am 29. Mai 1857 in Budapest. Am 15. Juli 1856 kam die zweite Tochter Gisela in Wien zur Welt.

Der ersehnte Thronfolger, Kronprinz Rudolf, wurde am 21. August 1858 in Laxenburg bei Wien geboren. Die Ehe des Kaiserpaars verlief nicht ohne Probleme, häufig gab es Auseinandersetzungen. Sissis Abneigung gegen höfische Etikette veranlasste sie zu häufigen Reisen und verhalf ihr zu den gewünschten Ortswechseln und zu einer gewissen örtlichen Distanz zum Hofe. Ihre Reisen führten sie rund um die Welt. Im Juli 1860 ereignete sich ein Höhepunkt der ehelichen Auseinandersetzung. Sissi reiste nach Possenhofen ab. Im gleichen Jahr verschlimmerte sich auch ihr Gesundheitszustand. Zur Genesung reiste sie nach Madeira. Im Jahr darauf kehrte sie nach Wien zurück, dort erlitt sie einen gesundheitlichen Rückschlag. Um sich zu kurieren, hielt sich Sissi in diesem Jahr auf Korfu auf. 1862 reiste sie wieder ab nach Wien.

Elisabeth war ausgesprochen sprachbegabt. Sie begann im Jahr 1863 ein Studium der ungarischen Sprache, die sie bald beherrschte. Weiterhin erlernte sie Französisch, Tschechisch und Italienisch. Sie lernte indes noch Alt- und Neugriechisch. Zu ihren Interessensgebieten gehörte auch die griechische Kultur. Zu ihrer Literatur zählten Werke von Heinrich Heine, William Shakespeare, Johann Wolfgang von Goethe, Homer oder Arthur Schopenhauer. Sie war auch selbst literarisch tätig und schrieb Gedichte. Zugleich spiegelte ihre Vorliebe für Ungarn ihre Distanz zum Wiener Hof und dessen Strenge wieder sowie ihre Abneigung gegenüber ihrer herrischen Tante und Schwiegermutter Sophia.

Die Kaiserin setzte sich im Jahr 1866 für die Autonomie von Ungarn ein. Dabei trat sie nur kurz politisch in Erscheinung. 1867 erfolgte ein Ausgleich zwischen Österreich und Ungarn, beide Länder existierten als Doppelmonarchie. Im Juni 1867 wurden Franz Joseph und Elisabeth zu König und Königin von Ungarn gekrönt. Im Jahr darauf, am 22. April 1868, kam die dritte Tochter Marie Valerie in Budapest zur Welt. Sie wurde ihre Lieblingstochter. 1874 reiste Elisabeth erstmals nach England. Dort lernte sie die Reitjagden kennen, für die sie sich interessierte. Sie entwickelte sich dabei in Irland zu einer ausgezeichneten Reiterin. Ihr Sohn Kronprinz Rudolph verheiratete sich am 10. Mai 1881 mit Stephanie von Belgien.

Am 30. Januar 1889 beging ihr Sohn gemeinsam mit seiner Geliebten Mary Vetsera im Jagdschloss Mayerling Selbstmord. Ende der 1880er Jahre hatte Sissi Griechisch gelernt, besuchte die archäologischen Ausgrabungsstätten in Griechenland und erwarb schließlich die Villa Achilleion auf Korfu. Die Beziehung zu ihrem Ehemann wurde zunehmend distanzierter. Sie hatte ihr gesamtes privates Vermögen in die Schweiz transferiert.

Am 10. September 1898 fiel die exzentrische und zunehmend schwermütige Kaiserin Elisabeth einem Attentat in Genf zum Opfer. Sie wurde von dem 24-jährigen italienischen Anarchisten Luigi Lucheni mit einer Feile erstochen. Nach ihrer Verfügung sollte ihr Gedichtband erst 80 Jahre nach ihrem Tod veröffentlicht werden. Der Erlös daraus sollte politischen Opfern der österreichisch-ungarischen Monarchie zugute kommen.

NameElisabeth von Österreich-Ungarn

AliasSissi

Geboren am24.12.1837

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortMünchen (D).

Verstorben am10.09.1898

TodesortGenf (CH).