Biografie

Baschar al-Assad

Der syrische Politiker stellt seit 2000 als Generalsekretär der Baath-Partei den Staatspräsidenten Syriens; er herrscht in der Nachfolge seines Vaters. Die innenpolitische Situation wurde auch unter Baschar al-Assad weiterhin durch eine Beeinträchtigung der Menschenrechte belastet. Im außenpolitischen Bereich setzte er die harte Israel-Politik seines Vaters fort, die jegliche Annäherung zwischen beiden Ländern von einer Räumung der besetzten Golanhöhen abhängig machte. Mit grausamer härte ging die Regierung Assad ab 2011 gegen die sich radikalisierende Opposition vor; laut Aktivisten starben bis 2012 im Rahmen der Proteste bis zu 25.000 Menschen. Zahlreiche versuche des UN-Sicherheitsrates zu intervenieren scheiterten am Veto Russlands und Japans...

Die Staats- und Regierungschefs Asiens
Baschar al-Assad wurde am 11. September 1965 als Sohn des Offiziers und späteren Staatspräsidenten von Syrien Hafis al-Assad (1930-2000) in Damaskus (Syrien) geboren.

In der syrischen Hauptstadt besuchte Assad ein französisch-arabisches Gymnasium, nicht-religiöser, laizistischer Ausrichtung. Nach dem Abitur absolvierte er ein Medizinstudium an der Universität Damaskus. Nach einem Praktikum am Militärkrankenhaus in Tischrin unternahm Assad eine medizinische Fortbildung an einem Londoner Krankenhaus. Als zu Jahresbeginn 1994 sein älterer Bruder durch einen Unfall zu Tode gekommen war, rückte Assad in dessen Position als Nachfolger des Vaters, der seit 1970 als Staatspräsident über Syrien herrschte. Assad wurde aus seiner medizinischen Ausbildung herausgerissen und musste sich nun auf eine Laufbahn beim Militär einlassen, wo er innerhalb kürzester Zeit vom Hauptmann zum Bataillonsführer aufstieg. 1999 beförderte man ihn zum Oberst.

Neben der Militärausbildung führte der Vater ihn schrittweise auch an politische Aufgaben heran. Unter anderem war Assad in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre auch für die syrische Politik gegenüber dem benachbarten Libanon verantwortlich. Als Präsident der Syrischen Gesellschaft für Informationstechnologie trieb Assad aber auch die technische Entwicklung seines Landes im Kommunikations- und Informationsbereich voran. Im Zuge seiner Kampagne gegen die Korruption öffnete sich der künftige Staatschef - zum Teil durch Ausschaltung seiner politischen Gegner - den Weg an die Spitze der regierenden Baath-Partei. Der bisherige Staatspräsident Hafis al-Assad starb am 10. Juni 2000, worauf das Parlament rasch das Mindestalter für das Präsidentenamt auf 34 Jahre senkte.

Assad wurde bereits einen Tag später zum Generalleutnant und Oberbefehlshaber des Militärs erhoben, am 17. Juni zum Generalsekretär der Baath-Partei bestellt und durch ein Referendum vom 10. Juli 2000 mit großer Stimmmehrheit für sieben Jahre zum künftigen Staatspräsidenten gewählt. Nach seiner Vereidigung am 17. Juli 2000 stellte der neue Staatschef Reformen von Wirtschaft und Verwaltung in Aussicht, die allerdings in den folgenden Jahren nicht umgesetzt werden konnten. Die innenpolitische Situation Syriens wurde auch unter dem jungen Staatspräsidenten weiterhin durch eine Beeinträchtigung der Menschenrechte belastet, da etwa zahlreiche politische Gefangene in den Gefängnissen ohne Kontakt zu ihren Familien gehalten werden. Im außenpolitischen Bereich setzte Assad die harte Israel-Politik seines Vaters fort, die jegliche Annäherung zwischen beiden Ländern von einer Räumung der besetzten Golanhöhen abhängig machte.

