Biografie

Winifred Wagner

NameWinifred Wagner

Geboren am23.06.1897

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortHastings (GB).

Verstorben am05.03.1980

TodesortÜberlingen (D).

Winifred Wagner

Die englische Journalistentochter und Liebhaberin der klassischen Musik heiratete 1915 mit Siegfried Wagner, als Schwiegertochter des Komponisten Richard Wagner, in die Familiedynastie der Wagners ein. Nach dem Tode ihres Ehemannes (1930), avancierte Winifred Wagner zur Leiterin der Bayreuther Festspiele (bis 1944), die sie mit Hilfe ihres Intimfreundes Adolf Hitler zum offiziellen Kulturereignis des nationalsozialistischen Deutschland sowie zu einer zentralen NS-Kultstätte entwickelte. Auch in der Nachkriegszeit blieb die "Muse Adolf Hitlers" und Ehrenbürgerin Bayreuths dem "Führer" und dessen Ideologie bis ins hohe Alter verbunden...
Winifred Wagner, geb. Winifred Marjorie Williams, wurde am 23. Juni 1897 im südenglischen Hastings als Tochter eines Journalisten und einer Schauspielerin geboren.

Nachdem sie mit zwei Jahren ihre Eltern verloren hatte, wurde sie von dem Berliner Musiker Karl Klindworth, ein Freund der Familie Richard Wagners adoptiert. Williams wuchs im Berlin der Jahrhundertwende und des ausgehenden Kaiserreichs auf. Über ihren Adoptivvater kam sie frühzeitig in Kontakt mit dem Werk Richard Wagners. 1914 besuchte Williams erstmals die Festspiele in Bayreuth, wo sie sich mit dem Sohn des großen Musikers, Siegfried Wagner, anfreundete, den sie bereits ein Jahr später heiratete. Aus der Ehe mit Wagner gingen vier Kinder hervor. Wieland (1917-1966), Friedelind (1918-1991), Wolfgang (1919) und Verena (1920).

Im Jahr 1923 lernte Wagner auch den nationalsozialistischen Politiker Adolf Hitler kennen, der als Verehrer der Musik im Hause Wagner bald ein und aus ging, und zu dem sie eine tiefe Freundschaft entwickelte. Wagner unterstützte Hitler und seine Schergen, als diese nach einem gescheiterten Putschversuch gegen die Weimarer Demokratie im November 1923 in Haft gerieten. Sie lieferte dem rassistischen Demagogen das Papier in die Landsberger Festung, auf dem er in jener Zeit sein Pamphlet "Mein Kampf" verfasste. 1926 trat Wagner folgerichtig in die Partei Hitlers, in die eben wieder zugelassene NSDAP, ein. Sie wurde später mit dem Goldenen Parteiabzeichen geehrt. Als ihr Ehemann 1930 verstarb, übernahm Wagner die Leitung der Bayreuther Festspiele, die sie im Rahmen der nationalsozialistischen Kulturpolitik und mit Hilfe hochrangiger Künstler, wie etwa dem Dirigenten Wilhelm Furtwängler, zu einem kulturellen Aushängeschild Hitler-Deutschlands machte.

Vor und während der Kriegsjahre war nun Hitler regelmäßig bei der Familie Wagner zu Gast. Insbesondere ließ er es sich nicht nehmen, zu sämtlichen Eröffnungsfeiern persönlich nach Bayreuth zu reisen. Aufgrund der engen Beziehungen zwischen dem Diktator und Wagner, entbrannten in der eingeschränkten Öffentlichkeit Gerüchte um eine eventuelle Heirat beider, die sich jedoch nie bewahrheiteten. 1940 erschien Hitler zur Aufführung der "Götterdämmerung" das letzte Mal am "grünen Hügel" in Bayreuth. Nach dem Kriegsende von 1945 wurde Winifred Wagner, aufgrund ihrer engen Beziehung zum "Führer", von den Alliierten zunächst als ''Belastete'' eingestuft, was ein Festspiel- und Redeverbot nach sich zog. In einem Berufungsverfahren erreichte sie jedoch im Dezember 1948 ihre Rückstufung zur "Minderbelasteten".

Zu dieser Entlastung kam es, weil sie nachweisen konnte, dass sie zahlreichen Personen, die durch das Nazi-Regime verfolgt wurden, geholfen und sogar vor dem Konzentrationslager bewahrt hatte – was allerdings zum Teil auch dem eigennützigen Motiv entsprungen war, hochrangige Künstler in Bayreuth zu halten. Unter ihnen befand sich etwa der Tenor Max Lorenz, der wegen seiner homosexuellen Neigung und der Ehe mit einer jüdischen Frau verfolgt worden war. Wagner wurde zu einer Bewährungsstrafe von 2 1/2 Jahren und zu einer Geldstrafe von 6.000 Mark verurteilt. Da ihr weiterhin die Festspielleitung untersagt blieb, die sie daher an ihre Söhne Wieland und Wolfgang übergab, zog sie sich anschließend aus der Öffentlichkeit fast völlig zurück. 1951 wurden die Bayreuther Festspiele von Herbert von Karajan wiedereröffnet.

Ihre Haltung gegenüber dem ehemaligen Freund und Diktator blieb indes von nostalgischen Empfindungen beherrscht und zeigte keinerlei kritische Regung. 1975 gab Wagner dem Filmemacher Hans-Jürgen Syberberg ein Filminterview, das unter dem Titel "Winifred Wagner und die Geschichte des Hauses Wahnfried 1914-1975" als fünfstündiger Dokumentarfilm erschien. Darin zeigte sie sich als ungebrochen treue Freundin Hitlers und bekannte sich offen zu ihrer Sympathie. Jede kritische Sichtweise auf den Diktator lehnte sie ab und überließ dies den Historikern. Unter Missachtung des Leids von Millionen von Menschen in ganz Europa, erhob die Freundin des Diktators ihre persönliche Erfahrung des sogenannten "Dritten Reiches" zum alleinigen Maßstab für dessen Bewertung.

Winifred Wagner starb am 5. März 1980, im Alter von 82 Jahren, in ihrem Landhaus in Überlingen am Bodensee.

NameWinifred Wagner

Geboren am23.06.1897

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortHastings (GB).

Verstorben am05.03.1980

TodesortÜberlingen (D).

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