Biografie

Golo Mann

Der Sohn des deutschen Schriftstellers Thomas Mann stieg während des Nationalsozialismus im französischen und amerikanischen Exil zu einem international anerkannten Historiker vornehmlich der neueren deutschen Geschichte auf. Mit seiner "Deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts" (1958) und seiner "Propyläen-Weltgeschichte" (1961-1964) schuf Golo Mann Standardwerke der Geschichtswissenschaft auch im westlichen Nachkriegsdeutschland. Manns Biografie über "Wallenstein" (1971) verbindet literarische Eleganz und wissenschaftliche Prägnanz zu einem Meisterwerk der narrativen Geschichtsschreibung...
Angelus Gottfried (genannt Golo) Mann wurde am 27. März 1909 in München geboren.

Sein Vater war der Schriftsteller Thomas Mann, sein Bruder der Schriftsteller Klaus Mann. Golo Mann hatte eine schwierige Kindheit, da er unter der Vernachlässigung durch seine Eltern litt. Er entwickelte daher andere Interessen als sein Vater. Nach der Schule studierte Mann von 1927 bis 1932 Philosophie und Geschichte an den Universitäten München, Berlin und Heidelberg. In Heidelberg erlangte er die Promotion bei Karl Jaspers.

Im Zuge der nationalsozialistischen Machtübernahme Ende Januar 1933 emigrierte Mann zunächst in die Schweiz, danach nach Frankreich. In St. Cloud wurde er als Lektor für deutsche Geschichte an der École Normale Supérieure tätig. Danach lehrte er Geschichte in Rennes. In den Jahren von 1937 bis 1940 betätigte sich Mann als Redakteur in Zürich. Mit seinem Onkel Heinrich Mann ging er 1940 nach Spanien, wo sie das dortige Bürgerkriegsgeschehen beobachteten. Anschließend wechselten sie in die USA. In Amerika erhielt Mann 1942 seine erste Berufung zum Professor für Geschichte.

Bis 1958 lehrte er an mehrere Universitäten. Hier beschäftigte er sich vor allem mit der deutschen Geschichte, um die Ursachen für die Katastrophe des Nationalsozialismus zu erforschen. 1958 legte Mann mit seiner "Deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts" das Ergebnis seiner amerikanischen Forschungsphase vor, das bis heute Standardcharakter besitzt. 1958 kehrte der Historiker in das westliche Nachkriegsdeutschland zurück, wo er zunächst an der Universität Stuttgart lehrte.

Seine Berufung zum ordentlichen Professor für Geschichte scheiterte jedoch im rigiden Klima der 1950er und 1960er Jahre an Manns Homosexualität, die gegenüber dem zuständigen Kultusministerium in Wiesbaden angezeigt wurde. 1961 wandte sich Mann dem Projekt eines Handbuchs der Weltgeschichte zu, die er bis 1964 in 10 Bänden beim Propyläen-Verlag vorlegte. 1971 folgte seine Biografie über "Wallenstein. Sein Leben erzählt von Golo Mann", die zu einem seiner bekanntesten Bücher avancierte. Historische Biografien verfasste Mann außerdem über "Friedrich von Gentz" (1947) und "Wilhelm II." (1964).

Im Jahr 1970 legte er seine deutsche Geschichte "Von Weimar nach Bonn. Fünfzig Jahre deutsche Republik" vor. Im politischen Leben des westlichen Nachkriegsdeutschlands engagierte sich der Historiker vornehmlich im konservativen Lager, auch wenn er aus seinen Sympathien für die Ostpolitik Willy Brandts keinen Hehl machte. 1974 wurde Mann einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, da er nun die Fernsehserie "Golo Mann im Gespräch mit ..." moderierte. Der Historiker wurde 1965 mit dem Schillerpreis in Mannheim ausgezeichnet.

Im Jahr 1968 erhielt er den Büchner-Preis und 1972 das Große Bundesverdienstkreuz. 1985 folgte der Goethe-Preis der Stadt Frankfurt/Main.

Golo Mann starb am 7. April 1994 in Leverkusen.


Bedeutende Geschichtsschreiber der Menschheitsgeschichte

NameAngelus Gottfried Mann

AliasGolo Mann

Geboren am27.03.1909

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortMünchen (D).

Verstorben am07.04.1994

TodesortLeverkusen (D).

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