Im Oktober 2000 konnte der syrische Staatschef mit Bundeskanzler Gerhard Schröder ein deutsch-syrisches Schuldenabkommen vereinbaren. Anfang 2001 heiratete er die in Großbritannien gebürtige Informatikerin Asma al Achras. Im Mai 2001 fand durch den Staatsbesuch Papst Johannes Paul II. in Damaskus, wo das katholische Kirchenoberhaupt als erster Papst überhaupt eine Moschee besuchte, eine Annäherung zwischen arabisch-muslimischem und christlichem Kulturkreis statt. Angebliche Äußerungen des syrischen Staatspräsidenten belasteten jedoch das Verhältnis zu Israel weiter: Assad soll dabei der israelischen Regierung Rassismus und religiöse Intoleranz vorgeworfen haben. In diesem Zusammenhang forderte der deutsche Außenminister Joschka Fischer den syrischen Staatspräsidenten bei dessen Deutschlandbesuch im Juli 2001 zu einer Korrektur seiner Rhetorik gegenüber Israel auf.

Infolge der durch Osama bin Laden am 11. September 2001 verantworteten Terror-Angriffe auf die USA stellte sich Assad zunächst auf die Seite der westlichen Anti-Terror-Front. Syrien unterstützte somit den nachfolgenden Militärschlag gegen das Taliban-Regime in Afghanistan. Im Zuge der US-amerikanischen Kriegsvorbereitungen gegen den Irak positionierte sich Assad jedoch ab Sommer 2002 zunehmend auf der Seite der Kriegsgegner, die eine friedliche Lösung des Konflikts mit dem irakischen Diktator Saddam Hussein anstrebten. Nach Beginn des Militärschlags gegen den Irak durch US-amerikanische und britische Truppen im März 2003 äußerte Assad zunehmende Kritik an dem durch kein UNO-Mandat legitimierten Angriffskrieg. Unter dem Vorwand, dass die Anhänger Saddam Husseins Unterstützung aus Syrien erhielten, forderte die US-Administration unter George W Bush den syrischen Staatschef auf, eindeutig für oder gegen die USA Stellung zu beziehen.

Damit drohte im Frühjahr 2003 eine Ausweitung des Konflikts von der Irakfrage auf Syrien, was der Gefahr eines Flächenbrandes im gesamten Nahen Osten Vorschub leistete. Zugleich intensivierten sich die Beziehungen Syriens zum Irakkriegsgegner Deutschland. Assad wurde Ende 2005 verdächtigt, in die Ermordung des libanesischen Ex-Ministerpräsidenten Rafik Hariri verwickelt zu sein. In einer Rede am 15. August 2006 sprach er von einem"siegreichen Widerstand" der Hisbollah im Libanon und bezeichnete Israel als einen "Feind", mit dem es keinen Frieden gebe. Am 27. Mai 2007 wurde Assad bei einem Referendum ohne Gegenkandidaten nach offiziellen Angaben mit 97,62 Prozent der Stimmen in seinem Amt und damit für eine weitere siebenjährige Amtszeit bestätigt.

Im Zuge der Umbrüche des "Arabischen Frühlings" wurden ab März 2011 auch in Syrien Proteste laut. Eine Anstechung wurde von Sicherheitskräften mit zunehmender Härte beantwortet. Die sich rasch ausbreitende Gewalt führte schnell zu Bürgerkriegsähnlichen zuständen, in denen laut Aktivisten bis 2012 über 25.000 Menschen starben. Menschenrechts-Organisation wie "Human Rights Watch" berichtete indes auch von Entführungen, Folter und Tötungen. Zahlreiche versuche des Weltsicherheitsrates der Vereinten Nationen zu intervenieren scheiterten am Veto Russlands und Japans.


Die Staats- und Regierungschefs Asiens

NameBaschar al-Assad

Geboren am11.09.1965

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortDamaskus (Syrien)