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Lino Ventura, mit bürgerlichem Namen Angelo Borrini, wurde als Sohn einer Kaufmannsfamilie am 14. Juli 1919 im italienischen Parma geboren.
Im Jahr 1927 emigrierte die Familie nach Frankreich, wo sie sich in Paris niederließ. Er arbeitete später als Hoteljunge, Mechaniker, Handelsvertreter und Büroangestellter. Privat interessierte er sich für den Ringsport, dem er schließlich als Profi-Ringer nachging. 1950 wurde er, nach seiner steilen Karriere, Europameister im Ringen. Ventura kam nach einem Sportunfall, der das Ende seiner Profikarriere bedeutete, Ende der 1950er Jahre zur Schauspielerei.
Seinen Durchbruch als Filmschauspieler markierte 1953 der französische Krimi "Wenn es Nacht wird in Paris" neben Jean Gabin und Jeanne Moreau. Begeistert vom Filmgeschäft nahm er nun weitere Rollen an, vorzugsweise als Polizist und Gangster. "Der Mörder kam um Mitternacht" etablierte ihn 1959 bereits als Charakterdarsteller. 1960 folgte an der Seite von Hardy Krüger und Charles Aznavour die Produktion "Taxi nach Tobruk".
Zum Star des italienischen und französischen Films avancierte Ventura 1963 in "Der Panther wird gehetzt" neben Jean-Paul Belmondo. Im selben Jahr entstand mit Gert Fröbe und Belmondo "100.000 Dollar in der Sonne". Mit Lino Ventura folgten Filme wie "Der Gorilla lässt schön grüßen" und "Das Raubtier rechnet ab". Häufig stand Ventura noch im Schatten seines Kollegen und Mentors Jean Gabin. Darauf brillierte er in Meisterwerken wie "Fahrstuhl zum Schafott" (1957), "Die Abenteurer" (1966) oder "Armee im Schatten" (1969), in dem er in der Rolle eines Resistanzekämpfers zu sehen war.
Der politisch konservative Ventura führte mit seiner Frau Odette über vier Jahrzehnte eine Ehe ohne Schlagzeilen. Mitte der 1960er Jahre hatten er und seine Frau, veranlasst durch die schwere Behinderung ihrer jüngsten Tochter, die Stiftung "Schneeglöckchen" gegründet. Mit Jean-Pierre Melvilles Gangsterklassiker "Der zweite Atem" feierte Ventura 1966 einen internationalen Erfolg. Im selben Jahr begeisterte er das Publikum mit Filmen wie "Die großen Schnauzen" und "Die Abenteurer", für den er mit Alain Delon vor der Kamera stand.
Gemeinsam mit Jean Gabin und Alain Delon entstand mit dem Film "Der Clan der Sizilianer" (1969) einer der bedeutendsten Gangster-Filme des Jahrzehnts. Ventura galt als verschlossener, menschlicher und einzelgängerischer Typ, was er in vielen Filmen auch zum Ausdruck brachte, so auch in "Der Kommissar und sein Lockvogel", "Die Filzlaus", "Die Macht und ihr Preis", "Der Maulwurf", "Das Verhör" und in "Die 100 Tage von Palermo". 1981 lieferte er sich in dem kriminalistischen Kammerspiel "Das Verhör" ein faszinierendes Schauspielduell mit Michel Serrault.
Im Jahr 1982 spielte Ventura die Rolle des Galeerensträflings "Jean Valjean" in "Die Legion der Verdammten". Legendär wurde auch seine Rolle als Kommissar Verjeat in "Adieu Bulle". Der bis ins Alter aktive Schauspieler drehte mit dem Film "La Rumba" aus dem Jahr 1986 seine letzte Kinoproduktion. Im selben Jahr entstand mit "Sword of Gideon" ein TV-Spielfilm über das Attentat von 1972 auf das Olympiateam Israels in München.
Lino Ventura starb am 22. Oktober 1987 in Paris an einem Herzinfarkt. |
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