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Boris Leonidovich Pasternak wurde am 10. Februar 1890 in Moskau im russischen Zarenreich geboren.
Sein Vater war Maler, seine Mutter Pianistin. Pasternak wuchs in wohlhabenden Verhältnissen inmitten der Moskauer Kunstszene auf. Der Schriftsteller Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi war Freund der Familie. Beeinflusst wurde der junge Pasternak auch durch den deutschen Literaten Rainer Maria Rilke, der zweimal auf Besuch kam.
Pasternak besuchte die Deutsche Schule in Moskau und studierte Musikkomposition. 1905/06 hielt sich die Familie infolge des russischen Revolutionsversuchs in Berlin auf, wo er mit Maxim Gorki zusammentraf.
Im Jahr 1909 schrieb sich Pasternak für ein Jura-Studium an der Universität Moskau ein, das er jedoch bald in Philosophie umänderte. Während der Studienzeit war er am Literatenzirkel "Serdarda" beteiligt, der sich der Poesie verschrieben hatte.
Pasternak hielt sich 1912 für philosophische Studien auch an der Universität Marburg auf. Ein Jahr später veröffentlichte er seine ersten Gedichte in Moskau. 1914 wurde seine erste Gedichtsammlung publiziert. In den Jahren 1918 und 1922 folgten die ersten Prosa-Veröffentlichungen Pasternaks, der sich nun als anerkannter Schriftsteller etablierte.
Nach anfänglicher Begeisterung für die russische Revolution vom Oktober 1917 emigrierten 1921 seine Eltern und Geschwister nach Deutschland. Pasternak blieb mit seinem Bruder im Moskauer Elternhaus und heiratete 1922 die Malerin Evgenia Vladimirovna Lourié, mit der er einen Sohn hatte.
Im Jahr 1931 trennte sich Pasternak von seiner Frau, um mit Zinaida Nikolaevna Neuhaus zusammenzuleben, die er 1934 heiratete und mit der er einen zweiten Sohn hatte. Zugleich veröffentlichte er 1931 seine Autobiografie.
Während der 1930er Jahre litt der Literat unter den Restriktionen des Stalinismus bzw. des Sowjetischen Schriftstellerverbandes. Um einen Konflikt mit dem politischen System zu vermeiden, wandte er sich der Übersetzung internationaler Literaturklassiker wie Johann Wolfgang von Goethe und William Shakespeare zu.
In der Nachkriegszeit begann Pasternak an seinem großen Roman "Doktor Schiwago" zu arbeiten, der das Schicksal eines Physikers und Dichters unter den enormen Umwälzungen Russlands im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts beschreibt und den er 1955 fertig stellte. Der Autor sandte das Manuskript zum linken Feltrinelli-Verlag nach Italien. Während die sowjetische KP die Publikation des Romans verbot, wurde er 1957 in Italien veröffentlicht.
Das Werk entwickelte sich rasch zu einem internationalen Erfolg und erfuhr zahlreiche Übersetzungen. In der UdSSR wurde Pasternak jedoch aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen. Unter dem Druck der manipulierten sowjetischen Öffentlichkeit erklärte er seinen Verzicht auf den Literaturnobelpreis 1958, für den man ihn bereits in Stockholm nominiert hatte.
Boris Pasternak starb am 30. Mai 1960 in Peredelkino bei Moskau (UdSSR). |
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