Biografie

Faisal Ibn Abd al-Aziz

Der saudische Monarch stellte von 1964 bis 1975 als vierter König den Staats- und Regierungschef von Saudi-Arabien. Davor führte Faisal Ibn Abd al-Aziz Ibn Saud im Jahr 1925 die Truppen in die Entscheidungsschlacht gegen Husain ibn Ali, den König des Hedschas, worauf er Vizekönig des Hedschas wurde. 1932 wurde er Außenminister des Königreichs. Unter seinem Bruder Saud (König von 1953-1964) übernahm er zunächst das Amt des Premierministers (1958-1960 und 1962-1964), ehe es Faisal gelang, seinen Bruder zunehmend aus der Politik zu verdrängen. In seiner Funktion als König gab er in den 1970er Jahren eine Schlüsselfigur bei dem Erdölboykott arabischer Staaten gegen den Westen ab...
Faisal Ibn Abd al-Aziz Ibn Saud wurde 1906 als Sohn des dritten Königs Ibn Saud lll. von Saudi-Arabien in Riad geboren.

Aufgewachsen ist Ibn Saud in Riad, wo er privaten Schulunterricht erhielt und für die Übernahme der Staatsgeschäfte geschult wurde. Im Anschluss an seine Ausbildung führte er 1925 die saudischen Truppen in der Entscheidungsschlacht gegen Husain ibn Ali, den König der Region Hedschas, und wurde darauf Vizekönig des Hedschas.

Im Jahr 1932 wurde er Außenminister. Nach dem Tod seines Vater 1953 war sein Bruder, König Saud Ibn Abd al-Aziz, bis 1964 faktisch Alleinherrscher von Saudi-Arabien. Faisal übernahm indes in den Jahren von 1958 bis 1960 sowie von 1962 bis 1964 das Amt des Premierministers. Faisal gelang es, seinen Bruder zunehmend aus der Politik zu verdrängen. Im März 1964 wurde Faisal Regent, und am 2. November des selben Jahres wurde Saud als König abgesetzt und Faisal intronisiert.

Während seiner Regierungszeit flossen große Teile aus den Einkünften der Saudischen Ölvorkommen in die behutsame Modernisierung des Beduinen-Staates. Als Gegner der panarabischen sozialrevolutionären Richtung unterstütze Ibn Saud in politischern und religiöser Hinsicht auch andere arabische Staaten wie etwa von 1962 bis 1967 die Royalisten im Bürgerkrieg von Jemen. Dabei arbeitete er eng mit dem Westen zusammen.

Nach der Niederlage im Jom-Kippur-Krieg von 1973 gegen Israel wurde Ibn Saud als nun weltgrößter Exporteur für Erdöl zur Schlüsselfigur im Erdölboykott der arabischen Staaten gegen den Westen. Mit dieser Politik forderte er den Rückzug Israels aus den besetzten Gebieten und aus Jerusalem. Diese Situation führe zu heftigen internationalen Spannungen und zur so genannten "Ölkrise" in den europäischen Ländern, der mit sonntäglichen Autofahrverboten und Energiesparmaßnahmen begegnet wurde.

Die Boykottmaßnahmen gegen die westliche Welt stieß jedoch auch im innerarabischen Lager auf Kritik und Widerstand. Von seinem Neffen Faisal ibn Musa‘id wurde König Ibn Saud am 25. März 1975 in Riad ermordet.

Zu seinem Nachfolger wurde der stellvertretende Ministerpräsident, sein Halbbruder Khaled Ibn Abd al-Aziz erhoben, der 1975 König Fahd zu seinem Thronfolger bestimmte und 1982 verstarb.


Die Staats- und Regierungschefs Asiens

NameFaisal Ibn Abd al-Aziz

Geboren am01.01.1906

GeburtsortRiad (Saudi-Arabien)

Verstorben am25.03.1975

TodesortRiad (Saudi-Arabien)