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Herbert Quandt
Der Sohn eines Großindustriellen übernahm mit dem gleichnamigen väterlichen Konzern eines der erfolgreichsten deutschen Familienunternehmen des 20. Jahrhunderts. Für vier Jahrzehnte trug Herbert Quandt in der Konzernleitung zum Erfolg des Quandt-Imperiums bei, das er auch durch die krisengeschüttelten 1970er Jahre zusammenhalten konnte. Die Quandt-Gruppe avancierte zum Konglomerat von Firmenbeteiligungen, unter anderem der VARTA AG und der heutigen Altana AG. Insbesondere die spektakuläre Übernahme der Vorherrschaft bei BMW (1959), mit der die Übernahme durch Daimler-Benz verhindert wurde, zählte zu seinen größten Erfolgen...
 
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Biografie
Herbert Quandt wurde am 22. Juni 1910 in Pritzwalk als Sohn eines Textilindustriellen geboren.

Sein Vater, Günther Quandt, gründete den nach ihm benannten Konzern, der vor allem in der Weimarer Republik und in Hitler-Deutschland u. a. durch seine Geschäftsaktivitäten in der Rüstungsindustrie einen erfolgreichen Aufstieg vollzog. Herbert Quandt wuchs in Berlin auf, wo er nach dem Schulbesuch eine kaufmännisch-technische Ausbildung machte. 1940 trat er in den Vorstand der "Akkumulatoren-Fabrik AG Hagen und Hannover", der späteren "Varta AG", ein. Infolge des Todes des Vaters übernahm Herbert Quandt 1954 deren Vorstandsvorsitz.

Innerhalb des Quandt-Konzerns, dessen Leitung er sich mit seinem Bruder Harald teilte, war Quandt bis 1967 vor allem für die Bereiche Elektro, Kali und Öl zuständig. Gegen Ende der 1950er Jahre tat sich Quandt überdies mit der Sanierung der Bayerische Motoren Werke "BMW" hervor: Der Automobilhersteller entwickelte sich ab 1959 dann zu einem der erfolgreichen Unternehmen der jungen Bundesrepublik. 1933 hatte er Ursel Münstermann geheiratet. 1937 wurde seine erste Tochter Silvia geboren. 1940 wurde die Ehe geschieden.

Darauf heiratete Quandt Lieselotte Blöbelt. Gemeinsam wurden sie Eltern der Kinder Sonja (1951), Sabina (1953) und Sven (1956). Seine zweite Ehe wurde 1959 geschieden. 1960 heiratete Quandt in dritter Ehe Johanna Bruhn. Gemeinsam wurden sie Eltern der Tochter Susanne (1962) und des Sohnes Stefan (1966). Für seine Verdienste um die Nachwuchs-Ausbildung und -Schulung verlieh ihm 1960 die philosophische Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz die Ehrendoktorwürde. Nach dem Unfalltod des Bruders Harald Quandt im Jahr 1967, führte Herbert Quandt Umstrukturierungen des Konzerns durch.

Durch Fusionierung etwa der "Industriewerke Karlsruhe AG" mit der "Keller & Knappich GmbH, Augsburg" zu den "Industriewerken Karlsruhe Augsburg AG" erreichte er eine Straffung der Konzernorganisation. Nachdem er in den 1970er Jahren die Umstrukturierungen durchgeführt hatte, zog sich Quandt 1980 weitgehend aus den aktiven Geschäftstätigkeiten zurück. Bereits zuvor war ein Teil seines Aktienvermögens, worunter sich auch die BMW-Anteile befanden, an seine dritte Frau und die Kinder übertragen worden.

Herbert Quandt starb am 2. Juni 1982 in Kiel.


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Biografie
Nachname: Quandt
Vorname: Herbert
Geburtsdatum: 1910-06-22
Geburtsort: Pritzwalk (D).
Todesdatum: 1982-06-02
Todesort: Kiel (D).
Sternzeichen: Krebs 22.06 - 22.07
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