Biografie

Lew Nikolajewitsch Tolstoi

NameLew Nikolajewitsch Tolstoi

Geboren am28.08.1828

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortJasnaja Poljana (RUS).

Verstorben am07.11.1910

TodesortAstapovo (RUS).

Lew Nikolajewitsch Tolstoi

Der russische Schriftsteller und Denker zählt zu den größten Schriftstellern der Weltliteratur. Sein Hauptwerk ist das großangelegte Epos "Krieg und Frieden", das als einer der weltbesten Romane aus der historischen, biografischen und Memoirenliteratur hervorging. Damit hatte er entscheidenden Einfluss auf die Literaturgattung des historischen Romans. Vielfach zeichnen seine Werke den inneren Monolog als Introspektion aus. Eines seiner markantesten stilistischen Mittel ist die Verfremdung. Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi machte sich nicht nur einen Namen als Epiker und Dramatiker, sondern auch als international bedeutender Laientheologe...
Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi wurde als Sohn des Grafen und Gutsbesitzers Nikolai Iljitsch Tolstoi auf dem Gut Jasnaja Poljana am 28. August 1828 geboren.

Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi war früh verwaist, seine Mutter starb bereits im Jahr 1830. Sieben Jahre später verstarb auch der Vater. Nachdem im Jahr 1841 auch Tolstois Vormund gestorben war, siedelte der Dreizehnjährige nach Kasan über und lebte bei einer Tante. 1844 begann er orientalische Sprachen und Rechtswissenschaften zu studieren. Im Jahr 1847 brach er das Studium ab, da ihn die Fächer nicht wirklich interessierten. Er kehrte auf das familiäre Gut Jasnaja Poljana zurück, wo er sich in der Verwaltung betätigte. 1851 trat er seinen Militärdienst unter anderem im Kaukasus und an der Donaufront an und beendete ihn im Jahr 1856. Zwischenzeitlich, im Jahr 1852, entstand sein Erstlingswerk mit dem Titel "Detstvo" (zu Deutsch: "Kindheit"), eine autobiografische Skizze. Das Stück wurde zum Erfolg.

Es folgte im Jahr 1854 der gleichfalls autobiografische Titel "Knabenjahre". Im Jahr 1857 wurde die Trilogie mit dem Werk "Jünglingsjahre" abgeschlossen. Im gleichen Jahr unternahm er eine Reise, die ihn in die Schweiz, nach Frankreich, Italien und Deutschland führte. In der Zeit von 1860 bis 1861 hielt sich Tolstoi abermals im Ausland auf, dabei begegnete ihm in Dresden der deutsche Schriftsteller Berthold Auerbach, der russische Schriftsteller Gercen Herzen in London und der Französische Denker, Sozialist und Politiktheoretiker Pierre Joseph Proudhon in Brüssel. Nach seiner Rückkehr gründete er auf dem Familiensitz eine Schule. Er betätigte sich dabei nicht nur als praktischer Pädagoge im Unterricht für Bauernkinder, sondern verfasste auch unterrichtstheoretische Schriften. 1862 verheiratete er sich mit Sophia Andrejevna Behrs, einer Tochter eines Moskauer Arztes, mit der er auf dem Gut lebte.

Seine Eindrücke aus dem Krimkrieg verarbeitete Leo Tolstoi in drei Erzählungen. In diesen wie auch in der Novelle "Kosaken" aus dem Jahr 1863 (in deutscher Übersetzung erst aus dem Jahr 1885) wandte sich Tolstoi den einfachen Menschen zu. Bereits in seiner ersten Schaffensperioden kommen theologische Themen in seinem Schriftstellerwerk vor, die sich nach der Heirat noch verstärken. Tolstois ständige religiöse Suche schlägt sich in seinem gesamten Werk nieder. Trotz des gemeinsamen Kinderreichtums entfaltete sich die Ehe als schwierig. Während dieser Zeit entstanden literarische Werke von Weltruf wie zum Beispiel "Krieg und Frieden" oder "Anna Karenina" (1875–1877). In dieser Phase erreichte er seinen schriftstellerischen Höhepunkt. Dennoch erlebte er in dieser Zeit eine persönliche Krise, die sich im Jahr 1879 in dem Manuskript "Beichte" schriftlich äußerte.

