Biografie

José María Aznar López

Der Jurist und vormalige Finanzinspektor amtierte von 1996 bis 2004 als spanischer Ministerpräsident (Presidente del Gobierno). Mit der Unterstützung seitens regionalistischer Parteien begleitete der konservative José María Aznar López den europäischen Integrationsprozess des Königreichs Spanien durch ein Programm der inneren Konsolidierung und der Reformen. In der Irak-Frage profilierte sich der rechtskonservative Politiker 2003 wie kein anderer Regierungschef des europäischen Kontinents als Befürworter des amerikanisch-britischen Militärschlags, in dessen Folge Spanien Ziel der schwersten Terroranschläge in der Geschichte der EU wurde...
José María Aznar López wurde am 25. Februar 1953 in Madrid geboren.

Nach Schule und Abitur nahm López an der Universität seiner Heimatstadt ein Jura-Studium auf. Im Anschluss daran war er als Finanzinspektor tätig. 1979 erhob man López zum Generalsekretär der rechtskonservativen "Alianza Popular" (AP) von Logroño, in der er schon seit mehreren Jahren politisch aktiv gewesen war. 1982 folgte seine Nominierung zum nationalen Generalsekretär der Partei, als welcher er bis 1987 amtierte. López zog 1984 als Abgeordneter Avilas in das Parlament ein, wo er bis 1987 vertreten war. Zugleich wählte man ihn 1986 zum Präsidenten der AP in der Provinz Kastilien-León. Als Regierungschef dieser autonomen Provinz trat López 1987 sein erstes politisches Amt an, das er für zwei Jahre wahrnahm.

Im Jahr 1990 folgte die Ernennung zum Vizepräsidenten des "Partido Popular" (PP), der die Nachfolge der AP angetreten hatte. Bei den Parlamentswahlen vom September desselben Jahres kandidierte López für das Amt des Ministerpräsidenten, wobei er jedoch gegen die sozialistische Regierungspartei (PSOE) unterlag. Im Frühjahr 1990 wurde López zum neuen Präsidenten des PP gewählt. Der junge Politiker vertrat eine neue Generation von Parteifunktionären, die nicht mehr durch ihre Beteiligung an der Diktatur des Generals Francisco Franco Bahamonde kompromittiert war und die programmatische Wende von der rechtskonservativen Ordnungspolitik zu einem gemäßigten Konservativismus, zu einer Partei der Mitte anstrebte.

Bei den vorgezogenen Neuwahlen vom Juni 1993 konnte die PSOE, trotz Verlustes der absoluten Mehrheit, erneut einen Sieg davontragen und die spanische Regierung für die nächste Legislatur bilden. Der PP übte sich in den folgenden Jahren unter der Führung seines Vorsitzenden López in der Opposition. Am 19. April 1995 entging López einem vermutlich von der ETA verantworteten Bombenanschlag nur leicht verletzt. Der Terrorakt förderte indirekt das öffentliche Ansehen des Oppositionsführers. Infolge zahlreicher Korruptions- und Geheimdienstskandale, in die sich die Regierungspartei PSOE verstrickt hatte, stieg der PP bei den vorgezogenen Parlamentswahlen vom März 1996 erstmals zur stärksten politischen Kraft auf.

López bildete ein Minderheitenkabinett, das sich auf die Duldung der regionalistischen Parteien Kataloniens, des Baskenlandes und der Kanaren stützte. Darunter konnte die katalanische Regionalpartei weitgehende Zugeständnisse gegenüber ihren Autonomieansprüchen erringen. Daraufhin wurde López am 4. Mai 1996 durch das Parlament zum neuen Ministerpräsidenten des Königreichs Spanien gewählt. Während seiner ersten Amtszeit von 1996 bis 2000 realisierte López mit seiner "Reformregierung der Mitte" eine deutliche Sanierung des Staatshaushaltes, einen Abbau des bürokratischen Apparats und eine verstärkte Privatisierungspolitik. Der Erfolg seiner Regierungspolitik bescherte dem PP bei den Parlamentwahlen vom März 2000 einen erneuten Erfolg.

López wurde am 12. März 2000 für eine weitere Legislatur zum spanischen Ministerpräsidenten gewählt. Er wurde zugleich Vize-Präsident der "European Democratic Union" und 2001 zum Vorsitzenden des "International Democratic Centre" (IDC) erhoben. In seiner zweiten Amtszeit nahm Aznar López in der ab 2002 eröffneten Irak-Frage zugunsten eines Militärschlags gegen den Diktator Saddam Hussein Stellung. Im Vorfeld und während des im März 2003 begonnenen Irak-Kriegs ergriff der spanische Regierungschef - gegen die Friedenshaltung der anderen europäischen Länder - Partei für die US-amerikanischen und britischen Aggressoren. Nach dem Ende der Kriegshandlungen und nach der Festnahme des Diktators Hussein wurde Spanien von den schwersten Terror-Anschlägen in der Geschichte der EU heimgesucht, bei denen über 200 Menschen ihr Leben verlohren.

Im Berufsverkehr des 11. März 2004 detonierten mehrere Bomben am Bahnhof von Madrid. Kurz darauf bekannte sich die islamistische Terror-Organisation Al-Kaida zu den Anschlägen. Nach dreitägiger Staatstrauer kam es am 14. März 2004 zu Parlamentswahlen, bei denen die Sozialistische Arbeiterpartei (PSOE) überraschend einen Anteil von über 42 Prozent erhielt und damit die bisher regierende Volkspartei (PP) als stärkste Kraft ablöste. Beobachter sahen in diesem Ergebnis, dass die Unterstützung des Irak-Kriegs durch Aznar die Terroranschläge provoziert habe. Auch die hohe Wahlbeteiligung von 76 Prozent wurde als Reaktion auf die Anschläge gewertet. Als Nachfolger und neuer Ministerpräsident von Spanien wurde José Luis Rodríguez Zapatero am 16. April 2004 im Amt vereidigt.

José María Aznar López ist mit Ana Botella verheiratet und Vater dreier Kinder.


Die Europäische Union

NameJosé María Aznar López

Geboren am25.02.1953

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortMadrid (ES).