Biografie

Abdullah bin Abdulaziz al-Saud

Der saudi-arabische Königssohn wurde 1962 zum Befehlshaber der saudischen Nationalgarde und 1982 zum stellvertretenden Ministerpräsidenten des Wüstenlandes erhoben. Als Kronprinz geriet Abdullah infolge einer Erkrankung König Fahds 1995 an die Spitze des arabischen Staates, wo er durch diplomatische Initiativen im Nahostkonflikt und bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus auf sich aufmerksam machte. In der Nachfolge Fahds ist er seit August 2005 der König Saudi-Arabiens...

Die Staats- und Regierungschefs Asiens
Abdullah bin Abdulaziz al-Saud wurde am 1. August 1924 in Riad in Saudi-Arabien geboren.

Sein Vater war König Abdulaziz bin Abdulrahman Al-Saud, der das Königreich Saudi-Arabien gründete und 37 Söhne in die Welt setzte. Seine Mutter war die achte Frau des Königs, Fahda. Abdullah genoss eine Ausbildung an der Prinzenschule des Königshofes in Riad. Dennoch unterhielt er seit frühester Jugend Verbindungen zur Lebenswelt der Beduinen, zu deren traditionellen Stammesleben in der Wüste er sich hingezogen fühlte.

Im Jahr 1962 erhob man ihn zum Befehlshaber der saudischen Nationalgarde, die sich aus Angehörigen der Beduinenstämme zusammensetzte. Seine erste offizielle Auslandsreise unternahm Abdullah im Herbst 1976, als er bei einem Staatsbesuch in den USA mit dem damaligen Präsidenten Gerald Rudolph Ford zusammentraf. Mitte 1982 wurde Abdullah zum stellvertretenden Ministerpräsidenten Saudi-Arabiens ernannt. In dieser Funktion unternahm er 1987 eine zweite USA-Reise, auf der er Präsident George H. W. Bush begegnete.

Abdullah galt als Kronprinz und potentieller Nachfolger an der Staatsspitze Saudi-Arabiens. Als sein Halbbruder und König Fahd Ibn Abd al-Aziz 1995 einen Schlaganfall erlitt, übernahm er daher die faktische Leitung der Staatsgeschäfte. Angesichts zunehmender terroristischer Aktivitäten islamistischer Kreise in Saudi-Arabien verfolgte Abdullah eine Innenpolitik, die zum einen auf eine vorsichtige politische Liberalisierung abzielte, zum anderen aber auch die religiösen Werte in der saudi-arabischen Gesellschaft betonte.

Als kommissarischer Staats- und Regierungschef bemühte sich Abdullah insbesondere nach dem Schock der Terroranschläge vom 11. September 2001 gegen die USA, an denen zahlreiche saudische Islamisten mitgewirkt hatten, um eine Politik der Entspannung gegenüber dem Westen und dem traditionellen Verbündeten USA. Im Nahostkonflikt setzte sich Abdullah 2002 für eine Rückgabe der israelisch besetzten Gebiete an die Palästinenser ein, für die er im Gegenzug die langfristige Anerkennung Israels in den Grenzen vor dem 1967er Krieg anbot.

Mit seinem Friedensplan konnte er sich in der internationalen Diplomatie jedoch nicht durchsetzen. Im Vorfeld des Irak-Kriegs von 2003 widersetzte sich Abdullah den Angriffsplänen des amerikanischen Verbündeten. Der US-Armee wurde daher untersagt, den Angriffskrieg von saudi-arabischem Territorium aus zu führen. Am 1. August 2005 verstarb der bisherige König Fahd. Abdullah wurde daraufhin noch am selben Tag zum neuen Herrscher Saudi-Arabiens gekrönt.

Im Januar 2008 besuchte US-Präsident George W. Bush Saudi-Arabien und traf sich mit König Abdullah. Dabei wurde der Atomstreit mit dem Iran und der Ölpreis zum Thema. Bush forderte die Erdölproduktion zu steigern und damit den Ölpreis zu senken. Weiter wurde eine angekündigten Waffenlieferung der USA an Saudi-Arabien im Wert von 20 Milliarden US-Dollar verhandelt.


Die Staats- und Regierungschefs Asiens

NameAbdullah bin Abdulaziz al-Saud

Geboren am00.00.1924

GeburtsortRiad (Saudi-Arabien)