Das Papier fand in bloß handschriftlicher Fassung eine Verbreitung in ganz Russland. Es würde später im Jahr 1884 in Genf gedruckt. Leo Tolstoi engagierte sich umfassend im sozialen Bereich. So unterstützte er die Bauernreform im Jahr 1873, er organisierte Hilfen für Bauern, die von Missernten betroffen waren, er stand öffentlich für die Gewaltfreiheit in der Politik ein, oder er setzte sich gegen Leibeigenschaft und Todesurteile ein. Tolstoi setzte sich nicht nur kritisch mit der Kirche auseinander, sondern auch mit Staat und Gesellschaft. Es folgte eine Reihe kritischer Kirchen- und Religionsschriften wie "Kritik der dogmatischen Religion" im Jahr 1880/81, "Was ich glaube" im Jahr 1883, "Über das Leben" im Jahr 1887, "Die Kreutzersonate" im Jahr 1889, "Das Himmelreich in euch" im Jahr 1893 oder "Auferstehung" im Jahr 1899.

Diese Werke bekunden Tolstois Entwicklung zu einem Christentum unter rationalistischem und ethischem Blickwinkel, in dem er dennoch mystische Elemente und orthodoxe Traditionen zuließ. Seine Auffassung vom freien Christentum gipfelte im "Nichtwiderstehen dem Übel" als Gegenpol zur traditionellen Kirche. Als Folge seiner abweichenden Linie wurde Tolstoi im Jahr 1901 exkommuniziert. Ab dem Jahr 1882 stand er unter polizeilicher Beobachtung. Dennoch wurde er im Jahr 1900 Ehrenmitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften. Im Jahr darauf lehnte er den Nobelpreis ab. Besonders in seinen theologischen Schriften zeigte der Laientheologe und Religionsphilosoph Leo Tolstoi umfassende Wirkungen, die noch heute nicht richtig gewürdigt sind. Sie ebneten vielen Menschen in der Sowjetunion den Weg zur russischen Orthodoxie.

Auch die evangelische Theologie nahm sich seiner Werke an. Seine Kommentierung der Bergpredigt bereitete einer politischen Theologie den Weg. Tolstoi befand sich nicht nur ein Leben lang auf der Suche nach religiösen Einsichten, sondern auch nach der entsprechenden persönlichen Lebensform. Der Gegensatz zwischen seinen geistigen Einsichten und seinem gelebten Leben fiel ihm besonders im Familienalltag schwer. So beschloss er im Jahr 1910,sich von seiner Familie samt seinen Kindern abzusetzen. Während dieser Flucht vor dem Familienleben ereilte ihn der Tod.

Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi starb am 7. November 1910 auf der Bahnstation von Astapovo.
1852
Kindheit

1854
Knabenalter

1855/56
Sewastopol

1856
Der Morgen eines Gutsbesitzers

1857
Luzern

1857
Jünglingsjahre

1859
Drei Tode

1859
Eheglück

1861
Polikuschka

1863
Die Kosaken

1868
Krieg und Frieden

1877
Anna Karenina

1880
Ivan der Narr und seine Brüder

1881
Kritik der dogmatischen Religion

1882
Meine Beichte

1883
Übersetzung der vier Evangelien

1883
Worin mein Glaube besteht

1885
Der Leinwandmesser

1885
Die beiden Alten

1885
Wieviel Erde braucht der Mensch?

1886
Der Tod des Iwan Iljitsch

1886
Die Macht der Finsternis

1881-1886
Volkserzählungen

1887
Das Leben (Tolstoi)

1889
Die Kreutzersonate

1889
Der Teufel

1893
Das Himmelreich in euch

1895
Grausame Vergnügungen

1895
Herr und Knecht

1898
Was ist Kunst?

1899
Auferstehung

1899
Vater Sergius

1904
Krieg und Revolution

1904
Für alle Tage

1905
Das große Verbrechen

1906
Das Ende einer Welt

1912
Hadschi Murat (posthum)

1913
Der lebende Leichnam (posthum)

1983
Rede gegen den Krieg (posthum)

(Undatiert)
Die drei Söhne

(Undatiert)
Roman einer Ehe

NameLew Nikolajewitsch Tolstoi

Geboren am28.08.1828

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortJasnaja Poljana (RUS).

Verstorben am07.11.1910

TodesortAstapovo (RUS).

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