Biografie

Winfried Kretschmann

Der Grünen-Politiker stellt seit 2011 den Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg. Zugleich wurde er in einer grün/roten Koalition mit der SPD der erste reguläre von den Grünen gestellte Ministerpräsident der Bundesrepublik. Davor vertrat der Gymnasiallehrer den Wahlkreis Nürtingen im Landtag von Baden-Württemberg. Von 1982 bis 1984 gehörte der Politiker als Nachrücker dem Kreistag des Landkreises Esslingen an. 1986 und 1987 verdiente er sich als Ministerialrat Grundsatzreferent im ersten grünen Umweltministerium in Hessen bei Minister Joschka Fischer. Von 1983 bis 1984 und von 2002 bis 2011 war Winfried Kretschmann Vorsitzender der Grünen Landtagsfraktion. Innerparteilich gilt der praktizierende Katholik als liberal-konservativer Vordenker seiner Partei. In den 1980er Jahren war er Protagonist des kleinen ökolibertären Flügels seiner Partei...

Die Ministerpräsidenten der Bundesrepublik Deutschland
Winfried Kretschmann wurde am 17. Mai 1948 in Spaichingen geboren.

Erzogen wurde Kretschmann, in einem liberalen Elternhaus, streng katholisch. Die Grundschule besuchte er in Zwiefalten-Sonderbuch, das Gymnasium in Riedlingen und Sigmaringen. 1968 legte er hier das Abitur ab. Nach Abschluss des Grundwehrdienstes studierte Kretschmann von 1970 bis 1975 Biologie und Chemie an der Universität Hohenheim für das Lehramt an Gymnasien. Indes war er mehrere Jahre Vorsitzender des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA). Auch engagierte sich Kretschmann während seines Studiums von 1973 bis 1975 in der Hochschulgruppe des Kommunistischen Bundes Westdeutschland. Später bezeichnete er die "68er Sozialisation" als einen "fundamentalen politischen Irrtum". 1975 heiratete Kretschmann. Er wurde Vater von drei Kindern.

Im Jahr 1975 legte er das Wissenschaftliche Staatsexamen ab, 1977 das Pädagogische Staatsexamen. Im Anschluss wurde er Gymnasiallehrer für Biologie, Chemie und Ethik in Stuttgart, Esslingen, Mengen, Bad Schussenried und in der Zeit von 1988 und 1992 am Hohenzollern-Gymnasium in Sigmaringen. 1979/1980 wurde er Mitbegründer der Grünen Baden-Württemberg. 1980 erfolgte erstmals seine Wahl für die Grünen in den Landtag von Baden-Württemberg. 1983 wurde er Nachfolger des Fraktionsvorsitzenden Wolf-Dieter Hasenclever. Von 1982 bis 1984 gehörte der Politiker als Nachrücker dem Kreistag des Landkreises Esslingen an. 1986 und 1987 verdiente er sich als Ministerialrat Grundsatzreferent im ersten grünen Umweltministerium in Hessen bei Minister Joschka Fischer.

Im Jahr 1988 wurde er erneut in den Landtag von Baden-Württemberg gewählt (ebenso 1996 und 2001). In den Jahren von 1996 bis 2001 wurde er zum Vorsitzenden des Ausschusses für Umwelt und Verkehr im baden-württembergischen Landtag berufen. 2002 wurde Kretschmann, nach der Wahl von Dieter Salomon zum Oberbürgermeister der Stadt Freiburg im Breisgau, zum Fraktionsvorsitzenden der Grünen gewählt. Auch wurde er Mitglied des Parteirates von Bündnis 90/Die Grünen auf Landesebene. Nach 2006 wurde er erneut 2011 zum Spitzenkandidaten der Grünen für die Landtagswahl in Baden-Württemberg erklärt. Mit einem Ergebnis von 24,2 Prozent der Stimmen und 36 Abgeordneten erzielten die Grünen darauf ihr bestes Wahlergebnis bei einer Landtagswahl.

Die Grünen wurden nach der CDU mit 60 Mandaten und vor der SPD mit 35 Mandaten zweitstärkste Fraktion. In dem folgenden Koalitionsvertrag mit der SPD verständigten sich die Parteien auf Kretschmann als Ministerpräsident einer grün-roten Regierung. Im Stuttgarter Landtag wurde er am 12. Mai 2011 mit 73 Stimmen der Abgeordneten zum Nachfolger von Stefan Mappus, als baden-württembergischer Ministerpräsident gewählt. Zugleich wurde er damit der erste reguläre von den Grünen gestellte Ministerpräsident der Bundesrepublik.


Die Ministerpräsidenten der Bundesrepublik Deutschland

NameWinfried Kretschmann

Geboren am17.05.1948

GeburtsortSpaichingen (D).