Biografie

Carlo Schmid

NameCarlo Schmid

Geboren am03.12.1896

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortPerpigan (F).

Verstorben am11.12.1979

TodesortBonn (D).

Carlo Schmid

Der Jurist und SPD-Politiker hatte nachhaltigen Einfluss auf die Souveränität sowie die politische und juristische Gestaltung der jungen Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg. Als einer der Väter des Grundgesetzes war er maßgeblich am Entwurf des Godesberger Programms der SPD beteiligt, welches die Partei zur Volkspartei formierte. Prof. Dr. Carlo Schmid war Mitglied des PEN-Zentrums und Goethe-Preisträger. Dabei gelang es ihm, Wissenschaft und Kunst mit Politik zu verbinden. In seinem politischen Handeln sah er die Aussöhnung mit dem französischen Nachbarn als zentrale Voraussetzung für die europäische Integration Deutschlands...
Carlo Schmid wurde am 3. Dezember 1896 in Perpignan/Südfrankreich geboren.

Gemeinsam mit der Familie zog er 1908 nach Stuttgart. Nach Abschluss der Hochschule meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst des Ersten Weltkrieges, an dem er von 1914 bis 1918 teilnahm. Im letzten Kriegsjahr wurde er Mitglied eines Soldatenrates. Nach seiner Rückkehr studierte Schmid von 1919 bis 1921 Rechts- und Staatswissenschaften in Tübingen. 1923 promovierte er in Frankfurt am Main mit einer Dissertation über "Die Rechtsnatur der Betriebsvertretungen nach dem Betriebsrätegesetz". 1924 ließ er sich als Rechtsanwalt in Reutlingen nieder.

Im Jahr 1925 trat er als Gerichtsassessor in den württembergischen Justizdienst ein. In den Jahren von 1927 bis 1931 wurde er Amtsrichter und darauf als Landgerichtsrat in Tübingen tätig. Indes war er durch Freistellung 1927/28 Referent am Kaiser-Wilhelm-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Berlin. In diesem Amt nahm er an Sitzungen des Ständigen Internationalen Gerichtshofes in Den Haag teil. 1929 erfolgte in Tübingen seine Habilitation mit einer Arbeit über die Rechtsprechung des Internationalen Gerichtshofes. Ab 1930 wurde Schmid in Tübingen Privatdozent für Völkerrecht.

Nach der Machtergreifung der NSDAP 1933 wurde ihm "weltanschauliche und politische Zuverlässigkeit" im Sinne der NS-Ideologie vorgeworfen, worauf er aus allen Ämtern entlassen wurde. 1940 wurde er als juristischer Berater der deutschen Oberfeldkommandantur in Lille zur Wehrmacht eingezogen, wo er bis 1944 seinen Dienst tat. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er durch die französische Militärverwaltung mit der Organisation des neugebildeten Landes Württemberg-Hohenzollern als Präsident des Staatssekretariats für die französisch besetzte Zone in Tübingen beauftragt.

Von 1946 bis 1950 verdiente er sich in Südwürttemberg als Landesvorsitzender der SPD. Zugleich wurde er bis 1953 als Professor für Öffentliches Recht an die Universität Tübingen berufen. 1947 bis 1950 wurde er Stellvertretender Staatspräsident und Justizminister von Württemberg-Hohenzollern sowie bis 1973 Mitglied des Parteivorstandes der SPD. Als SPD-Fraktionsvorsitzender im Parlamentarischen Rat und Vorsitzender des Hauptausschusses von 1948 bis 1949, war Carlo Schmid maßgeblich an der Ausarbeitung des Grundgesetzes beteiligt. 1949 bis 1952 stellte er als Mitglied des Deutschen Bundestages den Vorsitzenden der Deutschen Gruppe im Parlamentarischen Rat der Europäischen Bewegung sowie den Vizepräsidenten der Europa-Union.

Als Vizepräsident des Deutschen Bundestages war er von 1949 bis 1966 tätig. 1950 bis 1966 war Schmid als Mitglied der Beratenden Versammlung des Europarates in Straßburg tätig sowie von 1953 bis 1966 als Professor für Politische Wissenschaften an der Universität Frankfurt/Main aktiv. 1955 wurde er mit dem Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Bis 1959 begleitete Schmid Konrad Adenauer auf zahlreichen Reisen nach Osteuropa, bei denen er Wegbereiter der Verträge von Warschau und Moskau im Jahr 1970 wurde. Als Mitglied des SPD-Präsidiums von 1958 bis 1970 hatte er maßgebliche Beteiligung an der Ausarbeitung des 1959 formulierten Godesberger Programms seiner Partei.

Im Jahr 1959 unterlag er bei den Bundespräsidentenwahlen Heinrich Lübke. 1963 bis 1966 stellte er den Präsidenten der Versammlung der Westeuropäischen Union in Paris. Von 1966 bis 1969 nahm er in der Großen Koalition im Kabinett Kurt Kiesingers das Amt des Bundesministers für Angelegenheiten des Bundesrates und der Länder war. Von 1969 bis 1972 wurde er Vizepräsident des Deutschen Bundestags sowie von 1969 bis 1973 Mitglied der Beratenden Versammlung des Europarates in Straßburg. Im Zuge des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages von 1963 wurde er Koordinator der deutsch-französischen Beziehungen.

Von 1970 bis 1974 wurde er Vorstandsmitglied des Deutschen Rats der Europäischen Bewegung. 1972 verzichtete er auf eine weitere Kandidatur. 1979 veröffentlichte er seine Memoiren.

Carlo Schmid starb am 11. Dezember 1979 in Bonn.

NameCarlo Schmid

Geboren am03.12.1896

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortPerpigan (F).

Verstorben am11.12.1979

TodesortBonn (D).

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