Biografie

Karl Jaspers

Der Philosoph, Arzt und Psychiater gehört zu den bedeutendsten deutschen Existenzialphilosophen. Seine Lehren wurzeln in den Schriften von Immanuel Kant und Sören Kierkegaard. Schwerpunktthema seiner Schriften war die menschliche Existenz, die sich nach Karl Jaspers nicht in einem objektiven Verständnis fassen lässt. Er zieht daraus den Schluss, dass sich nur in Situationen des Scheiterns die ganze menschliche Existenz realisieren könne. Philosophie war für ihn keine Wissenschaft sondern vielmehr Existenzerhellung, die sich mit dem Sein als Ganzes befasst. Seine Philosophie ist außerdem stark von lebensphilosophischen Elementen durchzogen. In einer sinnlosen Wirklichkeit, in der die Naturwissenschaften keine Hilfe bei der Selbstvergewisserung bieten, braucht der Mensch ihm zufolge eine illusionslose Sicht seiner Existenz als Grundlage seiner Handlungsentscheidungen...
Karl Jaspers wurde als Sohn des Bankdirektor Carl Jaspers und seiner Frau Henriette, geborene Tantzen, am 23. Februar 1883 in Oldenburg geboren.

Jaspers begann 1901 ein Studium der Rechtswissenschaften an den Universitäten Freiburg im Breisgau und München. In dieser Zeit wurde eine unheilbare Krankheit an Herz und Lunge festgestellt, wodurch er sein Leben lang größtenteils im Liegen verbringen musste. Sie war auch Anlass, dass er zum Medizinstudium in Berlin wechselt. Im Jahr darauf verließ er Berlin und siedelte zunächst nach Göttingen und dann nach Heidelberg über. 1908 beendete er sein Studium mit dem Staatsexamen. In den Jahren von 1908 bis 1915 war er an der psychiatrischen Klinik in Heidelberg als Medizinalpraktikant tätig. Später arbeitete er dort als Mitarbeiter. 1909 ließ er sich zum Dr. med promovieren. Seine Promotionsarbeit verfasste Jaspers über das Thema "Heimweh und Verbrechen".

Im gleichen Jahr machte er die Bekanntschaft des renommierten Soziologen Max Weber, der ihn in seinem Denken beeinflusste. 1910 heiratete Jaspers die Nervenpflegerin Gertrud Mayer. Jaspers beschäftigte sich eingehend mit den Werken der Philosophen Edmund Husserl und Wilhelm Dilthey. 1913 wurde er zum Professor habilitiert. Der Titel seiner Habilitationsarbeit lautete "Allgemeine Psychopathologie", die über dieses Fachgebiet einen methodischen Überblick bietet. Im gleichen Jahr begann er mit seiner Tätigkeit als Privatdozent an der Heidelberger Universität. Jaspers widmete sich der psychologischen Analyse und Deutung von philosophischen Anschauungen.

Im Jahr 1919 wurde seine zweite große Arbeit mit dem Titel "Psychologie der Weltanschauungen" ediert. Sie handelt von der Beschäftigung der Philosophie vor dem Hintergrund der Wissenschaft. Im gleichen Jahr lernte er einen anderen großen Existenzialphilosophen, Martin Heidegger, kennen. Aus dem Kontakt entwickelte sich eine freundschaftliche Verbindung. 1922 erhielt Jaspers einen Ruf als ordentlicher Professor an die Universität Heidelberg. Zu seinen Schülern zählt unter anderem die Philosophin Hanna Arendt. 1931 erschien seine Schrift "Die geistige Situation unserer Zeit". Darin tritt er dem Urteil, dass Wissenschaftlichkeit der Ursprung von Wahrheit sei, entgegen. Im Jahr darauf wurde sein Hauptwerk "Philosophie" in drei Bänden veröffentlicht. Darin befasst sich Jaspers mit dem grundsätzlichen Anliegen seiner Existenzialphilosophie.

Im Jahr der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 wurde Jaspers von der Universitätsverwaltung ausgeschlossen und in den Ruhestand zwangsversetzt. 1943 wurde er vom NS-Regime mit einem Veröffentlichungsverbot belegt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1945 beteiligte sich Jaspers am Aufbau der Heidelberger Universität. Er rief die Zeitschrift "Die Wandlung" ins Leben, die eine geistige und moralisch Neuerung zum Ziel setzte. 1947 erschien der erste Band von Jaspers Werk "Von der Wahrheit" über die philosophische Logik. In der Nachkriegszeit kritisierte er in verschiedenen Schriften das Verhalten der Deutschen während der Naziherrschaft und auch in der Zeit nach dem Krieg. Jaspers erntete dafür andererseits Vorwürfe. Als Konsequenz daraus verließ er Heidelberg und ließ sich in Basel nieder.

Dort lehrte er an der Universität ab dem Jahr 1948. Karl Jaspers sah es als eine Pflicht und Verantwortung an, sich zu politischen Fragen zu äußern. Er begründete die Einmischung mit der Verquickung von Philosophie und Politik vor dem Hintergrund der menschlichen Freiheit. Zeit seines Lebens gab Jaspers seine Meinung zu politischen Angelegenheiten ab, besonders in diejenigen von Deutschland. Aber auch zu Fragen des deutschen Wissenschaftsbetriebes äußerte er sich öffentlich. Jaspers Einmischungen gaben immer wieder Anlass zur Kritik. 1957 wurde Jaspers erster Band zur Weltgeschichte der Philosophie unter dem Titel "Die großen Philosophen" publiziert. Darin teilt er die Philosophiegeschichte in drei Hauptbereiche ein und verneint sie als einen progressiven Prozess.

Im Jahr darauf wurde der Philosoph mit dem Friedenspreis der Deutschen Buchhandels geehrt. 1964 nahm Jaspers den Orden "Pour le Mérite" der Friedensklasse entgegen. Er wurde 1967 Schweizer Staatsbürger. Sein Werk umfasst bereits über 30 Bücher mit rund 12.000 Druckseiten, einen Nachlass von 35.000 Blättern mit einigen tausend Briefen.

Karl Jaspers starb am 26. Februar 1969 in Basel.

NameKarl Jaspers

Geboren am23.02.1883

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortOldenburg (D).

Verstorben am26.02.1969

TodesortBasel (CH).

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